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Benefizkonzert in Wallerfangen

Wir laden ein zum Benefizkonzert für die „Pwojè men kontre“-Schule in Beaumont/Haiti.
Freitag, 09. Juni 2017,
von 19:00 bis 22:00 Uhr
in der Schule am Limberg in Wallerfangen.
Der Eintritt ist frei.
Um Spenden für unsere Patenschule wird gebeten.
Mitwirkende:
Joyful (Rock&Pop&More) Schülerband
Lehrerband „Die Pauker“
WoMen’s Voices (Pop/Rock/Musical)
Gérard et les gentils (Lieder&Chansons)
Sebastian Bader (Singer&Songwriter)

Konzertplakat

Das Benefizkonzert ist am 12. Februar um 17 Uhr im Jagdschloss Bickenbach.

Benefizkonzert im Jagschloß Bickenbach für Kinder in Haiti

Januar 2017 – Ein Benefizkonzert zu Gunsten des durch die deutsche Ärztin Dr. Anke Brügmann gegründeten Vereins „Pwoje men kontre“ Deutschland-Haiti e.V. findet am Sonntag, den 12. Februar, um 17 Uhr im Jagdschloss Bickenbach an der Bergstrasse statt. Der Erlös des Konzertes kommt dem im Oktober des letzten Jahres durch den verheerenden Hurrikan zerstörten Waisenhaus des Vereins auf Haiti zu Gute. Der Cellist Raffi Geliboluoglu hat sich die Entdeckung und Aufführung von zu Unrecht in Vergessenheit geratenen Werken aus Barock und Romantik auf seine Fahnen geschrieben. „Zu Unrecht vergessen!“, so lautet der Titel seines Konzertes, auf dessen Programm Namen von Komponisten wie Johann Adam Birkenstock, Georg Goltermann, Robert Fuchs, Julius Klengel und Philipp Scharwenka stehen. Raffi Geliboluoglu wird von Dorothee Krost-Vogel am Flügel begleitet. Die ehemalige hr2-Musikredakteurin Susanne Schaeffer moderiert das Konzert. Der Eintritt ist frei; Spenden werden erbeten.
Am Samstag, dem 25. Februar 2017, um 20 Uhr findet das Benefizkonzert auch im Kurfürstensaal in Heppenheim statt.

Jahreshauptversammlung am 5. März 2016 im evangelischen Gemeindehaus in Wolfach.

Rundbrief und Einladung zur Jahreshauptversammlung am 5. März 2016

Januar 2016 – Liebe Freunde, Mitglieder, Paten und Spender,

wir möchten Sie hiermit zu unserer Jahreshauptversammlung einladen, am Samstag, den 5. März 2016,
um 16 Uhr im evangelischen Gemeindehaus in Wolfach.
Wir haben ein sehr ereignis- und arbeitsreiches Jahr 2015 hinter uns und möchten Ihnen gerne davon berichten. Wir würden uns freuen, wenn auch diesmal wieder viele Interessierte kommen würden. Wir haben die Veranstaltung auf vielfachen Wunsch hin bereits auf den Nachmittag gelegt, damit auch Auswärtige problemlos anreisen können. Wir freuen uns, dass uns die evangelische Kirchengemeinde Wolfach noch einmal den schönen Raum zur Verfügung stellt. Das Protokoll der Versammlung können Sie anschließend bei uns anfordern oder im Internet nachlesen.
Sie können diesen Rundbrief auch herunterladen.

Tagesordnung:
1. Begrüßung
2. Jahresbericht Deutschland 2015
3. Jahresbericht Haiti 2015
4. Kurze Bildpräsentation
5. Bericht über das Bauprojekt Fontrankil
6. Kassenbericht 2015
7. Geplante Aktivitäten Deutschland 2016
8. Geplante Aktivitäten Haiti 2016
9. Vorstandswahl
10. Verschiedenes

Starke Belastung durch Bau der Nationalstraße – viele Verletzte durch Verkehrsunfälle
Der Bau der neuen Nationalstraße hat uns dieses Jahr sehr belastet. Dreck und Lärm sind kaum zu beschreiben. Dazu kommt die Gefahr für unsere Kinder auf dem Schulweg. Leider rasen besonders Motorräder auf der neuen Straße und fahren immer wieder Fußgänger an. Es gab auch mehrfach Lastwagenunfälle mit vielen Verletzten, die dann zu uns gebracht werden. Außerdem bekamen wir in den letzten zwei Jahren den Klimawandel besonders zu spüren. Die Wasserversorgung ist durch die extreme Trockenheit schwierig geworden. So war es ein Segen, dass die Engineers without borders aus Karlsruhe im April die Wasserversorgung unsers Viertels saniert haben. Ohne diese Maßnahme wären die Bevölkerung unseres Viertels und wir ernsthaft in Not gekommen.
Auch die Landwirtschaft leidet unter der extremen Trockenheit. Dadurch und durch die fortschreitende Abholzung und Umweltzerstörung sind viele Lebensmittel auf dem freien Markt gar nicht mehr einzukaufen. Immer seltener können wir den Kindern mal einen Becher Fruchtsaft oder Obst anbieten. Wenn unsere eigene Landwirtschaft auch noch nicht einen nennenswerten Prozentsatz unserer Versorgung abdecken kann, so trägt sie doch entscheidend dazu bei, die Versorgung mit Lebensmitteln qualitativ zu verbessern. In diesem Jahr wurde der Gemüseanbau deutlich erweitert. Im Herbst konnten wir einen Hektar Land dazukaufen, der sich gut für den Anbau von Grundnahrungsmitteln wie z.B. Jams eignet. Der Schweinestall wurde erweitert und ein Unterstand für Schafe und Ziegen gebaut. In der Ziegenhaltung experimentieren wir jetzt mit einer neuen Rasse.

Karlsruher Ingenieure von Engineers without borders (EWB) erstellen mit großem Engagement den Neubau – Fenster von Lehrlingen der Firmen Schillinger und Geiger aus Oberwolfach angefertigt
– Ehrenamtliche Helfer aus der Baubranche dringend gesucht –

Seit Juli bauen wir intensiv auf dem neuen Gelände. Die Baustellenvorbereitung auf dem felsigen Gelände war extrem schwierig. Von August bis Dezember waren wechselnde Teams der Engineers without borders (EWB) vom Karlsruher Institut für Technologie mit bis zu 10 ehrenamtlichen Mitarbeitern gleichzeitig in Haiti. Sie haben mit viel Einsatz professionelle Arbeit geleistet. In der ersten Bauphase wurde der große Saal mit angrenzenden Funktionsräumen in erdbebensicherer Bauweise gebaut. Im Dezember konnte der Rohbau gedeckt werden. Die Fenster wurden von Lehrlingen der Firmen Schillinger und Geiger in Oberwolfach gefertigt und gehen im Container nach Haiti. Im Januar läuft der Vertrag für die angemieteten Klassenräume aus, dann müssen unsere 72 Vorschüler provisorisch in den neuen Räumen untergebracht werden. Ab April soll weitergebaut werden. Wer von Ihnen ist aus der Baubranche und könnte ehrenamtlich in Haiti mithelfen? Die Helfer der EWB müssen sich meist auf die Semesterferien beschränken. Da wäre es gut, gelegentlich weitere Mitarbeiter zu haben, die die Zeit dazwischen überbrücken helfen und eine Bauphase vorzubereiten oder die Endphase eines Projektes zu begleiten. Es geht dabei im Wesentlichen um die Bauaufsicht.
Im Zusammenhang mit den Bauarbeiten haben wir auch erhebliche logistische Schwierigkeiten. Unser Container, der viel Baumaterial und Bauwerkzeuge enthält, steht seit Juli fertig gepackt in Deutschland, und seither kämpfe ich mit dem Planungsministerium in Haiti um die zollfreie Einfuhrgenehmigung. Anderen Organisationen geht es ähnlich. Wir hoffen sehr, dass es jetzt endlich vorwärts geht.

Für ausscheidende Jugendliche nehmen wir sofort neue Kinder auf – wie etwa ein schwer unterernährtes Baby und ein geistig behindertes Mädchen
Im Waisenhaus sind unverändert 75 Kinder und Jugendliche untergebracht. Inzwischen scheiden immer wieder junge Erwachsene aus, für die dann sofort wieder ein kleineres Kind aufgenommen wird, wie z.B. im Frühjahr die 16 Monate alte, schwer unterernährte Séndie, deren Mutter mit 16 Jahren starb oder im Herbst die geistig behinderte und stark vernachlässigte Modline. Obwohl die Zahl der Kinder notgedrungen gedeckelt ist, wird es immer schwieriger. Derzeit sind 31 von unseren 75 Kindern nach dem Abschluss der 6. Klasse auf einer weiterführenden Schule. Das ist mit höheren Kosten verbunden und auch viel aufwendiger zu organisieren. Das schlechte Angebot von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen hat sich nicht geändert. Deswegen gibt es für viele auch keine Alternative zu einem weiteren Schulbesuch. Im Waisenhaus sind wir sehr beengt und durch die neue Straße in der Lebensqualität eingeschränkt. Vieles ist nur provisorisch. Alle warten dringend auf den Umzug. Die Kinder haben fleißig mitgeholfen, die Baustelle vorzubereiten und Holz zu imprägnieren.

Große Schwierigkeiten gute Lehrer für die Schule zu finden – Wir suchen ehrenamtliche, französisch sprechende Lehrer
Eigentlich wollten wir dieses Jahr unsere Schule eher auf Sparflamme fahren, da der Unterricht durch Straßenbau und extern untergebrachte Klassen mühsam ist, doch haben wir inzwischen sogar 296 Schüler, obwohl ich wieder viele Kinder abgewiesen habe. Die Eltern haben teilweise geweint, wenn sie keinen Platz bekommen konnten. Dabei wird es immer schwieriger, gute Lehrer für unsere Schule zu bekommen. Mitarbeiter wandern schnell wieder ab, weil sie in den staatlichen Einrichtungen weniger arbeiten müssen. Einige Male haben wir das Niveau unserer Lehrer überprüft und dabei entscheidende Wissenslücken entdeckt. Wir versuchen intensiv, das durch Fortbildungen auszugleichen, aber es ich nicht leicht, die Lehrer an den Nachmittagen und in den Ferien dafür zu gewinnen. Auch hier wären sehr dankbar, wenn uns französisch sprechende Lehrer aus Europa ehrenamtlich unterstützen würden.

Auf der Krankenstation behandeln wir viele Notfälle – Bau der neuen Krankenstation dringend nötig – Für 2016 wird wieder ein Zahnarzteinsatz geplant
Unser Krankenzimmer ist maximal beansprucht, obwohl es viel zu klein ist und sich dort die Kisten bis unter die Decke stapeln. Da es direkt an die Nationalstraße angrenzt und es keine Fensterscheiben gibt, ist ständig alles unter einer dicken Staubschicht begraben Das städtische Krankenhaus ist praktisch außer Betrieb, daher werden ständig akute Notfälle zu uns gebracht, und auch die Versorgung unserer eigenen Kinder und Schüler ist wichtig. Für eine reguläre Sprechstunde haben wir keine Kapazität, aber bei Lebensgefahr können wir die Patienten nicht abweisen. Das Spektrum reicht von allen Arten von Infektionskrankheiten, Knochenbrüchen, Zahnziehen, Geburtshilfe, kleinere Operationen und Wundversorgungen bis zur inneren Medizin. Obwohl wir für viele Krankheiten oder Verletzungen nicht ausgestattet sind, tun wir mit einfachen Mitteln unser Bestes und sind damit immer noch effektiver als die meisten Krankenhäuser der Umgebung. Hier werden auch bedürftige Menschen behandelt, die sich sonst keine medizinische Behandlung leisten können. Fast kontinuierlich sind Patienten mit ihren Angehörigen in dem winzigen Raum stationär aufgenommen, und wenn es mehrere sind, müssen wir noch einen ins Nähzimmer legen. Bei größeren Unfällen mit vielen Verletzten wird unsere Waisenhaushalle zum Lazarett. Auch hier erwarten wir sehnlichst den Bau der neuen Krankenstation auf dem neuen Gelände, wo es hygienisch eingerichtete Räume geben soll. Wir würden uns auch hier über professionelle ehrenamtliche Mitarbeit aus Deutschland freuen, denn ich kann die Medizin immer nur nebenbei betreiben. Meine Sprechstunde geht jeden Morgen von 6-7 Uhr. Für 2016 bereiten wir einen dringend benötigten Zahnarzteinsatz vor und stehen dafür mit der Organisation Dental Aid in Kontakt.

Vorstand praktisch durchgehend vor Ort in Haiti
In Haiti waren 2015 aus unserem Vorstand Stefan Willeitner und Jörg Wulle vor Ort, Wulle sogar zweimal. Dadurch und durch meine vier Reisen gab es eine fast kontinuierliche Präsenz des Vorstandes, was in dieser ereignisreichen Zeit besonders wichtig für den Verein war. Ich bin ab Mitte Januar wieder in Beaumont.

Besondere Spendenaktion per Crowd-Funding für Vorschulgebäude
Wir möchten Sie auf eine besondere Aktion aufmerksam machen (Crowd-Funding), die wir im Januar bei der Volksbank Oberwolfach starten, um 8000 Euro für ein Vorschulgebäude zusammenzubekommen. Bei Spenden ab 5 € legt die Volksbank 5 € drauf, wenn wir die 8000 € erreichen. Bitte verbreiten Sie das in Ihrem Bekanntenkreis. Weitere Informationen finden Sie unter www.volksbank-kinzigtal.viele-schaffen-mehr.de, wir werden außerdem in Kürze genaueres über email und www.menkontre.de liefern.

