Die soziale Lage in Haiti

Während der dauernden politischen Umwälzungen ist die Situation der Bevölkerung immer kritischer geworden. Das einst von Columbus gepriesene Paradies Haiti gilt schon lange als das ärmste Land der westlichen Hemisphäre. Armut, Hunger, Arbeitslosigkeit, fehlende medizinische Versorgung, Analphabetismus, Kriminalität, hohes Bevölkerungswachstum auf engem Raum, Zerstörung der Natur und niedriger Entwicklungsstand kennzeichnen die Struktur des Landes und nehmen ständig zu.
Das öffentliche Leben in den größeren Städten ist immer mehr durch Gewalt und Angst geprägt. Manche Stadtviertel und Straßen müssen grundsätzlich gemieden werden. Nach Einbruch der Dunkelheit geht keiner mehr auf die Straße. Neben täglichen Straßenkämpfen und Raubüberfällen haben nach internationalem Vorbild vor allem die Entführungen als Methode zur Geldbeschaffung Schule gemacht. Betroffen sind alle Sozialschichten, Haitianer und Ausländer, Erwachsene und Kinder. Die Opfer werden bei Verzögerungen der Lösegeldzahlung teilweise sehr grausam ermordet.