Die Zahnbehandlung erfolgte im Freien, unter einem Vordach Anke Brügmann erklärt den Kindern und Erwachsenen die korrekte Zahnreinigung Vorstandsmitglied Fritz Schondelmaier mit zwei kleinen Haitianern, die stolz ihre frisch gereinigten Zähne zeigen

Reisebericht von Vorstandsmitglied Fritz Schondelmaier

Reisebericht von Vorstandsmitglied Fritz Schondelmaier
Haiti-Reise im Januar 2013 –
Nach einer angenehmen Flugreise mit Zwischenstopp auf Guadeloupe erreichen wir Haitis Hauptstadt Port au Prince. Wir übernachten außerhalb von Port au Prince bei Verwandten von Hugo, dem haitianischen Menkontre-Mitarbeiter. Am nächsten Morgen brechen wir früh auf, machen einen kurzen Zwischenstopp am Meer und besuchen noch die Menkontre-Lehrlinge in Le Kay und die Schüler in Camp Perrin. Gegen 16 Uhr erreichen wir das Heim von Menkontre in Beaumont, im Waisenhaus werden wir mit einem Chor empfangen.
Am folgenden Tag, ein Sonntag, bauen wir die Zahnambulanz auf, die mit dem Container kurz zuvor angekommen war. Um die Geräte in Betrieb nehmen zu können, muss der Stromgenerator mit einem 220-Volt-Steckkontakt versehen werden. Dabei zeigen die haitianischen Elektriker großes Improvisationsgeschick. Auch beim Einrichten der provisorischen Zahnarztpraxis zeigt Hugo großes Geschick: Er montiert einfach einen Autositz auf einen abgesägten Holzstuhl – fertig ist der Zahnarztstuhl.
In der folgenden Woche behandeln die beiden mitgereisten Zahnärzte tagtäglich die Kinder und Erwachsenen in der überdachten Halle, in der auch die Vorschule untergebracht ist. Rasch zeigt sich, dass so viele Patienten behandelt werden müssen, dass nicht alle drankommen können. Deshalb können dieses Mal nur die Kinder aus dem Waisenhaus, akute Schmerzpatienten und die Angestellten des Heims behandelt werden.
Morgens und abends müssen wir immer wieder die gesamte Behandlungseinheit mit Instrumenten und Waschstation sowie allen Schläuche auf-und abbauen, um sie vor Ratten gesichert zu lagern. Die Behandlungseinheit bewährt sich, sie ist jedoch störanfällig. Eine sorgfältige Pflege und Wartung (Säubern der Schläuche, befestigen loser Schrauben) ist dringend nötig, um die Behandlungseinheit in Betrieb zu halten.
Der Mittwoch der folgenden Woche gerät als letzter Behandlungstag zu einem Wettlauf mit der Zeit. Wir versuchen so viele Patienten wie möglich zu behandeln.
Am Donnerstag fahren wir zurück nach Port au Prince, unterwegs werden wir von einer Straßenblockade aufgehalten: an einer Engstelle stehen sich zwei Lkw Stirn an Stirn gegenüber, keiner wollte zurückweichen. Es zeigt sich, dass es wichtig ist, bei der Fahrt auf Haitis Straßen genügend Zeit für derlei Unwägbarkeiten einzuplanen. Am nächsten Tag fliegen wir um 11 Uhr zurück und erreichen Deutschland am Samstag pünktlich um 9.25 Uhr.