Enorme Spendenbereitschaft ermöglicht Fortführung der Projekte – Besonderer Dank für Verkaufsaktionen, Spendenläufe, EWB-Ingenieure sowie treue Mitglieder und Einzelspender
Wir möchten uns nun ganz herzlich für die enorme Spendenbereitschaft im letzten Jahr bedanken. Das ganze Jahr über hatten wir ernsthaft Angst um die Aufrechterhaltung unserer Projekte, weil wir bereits für die laufenden Kosten mehr ausgegeben als eingenommen haben. Durch den ungünstigen Dollarkurs und internationale Brennpunkte, die ebenso unsere Hilfsbereitschaft verdienen, kämpfen viele Organisationen um ihre Finanzierung. Glücklicherweise sind zum Jahresende noch so viele Spenden eingegangen, dass wir vieles wieder ausgleichen konnten. Der detaillierte Geschäftsbericht wird nach der Hauptversammlung auf unserer Website veröffentlicht, Sie können aber auch ein Exemplar bei der Versammlung mitnehmen oder es bei uns anfordern.
Ganz besonders danken wir allen, die mit Aktionen wie Spendenläufen oder Verkaufsaktionen für uns gesammelt haben und gleichzeitig unsere Arbeit dadurch bekannter machen. Auch hier möchten wir wieder besonders die Schüleraktionen hervorheben. Es gab auch wieder große Einzelspenden, die für uns in einigen Fällen die Rettung bedeuteten. Besonders wertvoll sind die treuen Mitglieder, die uns über viele Jahre mit ihrem Beitrag unterstützen, sie ermöglichen die kontinuierliche alltägliche Arbeit. Im neuen Jahr wird der Bedarf an Spenden besonders groß sein, da die Bauarbeiten noch intensiviert werden müssen. Wir hoffen sehr, dass unsere Spender diese Unternehmungen auch weiter mittragen helfen.
Ganz besonders danken wir allen, die sich letztes Jahr direkt vor Ort engagiert haben, besonders den EWB-Ingenieuren, die praktisch ihre ganze Freizeit für das Projekt geopfert haben und ohne die das Bauprojekt nicht zu realisieren wäre.
Im Moment aktualisieren wir unser Informationsfaltblatt, das Sie von unserer Web-Site www.menkontre.de herunterladen können. Dort finden Sie auch weitere Informationen. Speziell über die Bauarbeiten berichtet der Blog der Engineers without borders unter: https://ewbbeaumont.wordpress.com/

Zusammen mit diesem Brief erhalten Sie die Spendenbescheinigungen. Teilen Sie uns bitte mit, falls etwas fehlt. Manchmal sind die Spenden auf den Kontoauszügen nicht eindeutig zuzuordnen, da hilft uns eine Rückmeldung. Einfache Briefe verschicken wir während des Jahres gerne kostensparend als E-Mail. Vielleicht können wir Ihre Mailadresse noch ergänzen, sie wird vertraulich behandelt. Die Rundbriefe kommen etwa zwei Mal im Jahr und enthalten nur Informationen.

Herzliche Grüße
Anke Brügmann

Die neu gewählten und bestätigten Vorstandsmitglieder sind (von li. n. re.): Sigrid Fridrich (2. Vorsitzende), Dr. Anke Brügmann (1. Vorsitzende), Dr. Gerd Brügmann (Kassenwart), Stefan Willeitner (Beisitzer), Lutz Diedrichs (Beisitzer), Jörg Wulle (Beisitzer), Georg Lehmann (Beisitzer). Auf dem Foto fehlt Ute Arndt, Schriftführerin. Das Diagramm zeigt, wie der Verein die Spendengelder verwendet. Knapp 97 Prozent der Spendengelder gehen direkt nach Haiti.

Protokoll der Jahreshauptversammlung 2015

Protokoll der Jahreshauptversammlung des Vereins Pwojè men kontre Haiti-Deutschland e.V.
In Wolfach, am Samstag, 14. März 2015, um 17 Uhr, im evangelischen Gemeindehaus Wolfach, Vorstadtstr. 22.

Tagesordnung

1. Begrüßung

2. Jahresbericht Deutschland 2014

3. Jahresbericht Haiti 2014

4. Kurze Bildpräsentation

5. Kassenbericht 2014

6. Geplante Aktivitäten Deutschland 2015

7. Geplante Aktivitäten Haiti 2015

8. Vorstandswahl

9. Verschiedenes

1. Begrüßung
Sigrid Fridrich eröffnet die Jahreshauptversammlung, begrüßt die anwesenden Mitglieder, Helfer, Interessenten und Pressevertreterinnen und dankt für deren Unterstützung.
Die Einladung der Mitglieder erfolgte fristgerecht. Ein besonderer Dank gilt der evangelischen Kirchengemeinde Wolfach für die unentgeltliche Nutzung des Gemeindesaals.
Es sind 28 Mitglieder und 11 Interessierte gekommen (Anmerkung: zum Zeitpunkt der Wahlen TOP 8 waren nur noch 25 bzw. später 23 Vereinsmitglieder anwesend). Als Protokollführerin wird einstimmig Ute Arndt gewählt, die die Wahl annimmt (siehe Wahlprotokolle). Das Sitzungsprotokoll und der Kassenbericht werden auf der Homepage des Vereins veröffentlicht.

2. Jahresbericht Deutschland 2014 (Ute Arndt, Kathrin Brügmann-Straub)
Die praktische Arbeit des Vorstands bestand im vergangenen Jahr aus vier ganztägigen Vorstandssitzungen in Karlsruhe und Stuttgart, dazwischen fanden die Abstimmungen über Mails, Telefon oder Skype statt. Im Oktober gab es einen neuen Flyer, der ausliegt und auf der Homepage zu finden ist. Zusätzlich gab es einige Arbeitssitzungen mit neuen Mitarbeitern, vor allem auch den Engineers without borders aus Karlsruhe, incl. Kreol-Kurs und zum Landwirtschaftsbereich in Walldorf.
Herzlichen Dank an alle Spender, auch für Aktionen, wie z.B. den alljährlichen Markt in Lahr, die Sternsinger-Aktion in Rottenburg, das Benefizkonzert, das Elfriede Wittschier organisiert und durchgeführt hat, eine Kalenderverkaufsaktion von Kathrin Brügmann-Straub in Schramberg, aber auch viele Spenden anlässlich von Familienfeiern u.a.. Neben den Investitionen in Neues wird damit vor allem der laufende Betrieb von Waisenhaus und Schule und dank Walldorf auch der Landwirtschaft mit allem, was dazugehört, ermöglicht. Unser Verein ist in der Region Beaumont der größte Arbeitgeber, und dadurch wird vielen Familien mittelbar bei der Existenzsicherung geholfen.
Das Patenschaftsteam, Christa Seck und Monika Kaspar, sorgt weiterhin für den Kontakt zwischen Paten und Kindern, wobei ich nochmals erwähnen möchte, dass es ja nicht möglich ist, Post oder Pakete nach Beaumont zu schicken, denn es gibt dort keine Post. Alles kann nur auf Reisen mitgenommen werden. Herzlichen Dank für ihre Arbeit!
Claus Schmalholz in Hamburg aktualisiert permanent die Webseite, wofür wir ihm sehr herzlich danken. So hat jeder die Möglichkeit, sich immer wieder über die Arbeit zu informieren.
Anke Brügmann hielt viele Vorträge über ihre Arbeit in Haiti, wenn sie in Deutschland war.
Die Schulpartnerschaften werden von Kathrin Brügmann-Straub betreut, der ich für dieses Engagement sehr danken möchte. Sie kann dazu einiges berichten. Kathrin Brügmann-Straub: 10 Schulen haben regelmäßig Veranstaltungen, mit denen sie unseren Verein unterstützen. Damit wird das Interesse an unseren Projekten, aber auch an Haiti allgemein, in den Schulen wach gehalten. Zwischen den Klassen hier und den Schülern in Beaumont gibt es Brieffreundschaften. Jede Klasse und Schule, die für unseren Verein Spenden sammelt, erhält eine Urkunde. Mit ihren Aktionen unterstützen die deutschen Schüler die Schulkantine in Beaumont: jeder Schüler erhält 3 mal pro Woche ein warmes Essen, das jeweils 1 Euro kostet.

3. Jahresbericht Haiti 2014 (Dr. Anke Brügmann)
Im vergangenen Jahr war Dr. Anke Brügmann bei vier Aufenthalten insgesamt sieben Monate in Haiti. Als Helfer war im April/Mai 2014 Alfred Barkow vom SES in Beaumont und betreute weiterhin die Landwirtschaft. Ende Juli besuchten drei Ingenieurstudenten von den EWB Karlsruhe unser Projekt und ab Oktober bis März war Stefan Willeitner für fast drei Monate in Beaumont. Er brachte viele neue Impulse aus seinem Beruf als Sonderschullehrer mit und unterstützte die Arbeit in vielen Bereichen. Im Februar arbeitete Jörg Wulle einen Monat in Beaumont. Es ist schön, wenn immer wieder Mitarbeiter aus Deutschland nach Beaumont kommen, weil vieles dort nicht ohne diese Hilfe organisiert werden kann.
Zur politischen Lage Haitis gibt es keine Stellungnahme, wir sind neutral. Die momentane instabile Lage beeinflusst aber auch unsere Arbeit.
2014 herrschte eine extreme Trockenheit in Haiti: im Frühjahr gab es keine Regenzeit, die im Herbst war viel zu schwach und erst jetzt ist der Niederschlag wieder auf normalem Niveau. Die Trockenheit führte zum Versiegen von Quellen und zu Ernteverlusten; auch das Trinkwasser war knapp.
Trotz der Trockenheit konnte die Ernte von Obst und Gemüse die Ernährung der Kinder und Schüler verbessern. Die Kühe mussten leider verkauft werden, weil sie wegen des Wassermangels nicht ernährt werden konnten. Im Mai wurde der Hühnerstall gebaut, außerdem haben wir weiter Schweine, Schafe und Ziegen. Es fehlen allerdings geeignete Räume zum Lagern und für die Verarbeitung der landwirtschaftlichen Produkte. Nach dem Umzug von Waisenhaus und Schule werden die bisherigen Räumlichkeiten dafür genutzt.
Die Schüler unserer Schule haben als einzige in der Region zu 100 Prozent die staatliche Abschlussprüfung bestanden. Der gute Ruf unserer Schule führt natürlich zu einem großen Andrang von Schülern, von denen wir die Bedürftigsten auswählen, um ihnen einen Schulbesuch zu ermöglichen. In der Schule werden 265 Schüler in sechs Klassen doppelzügig und drei Vorschulgruppen unterrichtet. Es ist weiterhin sehr schwierig, Lehrer anzustellen, weil diese lieber an staatlichen Schulen arbeiten, bei denen es mit der Arbeitsmoral nicht so genau genommen wird.
Jeden Mittwoch und in den Ferien führt Anke Brügmann Fortbildungsmaßnahmen durch zu allen möglichen Themen, die gerne angenommen werden.
Ein großes Problem stellen Schwangerschaften von minderjährigen Mädchen dar. Die Mädchen werden in anderen Schulen von jeglichem Unterricht ausgeschlossen und mit ihren Problemen allein gelassen. Eine junge Mutter setzt bei uns den Schulbesuch wieder fort, eine schwangere 16jährige aus einem abgelegenen Dorf wurde vorübergehend im Waisenhaus aufgenommen, um schnelle Hilfe zu ermöglichen.
Im Waisenhaus leben weiterhin 75 Kinder, der Bedarf wäre allerdings viel größer. Die Plätze der volljährigen Jugendlichen, die entlassen werden, werden sofort mit Notfällen neu belegt. Es gibt neun Wohngruppen mit acht bis neun Kindern, davon drei externe Gruppen mit den älteren Jugendlichen (Jungen/Mädchen) und den auswärtigen Schülern in Camp Perrin. Die jungen Erwachsenen können oft erst mit 20 bis 22 Jahren in die Selbstständigkeit entlassen werden, weil sie erst spät (ab 12/13 Jahren) in die Schule gekommen sind.
Die medizinische Situation in Beaumont ist durch viele Notfälle von außerhalb und Epidemien unter den Kindern sehr belastend. Im Sommer waren fast alle an Chikungunyafieber erkrankt. Das Krankenhaus in Beaumont ist schlechter ausgestattet als unsere Ambulanz und daher werden viele Notfälle zu uns gebracht. Sogar die örtliche Polizei bringt verletzte Kollegen zur Behandlung ins Waisenhaus.
Auf der Straßenbaustelle vor unserer Tür wird weiter gebaut und so geht die unerträgliche Belastung mit Lärm und Dreck und Gefahren weiter. Durch die Baustelle entstehen immer wieder große Zerstörungen der Landschaft oder angrenzender Häuser und Grundstücke. Im vergangenen Sommer gab es häufig Evakuierungen, auch während der Examina und mit vielen Kranken, wegen Gesteinssprengungen, die Schäden auch an unseren Gebäuden hervorriefen.
Neben dem vom Präsidenten geschenkten Grundstück für die neue Schule konnten wir nach schwierigen Verhandlungen ein weiteres Grundstück für den Neubau des Waisenhauses erwerben. Die Planungen für die Neubauten laufen in Zusammenarbeit mit Günther Stuffler und den Ingenieurstudenten der „Engineers without Borders – Karlsruhe“, die gleich in dieser Versammlung über ihre Arbeit berichten und in zwei Wochen nach Haiti fliegen werden.

Stefan Willeitner und Jörg Wulle berichten von ihren Aufenthalten in Beaumont:
Stefan Willeitner: Am beeindruckendsten war, mit wie wenig die Kinder zu begeistern sind, z.B. war ein Highlight das Basteln von Papier-Sternen, an dem auch junge Männer begeistert teilgenommen haben. Alle sind mit einfachen Dingen zu beeindrucken und die Größeren holen mit einfachen Spielen ein Stück ihrer Kindheit nach, die sie nie hatten.
Die Zusammenarbeit mit den Betreuern, Lehrern usw. ist nicht ganz einfach, teils aus sprachlichen Gründen, obwohl die Verständigung nach der Eingewöhnungszeit sehr gut ging, aber auch wegen der sehr unterschiedlichen Vorstellungen von Genauigkeit, Verantwortung, Mitarbeit und Zuverlässigkeit. Lehrer können z.B. oft selbst nicht richtig schreiben und geben ihre Fehler dann an die Schüler weiter. Bewundernswert ist Anke Brügmanns Geduld, mit der sie immer wieder an Verbesserungen arbeitet.
Jörg Wulle berichtet von Situationen, die für uns in Deutschland fast nicht vorstellbar sind (siehe Bildpräsentation). Im März wurden er und Stefan in Haiti verabschiedet und waren durch die sehr große Dankbarkeit von Kindern und Betreuern überwältigt.

Myriam Decker und Moritz Koschitzky von den Engineers without Borders (EWB) berichten von ihrer Arbeit:
In Port-au-Prince bauten sie eine Zisterne an der Schule MEVA, mit der die Schule mit Trink- und Brauchwasser versorgt wird. Bei uns in Beaumont werden sie im April die Quellfassung und die Wasserleitungen für das Waisenhaus und den gesamten Stadtteil mit geschätzt 5000 Einwohnern optimieren und neu verlegen, um eine ausreichende Wasserversorgung zu garantieren. Zusätzlich werden sie das neue Gelände genau vermessen, um damit die Grundlage für die Neubauten zu schaffen. Die EWB’s bilden vor Ort Leute aus für die Wartung der von ihnen gebauten Anlagen und stellen Anleitungen auch auf Kreol her. Die von den EWB gebauten Anlagen werden langfristig von ihnen betreut. Langfristig werden sie sich auch um die Baumaßnahmen der neuen Schule und der Waisenhausräume kümmern.

4. Bildpräsentation (Dr. Anke Brügmann)
Dr. Anke Brügmann zeigt sehr eindrückliche Fotos zum Leben und Arbeiten in unseren Projekten in Beaumont. Ein Foto etwa zeigt eine 37jährige schwangere Frau, die mit ihrem 9jährigen Sohn und dem Baby ihrer 16jährigen verstorbenen Tochter im Waisenhaus vorsprach, um das sehr unterernährte Baby abzugeben. Anke Brügmann nahm es auf, denn es hätte den zweistündigen Rückweg in das Heimatdorf nicht überlebt. Die Frau ist zum 9. Mal schwanger, viele ihrer Kinder leben nicht mehr, drei ihrer Schwangerschaften waren Zwillingsschwangerschaften, und auch jetzt erwartet sie wieder Zwillinge, wie Anke Brügmann per Ultraschall feststellte. Beeindruckend sind daneben die Fröhlichkeit der Kinder trotz allem und die Schönheit der Landschaften. Es wird aber auch deutlich, wie viel unsägliche Mühen und Arbeit das ganz alltägliche Leben dort bedeuten.

5. Kassenbericht 2014 (Dr. Gerd Brügmann)
Die ausführlichen Kassenberichte finden sich im Anhang an dieses Protokoll.
5 a) Die Einnahmen in 2014 beliefen sich auf ca. 136 000 Euro, demgegenüber beliefen sich die Ausgaben auf ca. 232 000 Euro. Sie bestanden zum allergrößten Teil aus Überweisungen nach Haiti, um die dortige Arbeit zu ermöglichen. Der Fehlbetrag wird dadurch vermindert, dass die Unterstützung der Stadt Walldorf für 2014 durchgeführte Maßnahmen zum Landwirtschaftsprojekt im Januar 2015 eingegangen ist (ca. 40 000 Euro).
Das hoch erscheinende Guthaben des Vereins wird benötigt, um die monatlichen Ausgaben für den laufenden Betrieb von Waisenhaus, Schule und Landwirtschaft zu gewährleisten und die notwendigen Baumaßnahmen zu beginnen. Es wird allerdings notwendig sein, die Einnahmen zu erhöhen, denn die Neubauten sind mit dem vorhandenen Geld nicht finanzierbar. Zusätzlich bestehen durch die sich verschlechternden Umrechnungskurse und die Inflation in Haiti erschwerte Bedingungen, die das noch vorhandene Guthaben schnell schmelzen lassen werden.
Der ausführliche Kassenbericht als PDF-Dokument: Kassenbericht Deutschland 2014

5 b) Kassenbericht Haiti (Dr. Anke Brügmann)
Die Aufschlüsselung der Kasse in Haiti zeigt deutlich, dass weiterhin die Ausgaben für die gesamte Versorgung der Waisenhauskinder sowie die Personalkosten in allen Projektbereichen den größten Teil der Ausgaben ausmachen. Im Mai 2014 bestanden höhere Ausgaben durch den Bau des Hühnerstalls und die Renovierung des Hauses für die externen jungen Mädchen (Kay tiblanc). Die gesamten monatlichen Ausgaben in Höhe von ca. 23 000 Euro sind gegenüber dem Vorjahr nur geringfügig gestiegen. Für die Zukunft ist allerdings zu befürchten, dass durch die bereits erwähnten Verschlechterungen der Kurse der Betrag steigen wird. Einsparungen sind fast nicht mehr möglich, da die Gehälter z.B. nicht mehr gesenkt werden können.
Der ausführliche Kassenbericht als PDF-Dokument: Kassenbericht Haiti 2014

5 c) Bericht Kassenprüfung (Ingrid Bräutigam, Gerhard Hansert)
Berichte und Belege wurden stichprobenhaft geprüft. Die Prüfung ergab keine Beanstandungen. Die Kassenprüfer schlagen daher der Hauptversammlung die Entlastung des Vorstands vor. Der Antrag wurde mit 25 Ja-Stimmen, 0 Nein-Stimmen und 0 Enthaltungen angenommen.

6. Geplante Aktivitäten Deutschland 2015
Aus Zeitgründen entfallen; Termin der Jahreshauptversammlung 2016 ist Samstag, der 5. März 2016.

7. Geplante Aktivitäten Haiti 2015
Aus Zeitgründen entfallen; bereits in den vorherige TOPs angesprochen.

8. Vorstandswahl
Als Wahlleiterin für die Vorstandswahl wird Frau Irmela Fritsch mit 24 Ja-Stimmen und 1 Enthaltung gewählt. Eine geheime Wahl wird von niemandem gewünscht.

Gewählt werden:
1. Vorsitzende: Dr. Anke Brügmann mit 24 Ja-Stimmen, 0 Nein-Stimmen, 1 Enthaltung.
2. Vorsitzende: Sigrid Fridrich mit 24 Ja-Stimmen, 0 Nein-Stimmen, 1 Enthaltung.
Schriftführerin: Ute Arndt mit 24 Ja-Stimmen, 0 Nein-Stimmen, 1 Enthaltung.
Kassierer: Dr. Gerd Brügmann mit 24 Ja-Stimmen, 0 Nein-Stimmen, 1 Enthaltung.

Auf Antrag wurden die Beisitzer auf einmal gewählt.
Beisitzer: Georg Lehmann, Stefan Willeitner, Lutz Diedrichs und Jörg Wulle mit 23 Ja-Stimmen bei 2 Enthaltungen.

Als neue Kassenprüfer für den Kassenbericht 2015 wurden Ingrid Bräutigam und Gerhard Hansert mit 20 Ja-Stimmen bei 3 Enthaltungen gewählt. Alle Gewählten nehmen die Wahl an.

9. Verschiedenes
Sigrid Fridrich verweist auf die Homepage des Vereins, auf der immer wieder Aktuelles eingestellt wird.
Für Rundbriefe wäre es gut, wenn möglichst viele Mitglieder ihre Mailadresse angeben. Gefragt wurde nach den ungefähren Kosten für den Neubau. Es wird Kostenvoranschläge für jeden einzelnen Bauabschnitt geben, da die Preise in Haiti stark schwanken. Gebaut wird nur, wenn das notwendige Geld für einen Bauabschnitt beisammen ist, nicht auf Pump. Es wurden verschiedene Firmen vorgeschlagen, die wegen Sachspenden angesprochen werden könnten. Sobald eine konkrete Materialliste vorhanden ist, werden wir auf die entsprechenden Firmen zugehen.
Frau Fridrich dankt allen für ihr Kommen und weist auf die nächste Mitgliederversammlung hin. Sie findet am 5. März 2016 statt. Der Raum wird noch bekanntgegeben, weil zu diesem Zeitpunkt das evang. Gemeindehaus saniert wird.

Dr. Anke Brügmann, 1. Vorsitzende
Ute Arndt, Protokollführerin

Stefan Willeitner aus dem Vorstand verbringt einen Teil seines Sabbatjahres in Haiti. Er kann vor Ort seine beruflichen Erfahrungen als Sonderschullehrer nutzen und übernimmt wichtige Aufgaben in der Projektleitung. Das Grundstück für den Neubau von Schule und Waisenhaus ist schwierig zu bebauen. Wir freuen uns sehr, dass die „Engineers Without Borders“, eine junge Gruppe angehender Bauingenieure aus dem Karlsruher Institut für Technologie, uns vor Ort unterstützen wird. Günther Stuffler, Architekt und ehemaliges Vorstandsmitglied, hilft ebenfalls ehrenamtlich bei der Bauplanung. An unserer Schule hat wieder einmal die komplette Abschlussklasse die staatlichen Prüfungen bestanden. Daher war der Ansturm bei den Neueinschreibungen groß, alle wollen einen Platz in der Men-kontre-Schule, die derzeit 265 Schüler hat.

Rundbrief und Einladung zur Jahreshauptversammlung am 14. März 2015 in Wolfach

Liebe Freunde, Mitglieder, Paten und Spender,

wir möchten Sie hiermit ganz herzlich zu unserer Jahreshauptversammlung einladen,
am Samstag, 14. März 2015 um 17 Uhr im evangelischen Gemeindehaus in Wolfach.
Diesmal ist es besonders wichtig für uns, dass sich viele Mitglieder an der Versammlung beteiligen, weil wir für 2015 viel vorhaben. Stefan Willeitner wird aus Haiti zurück sein und über seine Eindrücke berichten, und wir hoffen, dass auch ein Vertreter der „Engineers Without Borders“, eine junge Gruppe von angehenden Bauingenieuren aus dem Karlsruher Institut für Technologie, mit dabei sein kann. Das Protokoll der Versammlung können Sie anschließend bei uns anfordern oder im Internet nachlesen.

Bereits ab 16.30 Uhr werden Bilder gezeigt werden, die sonst während der Sitzung nie genug Raum finden.

Die Tagesordnung:

1. Begrüßung

2. Jahresbericht Deutschland 2014

3. Jahresbericht Haiti 2014

4. Kurze Bildpräsentation

5. Kassenbericht 2014

6. Geplante Aktivitäten Deutschland 2015

7. Geplante Aktivitäten Haiti 2015

8. Vorstandswahl

9. Verschiedenes

Zusammen mit diesem Rundbrief erhalten Sie die Spendenbescheinigungen. Teilen Sie uns mit, falls etwas fehlt. Manchmal sind die Spenden auf den Kontoauszügen nicht eindeutig zuzuordnen, da hilft uns eine Rückmeldung. Einfache Briefe während des Jahres verschicken wir gerne kostensparend als E-Mail. Vielleicht können wir Ihre Mailadresse noch ergänzen, sie wird vertraulich behandelt. Die Rundbriefe kommen etwa zwei Mal im Jahr und enthalten nur Informationen.

Vorstandsvorsitzende Anke Brügmann und Vorstandsmitglied Stefan Willeitner vor Ort in Haiti
Auch im vergangenen Jahr war ich vier Mal in Haiti, und auch diesmal waren es zusammen fast sieben Monate. Im Mai war Herr Alfred Barkow vom SES wieder dabei, um das Landwirtschaftsprojekt zu betreuen. Im Oktober ist Stefan Willeitner aus dem Vorstand mit eingereist, der einen Teil seines Sabbatjahres in Haiti verbringt und erst zur Hauptversammlung wieder zurückkehren wird. Neben seiner beruflichen Erfahrung als Sonderschullehrer kann er auch wichtige Aufgaben in der Projektleitung übernehmen. Diese kompetente Präsenz vor Ort ist sehr wichtig für uns.
Die politische Lage ist nicht immer ganz einfach in Haiti. Während ich dies schreibe, wird mir wieder von Demonstrationen berichtet. Es wird ein Regierungswechsel gefordert. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Lage stabilisiert. Für uns als internationale Hilfsorganisation ist politische Neutralität wichtig.

Viele Probleme durch die große Trockenheit
Besonders schwierig war dieses Jahr durch die große Trockenheit. Die Frühjahrsregenzeit ist praktisch ausgefallen. Viele Quellen sind versiegt. Oft konnten wir kaum genug Trinkwasser auftreiben. Mit Körperhygiene und Waschwasser musste gespart werden. Für Landwirtschaft und Viehzucht war kaum etwas übrig. Oft mussten wir das Wasser mit dem Auto von weit herholen. Im letzten Herbst hat die Regenzeit wieder eingesetzt, aber längst nicht so ergiebig wie es notwendig gewesen wäre. Leider sind dauerhafte Klimaänderungen zu befürchten.
Dadurch hat auch unsere Landwirtschaft sehr gelitten. Ein Teil der Ernte wurde vernichtet und vieles konnte erst gar nicht angepflanzt werden. Weil es nicht genug Futter und Trinkwasser gab, musste eher Vieh verkauft werden, als dass wir unseren Bestand erweitern konnten. Jetzt haben wir Pläne, Kühe, Schafe und Ziegen verbesserter Rassen dazuzukaufen. Dieses Jahr haben wir einen neuen Hühnerstall mit Hühnerhof gebaut, denn bisher haben sich unsere Hühner immer an den Epidemien in der Umgebung angesteckt und müssen nun ganz getrennt gehalten werden. Trotz aller Probleme liefert die Landwirtschaft jetzt regelmäßig Lebensmittel an das Waisenhaus. Es ist noch kein großer Beitrag, aber es gelingt viel besser, den Bedarf an Frischprodukten wie Obst und Gemüse zu decken, wenn gerade nichts auf dem Markt ist. Für die Weiterverarbeitung warten wir dringend auf die freiwerdenden Räume im jetzigen Waisenhaus. Leider ist es uns nicht gelungen, wie geplant, einen deutschen Entwicklungshelfer für das Projekt zu bekommen. Dennoch gibt sich unser haitianischer Landwirtschaftstechniker mit seinem Team viel Mühe, das Projekt voranzubringen. Neue Impulse kommen immer wieder von unserem SES-Mitarbeiter Alfred Barkow.

Alle Schüler der Abschlussklasse bestehen die staatlichen Prüfungen
In unserer Schule hat wieder einmal die komplette Abschlussklasse die staatlichen Prüfungen bestanden. Daher war der Ansturm bei den Neueinschreibungen groß, obwohl wir darauf hinweisen mussten, dass unter schwierigen Bedingungen unterrichtet werden muss, mehrfacher Standortwechsel, Baustellenlärm, Unterricht im Zelt oder in angemieteten provisorischen Räumen wurde angesagt, aber das hat niemanden abgeschreckt: Hauptsache ein Platz in der Men-kontre-Schule. Viele wurden abgelehnt, aber dennoch haben wir zur Zeit 265 Schüler. Auch dieses Jahr müssen wieder neue Lehrer eingearbeitet werden. Solange ich in Haiti bin, gibt es jeden Mittwoch Fortbildungen.
Ein gesellschaftliches Problem, nicht nur an unserer Schule, sind Kinderschwangerschaften. Immer wieder werden Mädchen zwischen 14 und 16 schwanger. In anderen Schulen werden diese Kinder von der Schule verwiesen und öffentlich verspottet, während sich die meist erwachsenen Väter der Babys nicht verantworten müssen. Wir haben uns in der letzten Zeit sehr dafür eingesetzt, dass diese Kinder weiter zur Schule gehen können, arbeiten aber auch an der Aufklärung der Schüler und Eltern.

75 Kinder und Jugendliche im Waisenhaus – Neubau soll beengte Wohnsituation verbessern
Im Waisenhaus betreuen wir weiter 75 Kinder und Jugendliche in 6 internen und 3 externen Wohngruppen. Einige besonders gute Schüler sind zum Schulbesuch in einer anderen Stadt untergebracht. die Gruppe der großen Jungs wohnt sehr zusammengepfercht in angemieteten Räumen in unserer Kleinstadt Beaumont. Für die großen Mädchen haben wir letztes Jahr ein Haus in unserer Nachbarschaft umgebaut, das uns bereits gehörte. Es ist sehr wichtig, dass die Großen etwas abseits vom Waisenhausbetrieb mit etwas anderen Regeln und mehr Selbstverantwortung leben können. Dennoch treffen sich oft alle im Waisenhaus, zum Essen, zum Feiern, zum Lernen oder in den Ferien. Alle Jüngeren wohnen direkt im Waisenhaus. Jeweils 8 – 9 Kinder bilden eine Gruppe. Alles ist im Moment noch sehr eng, aber wir freuen uns auf den Neubau, wenn wir das Leben in den Gruppen familiärer gestalten können.
Unser Sozialhilfeprogramm muss leider etwas reduziert werden. Dennoch bekommen weiterhin 70 bedürftige alte und kranke Menschen Lebensmittelpakete und unsere Sozialwohnungen sind alle belegt. Ich würde mir sehr wünschen, dass dieses Projekt trotz der schwierigen finanziellen Lage nicht ganz aufgegeben werden muss.
Inzwischen haben wir die Baustelle für die neue Nationalstraße praktisch vor der Haustür. Besonders schlimm war es im Sommer, als immer wieder Sprengungen durchgeführt wurden. Jedes Mal wurde unsere ganze Institution aufwändig ohne Vorwarnung evakuiert, obwohl ich wegen einer Epidemie immer Kinder mit hohem Fieber hatte. Unsere Gebäude wurden mehrfach durch herumfliegende Geröllbrocken beschädigt. Die Lehrer klagen, dass der Lärm den Unterricht beeinträchtigt.

Schwierige Verhandlungen bei Landkauf für Neubau von Schule und Waisenhaus – Junge Karlsruher Ingenieure übernehmen Bauaufsicht
Im Frühjahr ist es uns gelungen, nach sehr schwierigen Verhandlungen Land dazuzukaufen, das wir für den Umzug mit Waisenhaus und Schule brauchen. In letzter Minute hatte der Besitzer eines Nachbargrundstückes einen Rückzieher gemacht, deswegen mussten wir auf die andere, unwegsamere Seite ausweichen. Inzwischen sind wir bei den Vorbereitungen für die Bauarbeiten. Mit Hilfe unserer großen Jugendlichen haben wir das Gelände provisorisch eingezäunt, angefangen, Geröll aufzuschichten und Gebäudegrenzen mit Schnüren abzustecken.
Günther Stuffler, Architekt und ehemaliges Vorstandsmitglied, unterstützt uns ehrenamtlich bei der Bauplanung. Das wichtigste ist, dass wir eine Lösung für die Bauaufsicht gefunden haben. Wir freuen uns sehr, dass die „Engineers Without Borders“, eine junge Gruppe von angehenden Bauingenieuren aus dem Karlsruher Institut für Technologie, sich entschlossen hat, mit uns zusammen zu arbeiten. Die Ingenieure haben bereits im letzten Sommer ein Projekt in Haiti abgeschlossen. Danach haben sie uns in Beaumont besucht, und dabei fiel ganz schnell die Entscheidung, dass wir das Folgeprojekt sein werden.
Nun soll in sechs Phasen gebaut werden. Die erste Bauphase wird die schwierigste sein, denn da geht es um Wasser und Abwasser. Im Frühjahr wird ein Team der Engineers Without Borders nach Beaumont reisen. Im Rahmen der Bauarbeiten sollen auch wieder Container nach Haiti geschickt werden. Bauholz soll mit Hilfe der Zimmerei Sindlinger in Esslingen vorgefertigt verschickt werden, um die Abholzung vor Ort nicht zu unterstützen.

Erstmals Sorgen um Finanzierung der verschiedenen Projekte – Preissteigerungen in Haiti
Dieses Jahr machen wir uns zum ersten Mal ernsthaft Sorgen um die Finanzierung unserer Projekte. In Haiti wird alles teurer. Jedes Jahr sind Steigerungen der Aufwendungen für Gehälter und Lebenshaltungskosten unvermeidlich, auch ohne den Umfang unserer Aktivitäten zu erhöhen. In Deutschland haben wir zwar keinen Einbruch bei den Spenden aber sie werden durch andere internationale Brennpunkte eher weniger. Zum Teil mussten wir Rücklagen zur Deckung unserer laufenden Kosten einsetzen. Darüber hinaus müssen wir den Neubau finanzieren. Durch ehrenamtliche Bauaufsicht und Materialspenden versuchen wir, die Kosten möglichst niedrig zu halten, aber es ist dennoch eine riesige Investition. Wir brauchen viel Unterstützung in dieser schwierigen Situation.
Wir möchten uns bei allen Spendern und Helfern ganz herzlich bedanken. Oft halten sie seit vielen Jahren zu uns, aber wir haben auch wieder viele neue Interessenten dazu gewonnen. Viele von Ihnen haben Veranstaltungen organisiert, Material gesammelt oder einfach immer wieder gespendet. Ganz besonders möchte ich den vielen Schülern danken, die sich immer wieder etwas einfallen lassen, um unsere Schulkantine zu finanzieren.
Wir freuen uns auch stets über Helfer für die Arbeit in Deutschland oder Haiti aus den verschiedensten Berufsgruppen. Überlegen Sie sich, ob Sie aktiv etwas mit einbringen können.
Über unsere Homepage können sie sich ständig über Neues informieren. Bitte melden Sie sich, wenn Sie Fragen oder Anregungen haben. Wir freuen uns über jedes persönliche Gespräch.

Herzliche Grüße,

Anke Brügmann

Der Vorstand (v.l.): Ute Arndt (Schriftführerin), Stefan Willeitner (Beisitzer), Georg Lehmann (Beisitzer), Dr. Gerd Brügmann (Kassenwart), Sigrid Fridrich (2. Vorsitzende), Dr. Anke Brügmann (Vorsitzende)

Protokoll der Jahreshauptversammlung 2014

Protokoll der Jahreshauptversammlung 2014 des Vereins Pwojè men kontre Haiti-Deutschland e.V.
in Wolfach am Samstag, dem 29. März 2014 um 17 Uhr im evangelischen Gemeindehaus Wolfach, Vorstadtstr. 22

Die Einladung der Mitglieder erfolgte fristgerecht.

TAGESORDNUNG:
1. Begrüßung
2. Jahresbericht Deutschland 2013
3. Jahresbericht Haiti 2013
4. Kurze Bildpräsentation
5. Kassenbericht 2013
6. Geplante Aktivitäten Deutschland 2014
7. Geplante Aktivitäten Haiti 2014
8. Vorstandswahl
9. Verschiedenes

1. Begrüßung (Sigrid Fridrich)
Sigrid Fridrich eröffnet die Jahreshauptversammlung, begrüßt die Anwesenden und dankt für deren Unterstützung. Ein besonderer Dank gilt der evangelischen Kirchengemeinde Wolfach für das unentgeltliche zur Verfügung Stellen des Gemeindesaals.
Von der Stadt Wolfach ist Herr Hans-Joachim Haller anwesend, der auch Mitglied in unserem Verein ist. Er spricht ein Grußwort als Vertreter des Bürgermeisters und des Gemeinderates von Wolfach. Es sind 26 Mitglieder und 7 Interessierte gekommen.
(Anmerkung: zum Zeitpunkt der Wahlen TOP 8 waren nur noch 25 Vereinsmitglieder anwesend.)
Als Protokollführerin wird einstimmig Ute Arndt gewählt, die die Wahl annimmt (siehe Wahlprotokolle).
Das Sitzungsprotokoll und der Kassenbericht werden auf der Homepage des Vereins veröffentlicht. Ebenfalls auf der Homepage ist ein neues Faltblatt zu finden, das noch nicht gedruckt vorliegt.

2. Jahresbericht Deutschland 2013 (Ute Arndt)
In unserem Verein geht die Arbeit in bewährter Art weiter. Es gab vier ganztägige Vorstandssitzungen, wie immer viel Arbeit für das Patenteam, und nicht zu vergessen den Kassenwart.
Erfreulich ist, dass es auch im vergangenen Jahr einen Mitgliederzuwachs gab, so dass wir jetzt auf 320 Mitglieder zählen können. Besonders wichtig sind die Mitglieder für die Kontinuität des Vereins, denn ich Beaumont muss ja der Alltagsbetrieb mit allen Kosten gewährleistet sein.
Darüber hinaus setzen sich viele Mitglieder und Spender mit verschiedensten Aktionen immer wieder für Pwojè men kontre ein: bei Festen, auf Märkten, durch Konzerte, Sportveranstaltungen, in Firmen usw. – Beispielhaft erwähnt werden Josine Pohl, die viele Aktionen im Raum Walldorf ermöglicht (Stadt Walldorf mit Landwirtschaftsprojekt/ Druckerei, die Material für die Schule druckt/ verschiedene Spendenaktionen). Ebenso anwesend ist Stefan Oexle, der sich mit der Spende und dem Aufbau der Photovoltaik-Anlage in Beaumont und Veranstaltungen in Weingarten einbringt. Ihnen und allen Spendern gilt ein ganz großes Danke!
Der Dank geht ebenso an die vielen Schulen, die uns zum Teil bereits über lange Jahre die Treue halten. Dafür stehen z.B. die Schulen in der Region Wolfach, aber auch in Wallerfangen im Saarland, in Detmold und über ganz Deutschland verteilt
Für die Schulen hat Kathrin Brügmann-Straub eine Urkundenaktion ins Leben gerufen. Dazu muss dem Verein natürlich die Zuordnung der Spenden zu den einzelnen Schulen und Klassen bekannt sein.
Es ist beeindruckend zu sehen, wie sich immer wieder Menschen dafür begeistern lassen, den Einsatz von Anke Brügmann und der Mitarbeiter in Beaumont zu unterstützen.
Dazu tragen vor allem Anke Brügmanns Vorträge bei, in denen sie von der Situation in Haiti berichtet. Einen Einblick in solch einen Vortrag bekommen wir gleich bei dem Bericht zu Haiti.

3. Jahresbericht Haiti 2013 (Dr. Anke Brügmann)
Im vergangenen Jahr verbrachte Dr. Anke Brügmann sieben Monate in Haiti. Bereits Anfang April 2014 macht sie sich wieder auf die Reise.
Wie bereits vor einem Jahr berichtet, waren im Januar 2013 zwei Zahnärzte mit in Beaumont und behandelten die Kinder. Im Juli 2013 wurde Anke Brügmann von Stefan Oexle und Suso Engelhardt begleitet, die die Photovoltaik-Anlage in Beaumont installierten und damit eine durchgängigere Versorgung von Waisenhaus und Schule mit Strom ermöglichen. Ebenfalls im Juli 2013 war Alfred Barkow vom SES vor Ort und betreute die Landwirtschaft wieder professionell. Von Oktober 2013 bis Januar 2014 unterrichtete die Lehrerin im Sabbatjahr Jessica Franken in der Schule von Pwojè men kontre mit, betrieb Lehrerfortbildung, sorgte für die Förderung schwacher Schüler und brachte sich an vielen Stellen ein.
Die Planungsunsicherheit betr. des Neubaus der Nationalstraße blockierte uns bis jetzt in allen weiteren Planungen und Investitionen. Nun ist klar, dass die Straße direkt vor dem Waisenhaus und der Schule entlanggeführt wird. Die Baufahrzeuge beeinträchtigen bereits jetzt den Schulweg der auswärtigen Schüler, aber Anke Brügmann ist es gelungen, zusammen mit Vertretern der Stadt Beaumont, der Kirche und der Baufirmen wenigstens eine Regelung zur momentanen Schulwegsicherung zu finden.
Bereits jetzt sind die Veränderungen zu spüren, die die ausgebaute Straße für unser Stadtviertel bringen wird. Außer der großen Belastung mit Lärm und Staub entstehen Tankstellen, Lotteriebuden u.a. im Gefolge der Nationalstraße. Auch der Brunnen des Viertels wird durch den Straßenbau zerstört werden und es muss für die Wasserversorgung des ganzen Viertels Nan Ginen eine neue Lösung gefunden werden.
Waisenhaus und Schule sind sehr beengt, es fehlen Räume, oft müssen sich zwei Kinder ein Bett teilen, für Gäste und die medizinische Ambulanz gibt es viel zu wenig Platz. Auch für die Maschinen zur Weiterverarbeitung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse reicht der Platz nicht aus. Baumaßnahmen sind also unabdingbar.
Der geplante Erwerb von Gelände zum Neubau des Waisenhauses hat trotz intensiver Bemühungen leider nicht geklappt (das erfuhren wir vor 3 Tagen) und wir suchen nach neuen Möglichkeiten. Das vom Präsidenten erhaltene Grundstück für die Schule muss ab diesem Jahr genutzt werden.
Im Verlauf des letzten Jahres wurden verschiedene Bau- und Renovierungsarbeiten im Waisenhaus durchgeführt: Klärgruben wurden ausgehoben, Toiletten gebaut, die Zisternen für die Regenwassernutzung erneuert und auch für Duschen nutzbar gemacht, Möbel repariert, Gelände eingezäunt und ummauert (gegen die Zunahme von Diebstählen) und die Wasserleitung stellenweise erneuert.
Die Betreuung der Waisenhauskinder wurde im letzten Sommer umorganisiert. Es gibt jetzt besser ausgebildete Betreuer im Schichtdienst, dadurch funktioniert vieles besser. In jeder Gruppe sind 8-9 Kinder oder Jugendliche, davon sind 6 Gruppen bei uns untergebracht, die großen Jungen in Beaumont, die großen Mädchen in einer Gruppe in unserer Nähe und die Schüler des Gymnasiums in Camp Perrin. Im Waisenhaus leben weiterhin 75 Kinder; wenn Jugendliche das Waisenhaus verlassen, werden umgehend Kinder aus Notsituationen oder von der Warteliste aufgenommen. So wurde z.B. ein elternloser misshandelter Junge aus einem Dienstbotenverhältnis aufgenommen, ein Kleinkind, das wegen Vernachlässigung fast gestorben wäre und das Baby einer schwerkranken Mutter. Die vier Großen haben ihre Ausbildung abgeschlossen und sind bei uns angestellt als Bäcker, Klempner und in der Landwirtschaft. Sie leben extern und unterhalten sich selbständig.
Die Menkontre-Schule gilt als beste Primarschule in der Region und ist sehr anerkannt. Unsere Schüler haben zu 100% die staatliche Abschlussprüfung bestanden, was in Haiti eine Seltenheit ist. Examensarbeiten von uns dienen inzwischen als Vorbild für staatliche Prüfungen. Die Schule erhielt eine Ausnahmegenehmigung für die Öffnung der Schule bereits im September. In 8 Klassen und 3 Vorschulgruppen werden insgesamt 245 Schüler unterrichtet. Dabei bereitet uns immer wieder der Lehrermangel Sorge. Durch Fortbildungen versuchen wir, unsere Lehrer besser auszubilden. Dabei und auch in den Klassen war Jessica Franken eine sehr große Hilfe.
In der der Landwirtschaft haben wir inzwischen mit Lesseul Jean einen Agrartechniker, der sich sehr einbringt und die anderen Angestellten und die Jugendlichen sehr gut motivieren kann. Dadurch sind die Felder jetzt sehr gut bestellt und die Ernten dürften gut ausfallen.
Das Sozialhilfeprojekt unseres Vereins betreut weiterhin 81 Menschen, die in den Sozialwohnungen leben. Dazu erhalten 84 alte und kranke Menschen jeden Donnerstag ein Lebensmittelpaket, ohne das sie nicht überleben könnten.
Die medizinische Versorgung durch uns hat in letzter Zeit sehr zugenommen, da das Krankenhaus Beaumont vom Träger aufgegeben wurde und zur Zeit leer steht. Notfälle, Unfälle und Cholerakranke werden nun also zu Menkontre gebracht und durch Dr. Anke Brügmann behandelt.

4. Kurze Bildpräsentation (Dr. Anke Brügmann)
Die Fotos geben uns einen kleinen Einblick in das Leben in Beaumont und die immense Arbeit, die dort von Dr. Anke Brügmann und den Mitarbeitern geleistet wird. Schön zu sehen ist dabei, dass die Kinder einen sehr fröhlichen Eindruck machen trotz der zum Teil sehr bedrückenden Schicksale und schwierigen Lebensumstände.
Die Gruppen im Waisenhaus haben sich selbst Namen gegeben. So gibt es eine Bienengruppe, eine Löwengruppe, Turteltauben und die Eichhörnchen: das sind die großen Jungen und „Eichhörnchen“ sind der Inbegriff der Exotik! Im Sommer gab es Ausflüge an den Riviere Glace oder den Strand bei Jeremie. Auch wird den Kinder ermöglicht, Verwandten in abgelegenen Dörfern zu besuchen.
In einem neuntägigen Seminar wurden neue Betreuer ausgebildet in den Bereichen Sicherheit, Betreuung organisieren, Umgang mit Geld, Anleitung zum Spielen, Haushaltstätigkeiten wie Bett beziehen und Tisch decken, Erste Hilfe. 27 Personen besuchten das Seminar, am Ende wurde ein Examen geschrieben und 18 Betreuer eingestellt. Auch unsere bisherigen Betreuer haben teilgenommen, obwohl sie z.T. Analphabeten sind.
Der Container wurde aufgestellt und ausgeladen; alle mitgelieferten Dinge wurden dringend gebraucht und jetzt gibt es auch ein Ultraschallgerät. Die verschiedenen Mülltonnen werden mithilfe entsprechender Kennzeichnung dazu genutzt, Mülltrennung in Waisenhaus und Schule zu lernen.

5. Kassenbericht 2013
Die ausführlichen Kassenberichte finden sich im Anhang an dieses Protokoll.
a) Kassenbericht Deutschland (Dr. Gerd Brügmann)
Die Einnahmen in 2013 beliefen sich auf ca. 158 000 €, die Ausgaben bestanden zum größten Teil aus Überweisungen nach Haiti, Einkauf von Material für Haiti sowie der Finanzierung des Containers.
Die hoch erscheinenden Rücklagen des Vereins sind durch den momentanen Investitionsstau entstanden und für die dringend nötigen Bau- und Sanierungsmaßnahmen fest verplant.
Die in Deutschland entstandenen Ausgaben (Lagermiete in Schapbach/ Büro/ Internet) von 1% sind sehr klein und bestärken uns darin, weiterhin ehrenamtlich zu arbeiten, damit die Gelder nach Haiti fließen können.
Die genauen Zahlen entnehmen Sie bitte dem detaillierten Kassenbericht.

b) Kassenbericht Haiti (Dr. Anke Brügmann)
Die Aufschlüsselung der Kasse in Haiti zeigt deutlich, dass weiterhin die Ausgaben für die gesamte Versorgung der Waisenhauskinder sowie die Personalkosten in allen Projektbereichen den größten Teil der Ausgaben ausmachen.
Zusammenfassung nach Projektgruppen (Beträge in $Ht; ca.10 $Ht = 1 Euro)

 

Gesundheit

16321 $ht

1%

Verw.+Logistik

165776 $ht

7%

Landw.+Weiterv.

189555 $ht

8%

Schule

332793,5 $ht

13%

Hilfe extern

370879 $ht

15%

Gehälter

606441,5 $ht

25%

Waisenkinder

783597,55 $ht

32%

ges.

2465363,55 $ht

100%

(Kurse und Währungen zur Orientierung: 1 Euro = etwa 1,3 $US/1 $ US = 8 $Ht im letzten Jahr ziemlich stabil/1 $ Ht = 5 Gourdes (offizielle Landeswährung, im Alltag kaum benutzt)/zur Schätzung ausreichend: 10 $Ht = 1 Euro)

Schätzung: Rechnet man Verluste bei Überweisungen und Währungstausch hinzu, brauchen wir 28000 US oder 21500 Euro im Monat. Die im Vergleich zum letzten Jahr 27% Mehrausgaben sind bedingt durch insgesamt gestiegene Kosten sowie jährlichen Gehaltserhöhungen von 10% und mehr Personal.
Pro Monat betragen die Gehälter umgerechnet ca. 6000 E; das ist zwar ein großer Betrag, doch werden davon 65 Angestellte bezahlt, die damit ihren Lebensunterhalt bestreiten. Pwojè men kontre ist der größte Arbeitgeber in der Region Beaumont vor allem auch für Frauen.
Genauere Zahlen entnehmen Sie bitte dem detaillierten Kassenbericht.

c) Bericht Kassenprüfung (Ingrid Bräutigam)
Die Kasse wurde sehr sorgfältig von Ingrid Bräutigam und Gerhard Hansert geprüft. Es lagen neben den Kassenberichten die Kontoauszüge sowie Quittungen und Rechnungsbelege aus Deutschland und Haiti vor. Die Stichproben ergaben keine Beanstandungen. Daher wurde die Entlastung des Vorstandes vorgeschlagen, diese wurde von der Versammlung einstimmig bei Enthaltung des Vorstandes angenommen.

6. Geplante Aktivitäten Deutschland 2014 (Ute Arndt)
An konkreten Veranstaltungen wird es am 27.09.2014 einen Herbstmarkt zugunsten des Vereins in Lahr geben, der wie jedes Jahr von Mitgliedern dort sehr engagiert durchgeführt wird.
Am 31.5.14 gibt es in der Kapelle St. Roman ein Konzert mit romantischer Kammermusik mit Mitgliedern des Weltärzteorchesters.
Für die Vorbereitung dieses Konzerts wäre es schön, wenn sich noch Helfer hier aus der Region finden ließen, da Anke Brügmann im April und Mai wieder in Haiti ist, die Mitwirkenden aus NRW kommen und im Moment noch in Japan unterwegs sind.
Auch für andere ehrenamtliche Mitarbeit wäre es schön, wenn sich noch Helfer fänden. Gerne können sie mich oder uns ansprechen, wenn Sie etwas tun möchten.
Im Januar 2015 werden die Spendenquittungen verschickt.
Ein wichtiger Termin zum Vormerken ist die nächste Jahreshauptversammlung am 15.3.2015 um 17 Uhr in Wolfach.

7. Geplante Aktivitäten Haiti 2014 (Stefan Willeitner)
Anke Brügmann wird wie immer vier Reisen im Jahr nach Haiti unternehmen, die nächste in 3 Tagen. Der Landwirtschaftsexperte Alfred Barkow vom SES kommt wieder direkt nach Ostern für einen Monat nach Beaumont und Stefan Willeitner wird als Lehrer mit Sonderpädagogik ab dem Herbst für einige Monate in Waisenhaus und Schule mitarbeiten. Weitere ehrenamtliche Helfer sind willkommen.
Baumaßnahmen am jetzigen Standort werden die Wasserversorgung betreffen sobald klar ist, was die Straße von der öffentlichen Anlage kaputt macht. Es bestehen Kontakte zu einer deutschen Firma betr. Spende einer Wasseraufbereitungsanlage.
Weitere Reparaturen an der bestehenden Anlage sind vorgesehen, auch zur Auslagerung der großen Mädchen.
Die Bebauung des Präsidentengrundstücks muss jetzt neu geplant werden, da das Ergänzungsgrundstück nicht zur Verfügung steht. Was genau dorthin ausgelagert werden kann, müssen die ersten Sitzungen nach der Bestandaufnahme im April ergeben, da die neuen Informationen erst drei Tage alt sind.
Die Zukunft der Schule hängt vom Straßenbau ab. Mit etwas Glück fällt die Hauptbauphase in die Sommerferien. Wir setzen weiterhin auf Lehrerweiterbildung und gute Zusammenarbeit mit dem Erziehungsministerium. Die Anwesenheit von Stefan Willeitner ist noch mal ein sehr wichtiger pädagogischer Impuls.
Im Waisenhaus und Schülerwohnheim bleibt es bei einer Kapazität von 75 Kindern und Jugendlichen. Darüber hinaus nehmen wir Kinder nur bei Lebensgefahr auf. Junge Erwachsene, die ausscheiden werden wieder durch kleinere Kinder ersetzt, vorzugsweise durch Kinder aus dem Patenschaftsprogramm, die auf der Warteliste stehen. Die Ausbildung des Personals wird fortgesetzt. Der nächste Seminartag ist am kommenden Freitag, unmittelbar nach der Ankunft von Anke in Beaumont.
Für die Zukunft ist es vor allem wichtig, die Unterbringung der Wohngruppen auseinanderzuziehen, um das Zusammenlebe familiärer zu gestalten.
Im Moment haben unsere großen Jugendlichen im Waisenhaus sehr gute Schulerfolge, wir möchten ihnen daher überwiegend eine Fortsetzung der weiterführenden Schule ermöglichen. Einige sind auf dem Weg zum Abitur.
Die Sozialhilfe, d.h. Lebensmittelverteilungen, Sozialwohnungen und Notlagenhilfe werden auf etwa demselben Niveau fortgesetzt. Auslaufende Patenschaften außerhalb des Waisenhauses werden nicht mehr ersetzt, da das Sozialhilfeprogramm Notfälle auffängt.
Im Bereich Landwirtschaft und Weiterverarbeitung erfolgt ein weiterer Ausbau der Lebensmittelproduktion für den Eigenbedarf und für die Weiterverarbeitung. Ein Programm zur Integration der Bevölkerung in die landwirtschaftliche Produktion ist geplant, damit wir für die Weiterverarbeitung landwirtschaftlicher Produkte größere Mengen erhalten (Maniok, Erdnüsse, Früchte) und die Maschinen ausgelastet werden. Auch sollen umweltverträgliche Anbaumethoden vermittelt werden (keine Brandrodung/Erosionsschutz/ Pflanzung von Bäumen).
Der Ausbau der Weiterverarbeitung, vor allem der Speiseölproduktion ist geplant. Weitere Produktionszweige sind vor allem vom Platz abhängig. Wir hoffen auf freiwerdende Räume im der alten Anlage. Beim AGEH läuft ein Antrag auf Entwicklungshelfer für 3 Jahre für diesen Bereich.

8. Vorstandswahl
Zunächst wird Günther Stuffler, der nicht mehr kandidieren wird, einstimmig als Wahlleiter gewählt. Bei keinem Wahlgang wird eine geheime Wahl gewünscht (Zustimmung aller).
Aus dem bisherigen Vorstand kandidieren einige nicht mehr wegen zu hoher zeitlicher Belastungen in ihren Berufen. Sie stehen dem Verein aber weiterhin mit Rat und Tat projektbezogen zur Seite.
Nach der Vorstellung der Kandidaten werden die Wahlen durchgeführt. Der erste und zweite Vorsitzende, die Schriftführerin und der Kassenwart werden einzeln gewählt, die Beisitzer gemeinsam. Die Wahlen wurden ordnungsgemäß durchgeführt. In den Vorstand gewählt wurden:

1. Vorsitzende: Dr. Anke Brügmann, Ärztin, Roman 1b, 77709 Wolfach
2. Vorsitzende: Sigrid Fridrich, Rechtsanwältin, Zehntscheuerweg 5, 72070 Tübingen
Kassenwart: Dr. Gerd Brügmann, Chemiker, Taubenstr. 32, 72108 Rottenburg a.N.
Schriftführerin: Ute Arndt, Musiklehrerin, Bahnhofstr. 4, 64404 Bickenbach
Beisitzer: Georg Lehmann, Zimmermann, Wilhelm-Homburger-Str. 2, 77776 Schapbach; Stefan Willeitner, Lehrer, Lupinenweg 6, 74629 Pfedelbach

Genaue Angaben zu den Wahlen finden sich im gesonderten Wahlprotokoll, das dem Original des Protokolls der JHV angeheftet ist.
Die Kassenprüfer Ingrid Bräutigam und Gerhard Hansert werden wiedergewählt.
Alle Gewählten nehmen die Wahl an.
Anke Brügmann dankt dem gesamten Vorstand für die im vergangenen Jahr geleistete Arbeit. Die ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder erhalten als kleinen Dank fairen Kaffee (eigentlich sollte es haitianischer sein, doch seit dem Erdbeben ist kein haitianischer Kaffee mehr zu erhalten).

9. Verschiedenes
Es gibt einige Hinweise von Christa Seck vom Patenschaftsteam. Der Weg der Patenbriefe ist durch die Übersetzungen und die Weiterleitungsmöglichkeiten nur über Anke (es gibt in Haiti keine funktionierende Post) recht mühsam, trotzdem freuen sich die Kinder sehr über die Kontakte und daher wäre es schön, wenn wieder mehr Paten Briefe mitschicken würden.
Josine Pohl hat Anregungen für die Arbeit in Deutschland.
Auch Herr Haller unterstreicht den Aufruf zu projektbezogener Mitarbeit.
Kathrin Brügmann-Straub bittet Schulen, ihre Aktionen bei ihr zu melden, dann werden sie auf unsere Homepage gestellt und die Urkunden können ausgestellt werden.
Stefan Oexle versucht in Weingarten eine Vereinsuntergruppe zu etablieren, um noch mehr Menschen Pwojè men kontre nahe zu bringen. Das könnte dann in anderen Gegenden ebenfalls versucht werden.
Sigrid Fridrich bedankt sich bei allen und schließt die Versammlung gegen 20 Uhr.

Dr. Anke Brügmann, Erste Vorsitzende
Ute Arndt, Protokollführerin

ANHANG
Anlage 1 Kassenbericht Deutschland
Anlage 2 Kassenbericht Haiti

ANLAGEN (nur beim Original des Protokolls der JHV):
Anlage 3 Anwesenheitsliste
Anlage 4 Kassenprüfung
Anlage 5 Wahlprotokoll Protokollführer
Anlage 6 Wahlprotokoll Wahlleiter
Anlage 7 Wahlprotokoll Vorstand
Anlage 8 Wahlprotokoll Kassenprüfer

Rundbrief und Einladung zur Jahreshauptversammlung 2014

Rundbrief und Einladung zur Jahreshauptversammlung am Samstag, 29. März 2014, um 17 Uhr im evangelischen Gemeindehaus in Wolfach.

Tagesordnung:

1. Begrüßung

2. Jahresbericht Deutschland 2013

3. Jahresbericht Haiti 2013

4. Kurze Bildpräsentation

5. Kassenbericht 2013

6. Geplante Aktivitäten Deutschland 2014

7. Geplante Aktivitäten Haiti 2014

8. Vorstandswahl

9. Verschiedenes

 

Liebe Freunde, Mitglieder, Paten und Spender,

auch dieses Jahr möchten wir Sie wieder ganz herzlich zu unserer Hauptversammlung einladen. Wir möchten über unsere Aktivitäten im vergangenen Jahr informieren und das kommende Jahr planen. Auf vielfachen Wunsch findet sie schon etwas früher statt. Es wäre schön, wenn Sie kommen könnten. Das Protokoll der Versammlung können Sie anschließend bei uns anfordern oder im Internet nachlesen. Bitte überlegen Sie sich auch, ob Sie aktiv im Verein mitwirken könnten. Wir suchen noch Hilfe in den verschiedensten Bereichen und freuen uns auch über neue Kandidaten für den Vorstand. Vor allem in der Region Wolfach brauchen wir Helfer, die die Öffentlichkeitsarbeit auch in meiner Abwesenheit am Laufen halten.

Zusammen mit diesem Brief erhalten Sie die Spendenbescheinigungen. Teilen Sie uns mit, falls etwas fehlt. Manchmal sind die Spenden auf den Kontoauszügen nicht eindeutig zuzuordnen, da hilft uns eine Rückmeldung. Einfache Briefe während des Jahres verschicken wir gerne kostensparend als E-Mail. Vielleicht können wir Ihre Mailadresse noch ergänzen, sie wird vertraulich behandelt. Die Rundbriefe kommen etwa zwei Mal im Jahr und enthalten nur Informationen.

Im vergangenen Jahr war ich vier Mal in Haiti, zusammen waren es fast sieben Monate. Es war wunderbar, dass wir dabei viel Unterstützung von kompetenten Helfern hatten. Von dem sehr erfolgreichen Zahnarztprogramm im Januar 2013 wurde ja bereits berichtet. Im Sommer haben Stefan Oexle und Suso Engelhardt die neue Fotovoltaikanlage installiert, die die bereits bestehende, kleinere Anlage ergänzt. Gleichzeitig war Alfred Barkow vom SES in Haiti, der als Agrarökonom immer wieder unsere Landwirtschaft unterstützt. Es ist sehr wichtig für uns, dass die Landwirtschaft dadurch immer wieder neue Impulse bekommt. Seit Oktober ist Jessica Franken im Projekt, die als Französischlehrerin ihr Sabbatjahr in Haiti verbringt und sehr engagiert in Schule und Waisenhaus mitarbeitet. Schwerpunkte ihrer Arbeit liegen in der Lehrerfortbildung und in der Betreuung von Lerngruppen. Ich bin sehr froh, dass sie auch in meiner Abwesenheit dort ist und Verantwortung übernimmt.

Auch für das kommende Jahr sind Mitarbeiter aus Deutschland vorgesehen. Im Herbst wird Stefan Willeitner aus dem Vorstand Jessica Franken als Lehrer im Sabbatjahr ablösen. Alfred Barkow plant einen weiteren Einsatz im März. Beim AGEH haben wir einen Antrag auf einen Entwicklungshelfer für drei Jahre im Bereich Landwirtschaft und Weiterverarbeitung gestellt und hoffen, dass bald ein kompetenter Mitarbeiter vermittelt werden kann. Für den Sommer suchen wir noch Mitarbeiter als Bauaufsicht.

Leider hatten wir auch dieses Jahr wieder mit der Planungsunsicherheit zu kämpfen. Unsichere und wechselnde Angaben über den Verlauf und den Bauzeitraum der neuen Nationalstraße haben sich fortgesetzt. Nun wird die Nationalstraße aber doch endgültig vor unserer Haustür vorbeigehen. Mittlerweile stehe ich in Kontakt mit den Ingenieuren der neuen Baufirma. Damit stellte sich für uns erneut die Frage, ob wir mit Waisenhaus und Schule den jetzigen Standort verlassen sollen, um die bisherige Anlage für Landwirtschaft, Weiterverarbeitung, Werkstätten und als Wohnraum für die jungen Erwachsenen zu nutzen. Wir haben lange über eine endgültige Entscheidung diskutiert.

Die Abstimmung im deutschen Vorstand zusammen mit den haitianischen Verantwortlichen hat aber schließlich eineeindeutige Mehrheit für den Umzug ergeben. Wir brauchen viel Unterstützung für dieses große Projekt. Die erste Hälfte des Jahres 2014 sollen für die Vorbereitungen angesetzt werden, Erwerb eines ergänzenden Grundstücks, Vermessungen, Bauplanung und Besorgung von Material. In den großen Ferien soll dann der erste Bauabschnitt durchgeführt werden, der zunächst einmal Grundstückserschließung, sowie Wasser und Abwasser betrifft.

Wir brauchen die Erweiterung ganz dringend. Schule und Waisenhaus platzen aus allen Nähten. Mein Krankenzimmer ist kaum verwendbar, weil es mit Material voll gestellt ist. Wenn Mitarbeiter aus Deutschland im Waisenhaus übernachten, muss der Nachtdienst habende haitianische Verantwortliche zu Hause bleiben, weil kein Bett mehr frei ist. Die Unterbringung eines Teams ist ganz unmöglich. Externe Jugendliche, die während der Ferien bei uns sind, müssen sich mit anderen das Bett teilen. Eine Gruppe großer Jungs ist schon in einer sehr beengten Mietwohnung in Beaumont. Geräte für die Weiterverarbeitung von Lebensmitteln können nicht aufgestellt werden, weil es an Platz fehlt. Eine Schulklasse ist im Zelt untergebracht, eine im Lehrerzimmer, und die drei Vorschulgruppen in den Hallen des Waisenhauses arbeiten unter sehr provisorischen Bedingungen. Dennoch haben wir im vergangenen Jahr die dringend notwendigen Renovierungen in Angriff genommen, denn der jetzige Standort wird ja auf jeden Fall weiter von uns genutzt. Größte Unternehmung war der Einbau von je vier Toiletten mit Wasserspülung in Haus A und B. Diesmal wurden Klärgruben gebaut, was durch den felsigen Untergrund nicht ganz einfach war. Der Container, den wir im Januar auf die Reise geschickt hatten ist wohlbehalten in Haiti angekommen. Das Material wurde dringend gebraucht. Die Ölpresse war dabei, viel Kinderkleidung, die neue Fotovoltaikanlage, ein Ultraschallgerät und vieles mehr. Der Container wurde jetzt zwischen Haus A und B zurechtgerückt und wird als Baumateriallager genutzt.

Im Sommer haben wir viele Funktionsabläufe im Waisenhaus neu gestaltet und familiärere Wohngruppen gebildet. Jede Gruppe hat zwei Betreuerinnen oder Betreuer, die sich im Schichtdienst abwechseln. Dadurch konnten wir besser ausgebildetes Personal gewinnen, weil das komplette Wohnen im Waisenhaus nicht mehr Bedingung ist. In den Sommerferien fand ein Seminar statt, um die neuen Mitarbeiter auf ihre Aufgaben vorzubereiten. Wir haben nun 9 Gruppen von jeweils 8-9 Kindern und Jugendlichen, davon drei externe Gruppen von großen Jugendlichen und 6 Kindergruppen. Es sind insgesamt 75 Kinder und Jugendliche, wobei es aber immer mal wieder Wechsel gibt. Vier unserer Großen konnten ihre Ausbildung abschließen und haben nun bei uns eine Anstellung gefunden. Sie leben nicht mehr im Waisenhaus. Auf die freigewordenen Plätze haben wir wieder kleinere Kinder aufgenommen, zuletzt einen als unbezahlten Dienstboten misshandelten Jungen, einen kleineren Jungen, der im Oktober fast an Cholera gestorben wäre und ein vier Monate altes Baby.

Auch im vergangenen Jahr haben alle unsere Schulabgänger zum vierten Mal in Folge die staatliche Abschlussprüfung bestanden. Wir gelten beim Erziehungsministerium weiterhin als die beste Primärschule von Beaumont. Glücklicherweise durften wir unsere Schule diesmal mit einer Sondergenehmigung schon im September aufmachen. Wir haben derzeit 245 Schüler in 8 Klassen und 3 Vorschulgruppen. Damit bleibt die Gesamtzahl der Schüler etwa konstant. Besonders schwierig war es diesmal, Lehrer zu bekommen. Viele Lehrer wandern bei der ersten Möglichkeit in staatliche Schulen ab, wo die Schuljahre kürzer sind und nicht so hohe Ansprüche gestellt werden. Zwei Lehrer sind sogar erst nach Beginn des Schuljahres weggeblieben. Da war es dann besonders problematisch, einigermaßen kompetenten Ersatz zu bekommen. Gut, dass wir Jessica Franken im Projekt haben, um die noch sehr unerfahrenen Lehrer einzuarbeiten. Inzwischen haben einige unserer Klassen auch gute Kontakte zu deutschen Schulen aufgebaut.

Im April mussten wir in der Landwirtschaft erst noch einmal eine Enttäuschung hinnehmen. Der neue Agronom war trotz universitärer Ausbildung nicht in der Lage, sinnvoll zu planen und zu organisieren. Wir haben uns Ende Juli wieder von ihm getrennt. Jetzt aber haben wir mit Lesseul Jean endlich einen sehr engagierten Agrartechniker gefunden, der alles daran setzt, das Projekt voranzutreiben. Er packt überall tatkräftig mit an und motiviert unsere Landarbeiter und Jugendlichen. Man kann die Veränderung deutlich an den ordentlich bearbeiteten Feldstücken erkennen. Er soll nun möglichst bald von einem deutschen Entwicklungshelfer unterstützt werden.

Nebenbei läuft unser Sozialhilfeprogramm weiter. Jede Woche verteilen wir 84 Lebensmittelpakete an alte und kranke Menschen. 81 Menschen leben in unseren Sozialwohnungen. In der letzten Zeit war vor allem die Medizin eine zusätzliche ungeplante Herausforderung. Das Krankenhaus unserer Stadt ist vom Träger aufgegeben worden. Der Staat soll es übernehmen, aber erst einmal steht es seit einigen Monaten leer. Das bedeutet, dass immer wieder Notfälle zu uns gebracht werden, die eigentlich unsere Kapazitäten überfordern. Es gab auch immer wieder einzelne Cholerafälle. Es kamen so viele Patienten zur Wundversorgung, dass mir schließlich die Fäden ausgegangen sind. Wir sind auch im weiten Umkreis die Einzigen, die gipsen können. Immer wieder waren schlimme Unfälle auf der Straße. Einmal bekamen wir spät abends 11 zum Teil schwer Verletzte von einem Lastwagenunfall. Wir mussten den Kindern ihre Matratzen wegnehmen um ein Lager in einer unserer Hallen einzurichten.

Wir danken allen Spendern, Helfern und Interessenten ganz herzlich. Es haben sich wieder viele mit großem Engagement für uns eingesetzt. Es gab Bazare, Vorträge, Benefizkonzerte, Schüleraktionen und viele Spenden. Ihre Unterstützung haben wir dringend gebraucht. Als Beispiel machen allein die Gehälter für 64 Angestellte in Haiti im Moment etwa 6000 Euro im Monat aus. Nun freuen wir uns sehr auf ihr Kommen und auf persönliche Gespräche.

Herzliche Grüße

Anke Brügmann

Der Vorstand des Vereins (von links): Dr. Gerd Brügmann, Stefan  Willeitner, Günther Stuffler, Sigrid Fridrich, Dr. Anke Brügmann, Ute Arndt, Mario Laroche, Georg Lehmann  (Dr. Fritz Schondelmaier fehlt).

Jahreshauptversammlung 2013

Protokoll der Jahreshauptversammlung des Vereins Pwojè men kontre Haiti-Deutschland e.V.
in Wolfach am Samstag, dem 9. März 2013 um 18 Uhr
im evangelischen Gemeindehaus Wolfach, Vorstadtstr. 22

Die Einladung der Mitglieder erfolgte fristgerecht.

TAGESORDNUNG

1. Begrüßung

2. Jahresbericht Deutschland 2012

3. Jahresbericht Haiti 2012

4. Kurze Bildpräsentation

5. Kassenbericht 2012

6. Geplante Aktivitäten Deutschland 2013

7. Geplante Aktivitäten Haiti 2013

8. Vorstandswahl

9. Verschiedenes

1: Begrüßung (Mario Laroche)
Mario Laroche eröffnet die Jahreshauptversammlung und begrüßt die Anwesenden. Er dankt der evangelischen Kirchengemeinde Wolfach für die unentgeltliche Nutzung des Gemeindesaals. Von der Presse ist Herr Buchta vom Offenburger Tageblatt anwesend, vom Schwarzwälder Boten kann aus Krankheitsgründen kein Vertreter kommen. Es sind 28 Mitglieder und 17 Interessierte gekommen.
(Anmerkung: wegen der Länge der Sitzung waren zum Zeitpunkt der Wahlen TOP 8 nur noch 25 Vereinsmitglieder anwesend.)
Herr Laroche stellt den Vorstand vor und entschuldigt Dr. Fritz Schondelmaier, der leider erkrankt ist. Als Gast vom SES ist Herr Alfred Barkow da, der zur Landwirtschaft in Beaumont berichten wird.
Auf Antrag wird unter TOP 9 Verschiedenes über den Vergleich der haitianischen mit der deutschen Satzung gesprochen.
Als Protokollführerin wird einstimmig Ute Arndt gewählt, die die Wahl annimmt (siehe Wahlprotokolle).
Das Sitzungsprotokoll und der Kassenbericht werden auf der Homepage des Vereins veröffentlicht.

2: Jahresbericht Deutschland 2012 (Ute Arndt)
Der Vorstand traf sich 5 Mal zu ausgedehnten, meistens ganztägigen Sitzungen und beriet sich, auch mit Experten, zu den verschiedenen Themen; vieles wurde aber auch zwischendurch über mails und per Telefon geregelt. Jeder hat in seinem Bereich viel gearbeitet: Kasse, Datenbank, Spenderkontakte, Organisation aller Art, Vorbereitung der Reisen und Arbeit der Helfer in Haiti – sehr zeitaufwändig! – , es gab Patenpost und Briefaustausch zwischen Schülern in Haiti und Deutschland, sowie 2 Rundbriefe bzw. –mails. Für die viele Arbeit mit den Patenschaften bedanken wir uns bei Christa Seck, Monika Kaspar und Milena von Zelewski sehr herzlich!
Die Homepage des Vereins wird weiter von Claus Schmalholz aus Hamburg betreut und kontinuierlich aktualisiert; es lohnt sich also, sie immer mal wieder anzuklicken.
Der zweite eigene Container wurde von Georg und Silvia Lehmann mit Helfern aus der Frauengemeinschaft Schapbach gepackt und auf die Reise geschickt und ist bereits in Haiti angekommen.
Inzwischen ist Anke Brügmann jedes Jahr lange in Haiti und setzt sich dort rund um die Uhr für unsere Projekte ein. In den Zeiten hier in Deutschland war sie auch im vergangenen Jahr viel unterwegs, um von ihrer Arbeit zu berichten. Da sind Vorträge und Treffen im Saarland, Rheinland, an der Bergstraße und natürlich im Schwarzwald zu nennen (Oberkirch, Gaggenau, Biberach), die auch immer wieder zu neuen Kontakten führen, so dass der Verein jetzt 313 Mitglieder hat .
Im Januar waren das erste Mal zwei Zahnärzte mit in Haiti. Ihre Arbeit wäre nicht möglich gewesen durch die Hilfe der hiesigen Zahnärzte Drs. Wegner, Kneipp und Wöhrle aus Wolfach und Haslach, der Firma AP Sensing von Clemens Pohl aus Böblingen und des Dental-Labors Heidelberg.
Auch im vergangenen Jahr haben wieder viele Menschen Veranstaltungen zugunsten unseres Vereins durchgeführt. Stellvertretend für viele andere möchte ich die Schulen in Hausach, Biberach, Gottenheim und Oberkirch sowie die Schule am Limberg in Wallerfangen/Saarland und Oberndorf am Neckar erwähnen, die durch viele unterschiedliche Veranstaltungen und kontinuierliche Schülerprojekte Pwojè men kontre unterstützen. (Konzerte, Märkte, Sportveranstaltungen). Auch für dieses Jahr ist schon wieder einiges geplant, z.B. ein Sponsorenlauf in Wallerfangen am 21. März.
Es sind auch viele Familienfeiern zu nennen, bei denen viel Geld gespendet wurde und nicht zu vergessen die privaten Spender und Helfer.
Ein ganz herzliches Dankeschön an alle, die unsere Arbeit in Haiti immer wieder unterstützen!

3. Jahresbericht Haiti 2012 (Alfred Barkow, Günther Stuffler, Dr. Anke Brügmann)
Dr. Anke Brügmann war im vergangenen Jahr 4 Mal in Haiti. Im Januar 2012 wurde sie durch den Landwirtschaftsexperten Alfred Barkow und den Vermessungsingenieur Theodor Johannsen begleitet, im Sommer von dem Bauingenieur Knut Herdemerten, im Herbst war wieder Alfred Barkow dabei und im Januar 2013 ein Team aus den Zahnärzten Nina Schondelmaier und Sebastian Engelhardt sowie Dr. Fritz Schondelmaier und Günther Stuffler.

a) Landwirtschaft (Alfred Barkow)
Herr Alfred Barkow gibt einen Überblick über den momentanen Stand des Landwirtschaftsprojektes.
Nach zunächst vielversprechendem Beginn während seiner ersten beiden Einsätze gab es 2012 einige Rückschläge. Der angestellte Agrartechniker hat sich leider nicht an die besprochenen Arbeiten und ausgearbeiteten Anbaupläne gehalten und die Arbeiten nicht fortgeführt, so dass er Ende 2012 entlassen werden musste. Inzwischen wird mit einem Agraringenieur aus Jeremie verhandelt und zusätzlich versucht, über den AGEH Experten anzustellen.
Während des dritten Arbeitseinsatzes im Herbst 2012 wurde die Anbauplanung für 2013 vorgenommen und höhengeeignetes Saatgut für verschiedene Gemüsekulturen beschafft. Im Container befindet sich Soja-Saatgut, der Anbau soll dieses Jahr getestet werden. Ein Teil der Anbaufläche des Vereins besteht aus einer vernachlässigten Kaffeeplantage; der Kaffee-Anbau könnte so in Zukunft zu einer Einnahmequelle werden.
Das primäre Ziel der landwirtschaftlichen Produktion besteht jedoch in der Eigenversorgung mit Nahrungsmitteln für Waisenhaus und Schule. Bei Yams und Maniok könnte der Bedarf gedeckt werden, Reis und Mehl müssen jedoch zugekauft werden, weil ein Anbau dort oben in Beaumont nicht möglich ist. Zur Düngung werden Kompost und Ernteabfälle verwendet, Chemie wird nicht eingesetzt.
Die Viehhaltung (Schweine, Ziegen, Schafe, 3 Kühe, Hühner, Kaninchen) versorgt Waisenhaus und Schule mit Fleisch bei den großen Festen, für die wöchentliche (geringe) Versorgung reicht sie nicht aus. Bei der Hühnerhaltung gibt es immer wieder Probleme durch Krankheiten.
Die Arbeit in der Landwirtschaft bedeutet in Haiti zunächst einmal schwere Arbeit, denn maschinelle Unterstützung gibt es nicht. Dazu hat dieser Erwerbszweig kein hohes Ansehen, da es die Arbeit der Unterschicht und damit der Armut symbolisiert. Daher muss zunächst der längerfristig geplante Anbau gelernt werden. Von den Waisenhauskindern möchten 5 Agronom werden und alle helfen mit bei den Arbeiten in der Landwirtschaft (Anbau, Ernten, Verarbeitung, Tierhaltung, Schlachtung).
Der Hurrikan Sandy führte auch bei uns zu Verlusten beim Mais, Bananen und Yamsanbau, doch konnten aus den umgeknickten Bananenstauden neue Stecklinge gewonnen werden, die gut angegangen sind.
Entwicklungsperspektiven gibt es bei Maniok und der Weiterverarbeitung (Maniokkette), sowie bei der Erdnussweiterverarbeitung, aber auch bei Obst, Gemüse (Tomaten usw.) und Kaffee (s.o.). Geräte zur Weiterverarbeitung können z.T. vor Ort in einer Manufaktur in Camp Perrin gekauft werden; eine Ölpresse ist bereits gekauft und im Container.

b) Nationalstraße und Ausbau (Günther Stuffler)
Günther Stuffler berichtet von seiner Tätigkeit im Januar 2013.
Der geplante Ausbau der Nationalstraße 7 hat uns im vergangenen Jahr daran gehindert, notwendige Investitionen zu tätigen und dringende Renovierungen vorzunehmen. Die Nationalstraße von Port-au-Prince nach Jeremie ist fertig bis auf 20-30 km durchs Gebirge um und in Beaumont. Während des gesamten Jahres prägten immer wieder unterschiedliche Planungen über den Verlauf des geplanten Straßenausbaus in den verschiedenen Gremien (haitianische Regierung/ Department/ Stadtverwaltung Beaumont/ Botschaften der Geldgeber/ Straßenbaufirmen) die Arbeit. Es standen und stehen weiterhin 3 Varianten im Raum (siehe Plan Beaumont):
– I. der Ausbau der bisherigen Trasse direkt am Waisenhaus vorbei
– II. der Bau einer südwestlicheren Umgehung durch das Viertel Nan Izin (vorbei am Gymnasium der Stadt Beaumont und unserem neuen Schulgrundstück)
– III. eine mittlere Variante unter Umgehung des Stadtzentrums und mit Treffen auf die bisherige Trasse hinter dem Waisenhaus.
Je nachdem, auf welcher Trasse die Straße ausgebaut wird, müssten wir mit unserer Einrichtung umziehen (I.) oder könnten am bestehenden Standort alle notwendigen Renovierungen und Erweiterungen vornehmen (II.). Da nach dem Kündigen der bisherigen brasilianischen Straßenbaufirma im Dezember 2012 nun wieder alle Planungen offen sind, besteht das Dilemma der Planungsunsicherheit für uns weiter.

c) Straße, Waisenhaus und Schule u.a. (Dr. Anke Brügmann)
Für Dr. Anke Brügmann ist die momentane Situation, d.h. der Verkehr verläuft auf dem als Straße genutzten Weg im Zustand eines Feldweges direkt am Waisenhaus vorbei, untragbar und das Horrorszenario wäre, wenn dieser Zustand durch fehlende Fortführung des Straßenausbaus bestehen bliebe. Wir hoffen darauf, dass möglichst bald über den endgültigen Verlauf der Straße entschieden und mit dem Bau begonnen wird, dann könnten wir uns auf die Gegebenheiten einstellen. Im Vorstand haben wir als Termin für unsere Entscheidung Ende August gesetzt, wenn Anke Brügmann wieder in Deutschland ist.
Im Waisenhaus leben zur Zeit 76 Kinder und Jugendliche zwischen 10 Monaten und 20 Jahren. Für die großen Jugendlichen brauchen wir dringend eine Perspektive in Form von betreutem Wohnen, um sie aus der Enge des Waisenhauses auf ein selbständiges Leben vorzubereiten. Der Bedarf und die Eignung der Einzelnen kann nur im Einzelfall und nicht starr nach Alter entschieden werden und betrifft Jugendliche etwa zwischen 16 und 20 Jahren. Die jungen Leute sind ja zum Teil noch nicht so lange in der Schule und durch ihre Herkunftsbedingungen nicht altersgemäß entwickelt. Für kleinere Wohngruppen, wie wir sie bei der Größe des Waisenhauses anstreben, sind neue bauliche Voraussetzungen notwendig, die wir so bald wie möglich beginnen wollen, wenn der Standort fest steht. Es ist positiv, dass die Kinder fröhlich sind und gerne in die Schule gehen.
Die Betreuung von externen Patenschaften (es gibt noch 21) wird zurückgefahren und durch das Sozialhilfeprogramm ersetzt. Die Familien erhalten also weiter Hilfe, auch durch das Ermöglichen vom kostenlosen Besuch unserer Schule. Im Sozialhilfeprogramm werden Alte, Kranke, Erdbebenflüchtlinge und bedürftige Familien unterstützt durch Lebensmittelverteilungen und die Möglichkeit, in unseren Sozialwohnungen zu wohnen. In den Sozialwohnungen mit 31 Zimmern sind z.Zt. 20 Familien mit 81 Personen untergebracht.
In der Menkontre-Schule werden 225 Schüler von 11 Lehrern unterrichtet in 3 Vorschulgruppen und den Klassen 1 bis 6 (3. Klasse zweizügig). Die Schule genießt große Anerkennung in der Region und im letzten Jahr haben alle die staatlichen Abschlussprüfungen bestanden. Das ist ein großer Erfolg auch für M. Valleur, unseren Direktor und in Haiti selten. Das staatliche Schulprogramm ist aber auch für unsere Schule problematisch, da in immer kürzerer Zeit immer anspruchsvollere Lehrpläne erfüllt werden sollen.
Der Container und auch die dazugehörenden Papiere sind in Port-au-Prince angekommen; bis er aber entzollt und in Beaumont angekommen ist, kann noch einige Zeit vergehen.
Auf unserer Personalliste stehen 52 Personen (incl. Teilzeitkräfte) und damit sind wir ein größerer Arbeitgeber in Beaumont. Das Gehaltsbudget umfasst 4500 €/Monat, das sind im Durchschnitt 100 € pro Person. Dieses Budget wird im Lauf der Zeit erhöht werden müssen. Für jeden Arbeitnehmer zahlen wir 2 € auf ein Konto als eine kleine Sozialversicherung.
Im Bereich Gesundheit unterhalten wir eine kleine Ambulanz, in der Waisenhauskinder, Schüler und Notfälle aus dem Stadtviertel behandelt werden. Auch das Krankenhaus schickt immer wieder Patienten zur Behandlung; so gibt es z.B. nur in der Waisenhausambulanz Gips, um Brüche zu versorgen. Es gab Impfungen durch das staatliche Gesundheitsamt und zum 1. Mal einen Aids-Test: alle Kinder sind nicht infiziert. Lucner, dessen Gesundheit letztes Jahr große Sorgen gemacht hat, geht wieder in die Schule, er wird aber mit seiner Krankheit leben müssen. Ein großer Erfolg war der erste, ehrenamtliche Einsatz von den Zahnärzten im Januar. Dr. Fritz Schondelmaier gebührt großer Dank dafür, dass er diesen Einsatz durch sehr viel Arbeit auch schon im Vorfeld überhaupt ermöglicht hat! Bisher waren Zahnarztbesuche selten und nur unter allergrößten Schwierigkeiten möglich, denn der nächste Zahnarzt befindet sich in Les Cayes, viele Fahrstunden entfernt.

4. Kurze Bildpräsentation (Dr. Anke Brügmann)
Dr. Anke Brügmann zeigt eindrucksvolle Fotos aus Beaumont. Man sieht viele fröhliche Kinder in der Schule, beim Spielen, bei Haus- und Gartenarbeiten, bei Festen, aber auch ernste Gesichter an Allerseelen beim Gedenken an Kervens, der vor 2 Jahren an der Cholera gestorben ist, und die toten Eltern der Kinder.
Die Landschaft besticht durch ihre Schönheit. Es ist aber auch zu sehen, dass es für manche Menschen immer noch keine zufriedenstellenden Lebensverhältnisse gibt; so muss z.B. eine Familie unter einer Plastikplane leben, nachdem ihre Hütte im Zuge der Straßenbaumaßnahmen niedergewalzt wurde; auch andere Hütten sind sehr einfach.
Sigrid Fridrich leitet zum nächsten TOP über und unterstreicht, dass das Team von Pwojè men kontre in Haiti sehr viel leistet und wir diese Arbeit von Deutschland aus nur unterstützen können.

5. Kassenbericht 2012 (Dr. Gerd Brügmann, Dr. Anke Brügmann)
a) Kassenbericht Deutschland(Dr. Gerd Brügmann)
Die Einnahmen in 2012 beliefen sich auf ca. 255 000 €, die Ausgaben bestanden zum größten Teil aus Überweisungen nach Haiti, Einkauf von Material für Haiti sowie der Finanzierung des Containers. Von den ca. 6000 € Flugkosten kamen uns ca. 4000 € wieder als zweckgebundene Spenden zugute.
Die hoch erscheinenden Rücklagen des Vereins sind durch den momentanen Investitionsstau entstanden und für die dringend nötigen Bau- und Sanierungsmaßnahmen fest verplant.
Die genauen Zahlen entnehmen Sie bitte dem detaillierten Kassenbericht.

b) Kassenbericht Haiti (Dr. Anke Brügmann)
Die Aufschlüsselung der Kasse in Haiti zeigt deutlich, dass die Ausgaben für die gesamte Versorgung der Waisenhauskinder sowie die Personalkosten in allen Projektbereichen den größten Teil der Ausgaben ausmachen. Die medizinischen sind so gering, weil Anke Brügmanns Arbeit ehrenamtlich geleistet wird und das Material zum großen Teil gespendet wurde. Die entstandenen Kosten ergeben sich aus Arztbesuchen bei externen Ärzten, im letzten Jahr z.B. für Lucner.

Zusammenfassung nach Projektgruppen (Beträge in $Ht; ca.10 $Ht = 1 Euro)

  • Gesundheit: 20 476,40 = 1%
  • Verw.+Logistik: 74 273,60 = 4%
  • Landw.+Weiterv.: 151 361,00 = 8%
  • Schule: 273 448,00 = 14%
  • Hilfe extern: 368 588,00 = 19%
  • Alle Gehälter: 472 749,00 = 24%
  • Waisenkinder: 579 521,72 = 30%
  • Gesamt: 1 940 417,72 = 100%

Geringe Ungereimtheiten (18 € Überschuss) ergeben sich aus den Umrechnungen von €, US$ und $Ht.
Genaueres entnehmen Sie bitte dem detaillierten Kassenbericht mit den genauen Zahlen und Diagrammen.

c) Bericht Kassenprüfung (Ingrid Bräutigam)
Die Kasse wurde sehr sorgfältig von Ingrid Bräutigam und Gerhard Hansert geprüft. Es lagen neben den Kassenberichten die Kontoauszüge sowie Quittungen und Rechnungsbelege aus Deutschland und Haiti vor. Die Stichproben ergaben keine Beanstandungen. Daher wurde die Entlastung des Vorstandes vorgeschlagen, diese wurde von der Versammlung einstimmig bei Enthaltung des Vorstandes angenommen.

6. Geplante Aktivitäten Deutschland 2013 (Ute Arndt)
Häufig werden wir gefragt, ob es möglich ist, Briefe oder Päckchen an die Kinder in Beaumont zu schicken. Dazu möchte ich noch kurz anmerken, dass Anke Brügmann gerne Briefe (möglichst auf Französisch) mitnimmt für die Kinder im Waisenhaus und der Schule. Es ist aber nicht möglich, selbst etwas hinzuschicken, weil es keine Post gibt wie wir sie kennen. Eine postalische Zustellung gibt es nur in Port-au-Prince an Postämter zum Selbstabholen; in Beaumont gibt es keine Post. Für uns hier ist das schwer vorstellbar.
Die Vortrags- und Veranstaltungsarbeit wollen wir wieder intensivieren. Durch die langen Abwesenheitszeiten der Vorsitzenden in Haiti konnten einige geplante Aktionen noch nicht durchgeführt werden. Sobald wir etwas klarer sehen, wie es mit dem Standort des Projektes in Haiti weiter geht, möchten wir unseren Flyer aktualisieren.
Inzwischen engagieren sich viele Schulen regelmäßig für die Menkontre Schule. Dafür soll es als festen Ansprechpartner Kathrin Brügmann-Straub geben. Es ist auch daran gedacht, den deutschen Schulen eine Plattform auf unserer Homepage einzurichten, wo sie über ihre Aktionen berichten können.
Für ehrenamtliche Mitarbeit gibt es jede Menge Möglichkeiten, durch das Internet ist es möglich, auch aus anderen Regionen im Verein mitzuarbeiten; doch sind natürlich gerade auch Helfer aus Wolfach, dem Heimatort des Vereins, willkommen.
Da wir alle ehrenamtlich arbeiten, können und wollen wir uns nicht mit großen Hilfsorganisationen messen, dadurch sind aber auch die Verwaltungskosten sehr gering. Im Januar 2014 werden die Spendenquittungen zusammen mit einem Brief verschickt. Einen wichtigen Termin können Sie sich schon vormerken: die nächste JHV wird am 29.3.2014 stattfinden.

7. Geplante Aktivitäten Haiti 2013 (Dr. Anke Brügmann)
Nach der Entscheidung des Vorstandes, an welchem Standort Schule und Waisenhaus weiterhin geführt werden sollen, wird mit der Planung und deren Umsetzung begonnen werden. Zur besseren Struktur des inzwischen sehr eng belegten Waisenhaus wären kleinere Wohngruppen von etwa 8 Kindern oder Jugendlichen wünschenswert. Die notwendige Reparatur der Wasserleitung und die Instandsetzung der Sanitäreinrichtungen werden aber sofort in Angriff genommen.
Für die Unterbringung der großen Jugendlichen planen wir ein gesondertes Haus mit Betreuung. Wenn Patenschaften für die Großen auslaufen, müssen sie selbst Geld dazu verdienen, wenn sie noch bei uns leben (betreutes Wohnen). Die Schule braucht weitere fachliche pädagogische Unterstützung, da wird immer nach gutem Personal gesucht. Die Schülerzahl sollte in etwa gleich bleiben und nicht steigen, ebenso die Kinderzahl im Waisenhaus. Das externe Patenschaftsprogramm wird nach und nach verkleinert und in das Sozialhilfeprogramm überführt.
Für die landwirtschaftliche Nutzung und Verarbeitung ist eine Intensivierung vorgesehen, auch in diesen Bereichen suchen wir weiterhin nach guten Mitarbeitern.
Spätestens im September wird über die Berufsplanung der Schulabgänger und vor allem über die Klärung der Standortfrage berichtet werden.

8. Vorstandswahl
Zunächst wird Irmela Fritsch als Wahlleiterin gewählt. Bei keinem Wahlgang wird eine geheime Wahl gewünscht (Zustimmung aller).
Nach der Vorstellung der Kandidaten werden die Wahlen durchgeführt. Als zweite Vorsitzende wird Sigrid Fridrich vorgeschlagen, weil Mario Laroche durch seine berufliche Belastung diesen Posten nicht mehr übernehmen möchte. Dr. Fritz Schondelmaier hat einer Wahl in Abwesenheit zugestimmt.
Der erste und zweite Vorsitzende, die Schriftführerin und der Kassenwart werden einzeln gewählt, die Beisitzer gemeinsam. Die Wahlen wurden ordnungsgemäß durchgeführt.

In den Vorstand gewählt wurden:

  • 1. Vorsitzende: Dr. Anke Brügmann, Ärztin; St. Roman 1b, 77709 Wolfach
  • 2. Vorsitzende: Sigrid Fridrich, Rechtsanwältin; Zehntscheuerweg 5, 72070 Tübingen
  • Schriftführerin: Ute Arndt, Musiklehrerin; Bahnhofstr. 4, 64404 Bickenbach
  • Kassenwart: Dr. Gerd Brügmann, Chemiker; Taubenstr. 32, 72108 Rottenburg a.N.
  • Beisitzer: Mario Laroche, Tiefbauingenieur; August-Bebel-Str. 87, 76187 Karlsruhe
  • Beisitzer: Georg Lehmann, Zimmermann; Wilhelm-Homburger-Str. 2, 77776 Schapbach
  • Beisitzer: Dr. Fritz Schondelmaier, Orthopäde; Gerberau 26, 79098 Freiburg
  • Beisitzer: Günther Stuffler, Architekt; Maxburgweg 11, 76187 Karlsruhe
  • Beisitzer: Stefan Willeitner, Lehrer; Lupinenweg 6, 74629 Pfedelbach

Genaue Angaben zu den Wahlen finden sich im gesonderten Wahlprotokoll, das dem Original des Protokolls der JHV angeheftet ist.
Die Kassenprüfer Ingrid Bräutigam und Gerhard Hansert werden wiedergewählt.
Alle Gewählten nehmen die Wahl an. Sigrid Fridrich dankt Irmela Fritsch für die ordnungsgemäße Durchführung der Wahlen.

9. Verschiedenes
Von zwei Mitgliedern wird die Umsetzung des Vergleichs der deutschen mit der haitianischen Satzung zu Recht angemahnt. Die Satzung der Teilorganisation in Haiti sollte auf die Homepage gestellt werden, dieses wurde im vergangenen Jahr versäumt. Der Vorstand entschuldigt sich dafür und wird das umgehend nachholen. Die Kompatibilität der haitianischen Satzung mit der deutschen wurde von Sigrid Fridrich geprüft, es ergaben sich keine Beanstandungen. Die Entscheidung über die Verwendung der Geldmittel wird ausschließlich vom deutschen Vorstand getroffen aus Verantwortung gegenüber den Spendern. Der Vergleich der beiden Satzungen wird in der JHV 2014 auf die Tagesordnung gesetzt.
Noch bis Ostern können Briefe an die Kinder beim Patenschaftsteam abgegeben werden. Nach Ostern fliegt Anke Brügmann wieder nach Haiti und nimmt die übersetzten Briefe mit.
Ein ausdrücklicher Dank geht an die haitianischen Mitarbeiter in Beaumont.
Sigrid Fridrich bedankt sich bei allen für die Spenden und Mitarbeit und schließt die Versammlung gegen 22 Uhr.

Dr. Anke Brügmann, 1. Vorsitzende

Ute Arndt, Protokollführerin

 

Das PDF-Dokument der Jahreshauptversammlung können Sie herunterladen.

Den Kassenbericht des Vereins für das Jahr 2012 können Sie ebenfalls herunterladen.

Den Finanzbericht des Vereins für das Jahr 2012 in Haiti können Sie ebenfalls herunterladen.

Wie geht es weiter in Beaumont? Informationen dazu gibt es auf der Hauptversammlung in Wolfach

Rundbrief und Einladung zur Hauptversammlung 2013

Januar 2013

Rundbrief und Einladung zur Jahreshauptversammlung
am Samstag den 9. März 2013 um 18 Uhr im evangelischen Gemeindehaus in Wolfach

Tagesordnung:

1. Begrüßung

2. Jahresbericht Deutschland 2012

3. Jahresbericht Haiti 2012

4. Kurze Bildpräsentation

5. Kassenbericht 2012

6. Geplante Aktivitäten Deutschland 2013

7. Geplante Aktivitäten Haiti 2013

8. Vorstandswahl

9. Verschiedenes

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Liebe Freunde, Mitglieder, Paten und Spender,

wir möchten Sie ganz herzlich zu unserer Jahreshauptversammlung einladen. Es wäre schön, wenn viele von Ihnen kommen könnten. Wir möchten Sie über unsere Projekte informieren und Ihnen die Möglichkeit zum persönlichen Gespräch geben. Da ich immer weniger in Deutschland bin, freue ich mich besonders, Freunde und Mitglieder bei dieser Gelegenheit wiederzusehen. Auch Nichtmitglieder sind herzlich eingeladen. Falls Sie noch Mitglied werden wollen, finden Sie das Antragsformular auf unserer Homepage, oder können es sich durch uns zuschicken lassen. Das Protokoll der Versammlung können Sie anschließend bei uns anfordern oder im Internet nachlesen. Auf unserer Homepage www.menkontre.de können Sie auch immer wieder aktuelle Informationen nachlesen.

Zusammen mit diesem Brief erhalten Sie die Spendenbescheinigung. Manchmal sind die Spenden auf den Kontoauszügen nicht eindeutig zuzuordnen (die Spenderadresse muss im Feld „Verwendungszweck“ eingetragen werden, sonst kann die Bank sie nicht übermitteln), da freuen wir uns über Rückmeldungen. Während des Jahres verschicken wir Informationen kostensparend als E-Mail. Bitte teilen Sie uns ihre Mailadresse mit, wir behandeln Sie vertraulich und verschicken Rundbriefe nur als Blindkopie. Wenn wir länger als zwei Jahre nichts von Ihnen gehört haben, nehmen wir Sie aus der Verteilerliste. Natürlich können Sie uns jederzeit mitteilen, wenn Sie nicht mehr informiert werden wollen. Auf unserer Homepage www.menkontre.de können Sie sich über unsere Projekte in Beaumont informieren.

Das vergangene Jahr war leider vor allem durch Planungsunsicherheit geprägt. Seit Januar bekamen wir immer wieder unterschiedliche Informationen über den Verlauf der neuen Nationalstraße. Durch diese ungünstigen Umstände mussten viele dringende Renovierungen und Erweiterungen unserer Anlage aufgeschoben werden, da wir nicht wussten, wo in Zukunft unser Standort sein wird. Im Mai wurde scheinbar endgültig beschlossen, dass die Trasse direkt am Waisenhaus vorbeiführt. Im weiteren Verlauf wurde auch viel planiert, eingerissen und enteignet. Wir hatten uns daher schweren Herzens entschlossen, den jetzigen Standort für Waisenhaus und Schule aufzugeben. Wir wollen die bestehenden Gebäude für die Weiterverarbeitung von landwirtschaftlichen Produkten, Werkstätten und betreutes Wohnen für junge Erwachsene nutzen.

Als Präsident Martelly Beaumont besuchte, habe ich die Gelegenheit wahrgenommen, ihn um ein Stück Staatsland für unsere Schule zu bitten. Das haben wir dann auch tatsächlich erhalten. Nur das Grundstück für das Waisenhaus macht noch Schwierigkeiten, wir sind weiter in Verhandlungen um zwei mögliche Grundstücke. Die Stadt Beaumont ist sehr an unserem Standortwechsel interessiert, da man hofft, dass wir südlich von Beaumont die Quellen der Stadt schützen. Im Sommer war Herr Herdemerten bei uns, ein Bauingenieur vom SES (Senior-Experten-Service), hat Vermessungen durchgeführt, das Gelände beurteilt und erste Planungen durchgeführt. Im August hat sich dann die Straßenbaufirma mit dem Staat zerstritten und schließlich das Projekt aufgegeben. Damit wussten wir wieder einmal nicht, wie es weiter gehen soll, obwohl ich ständig Kontakt zu den verantwortlichen Ingenieuren und zum Verkehrsministerium hatte. Der aktuelle Stand der Nationalstraße ist ziemlich unbefriedigend. Die Baumaschinen haben das Land verlassen. Dennoch ist überall Baustelle, aufgerissenes Bergland und Schlammwüste. Täglich passieren schlimme Unfälle, weil Autos stecken bleiben oder abstürzen. Die Bewohner unserer Gegend sind mehr von der Außenwelt abgeschnitten denn je. Am Rand der Straße sieht man überall die Ruinen der Häuser, die für den Straßenbau abgerissen wurden. Diese Situation führt auch zu großer Unzufriedenheit in der Bevölkerung, die für den Straßenbau Opfer brachte, ohne dass es jetzt vorwärts geht. Deswegen kam es in unserer Gegend zu gewalttätigen Demonstrationen mit Toten. Es wird mir von allen Autoritäten versichert, dass es 2013 auf der zuletzt geplanten Trasse weitergehen soll, aber keiner weiß wann oder mit welcher Baufirma. Da sind wir vor Überraschungen einfach nicht sicher. Unter solchen Bedingungen müssen wir mit größeren Investitionen bis zu einer endgültigen Klärung warten. Dennoch treiben wir die Planungen voran, denn unser überfülltes Waisenhaus mit 75 Kindern in sehr unterschiedlichen Altersgruppen braucht dringend Platz und funktionellere Strukturen.

Viele Monate haben wir uns Sorgen um unseren schwerkranken Lucner gemacht, bei dem schließlich eine sehr ernste neurologische Erkrankung festgestellt wurde. Durch die medikamentöse Behandlung geht es ihm nun besser, er kann auch wieder aufstehen, aber die Krankheit wird ihn wohl lebenslang begleiten.

Unsere Schule hatte im Juli wieder einen besonderen Erfolg: Unsere Abschlussklasse hat zum dritten Mal in Folge komplett die staatliche Abschlussprüfung nach der 6. Klasse bestanden. Einige der Schulen unserer Stadt konnten keinen einzigen ihrer Kandidaten durch die Prüfung bringen, und viele Schulen hatten nicht einmal 50% Erfolgsquote. Unsere Schüler waren überglücklich über dieses Ergebnis. Sie können jetzt eine weiterführende Schule besuchen. Trotzdem sind wir im Zweifel, ob wir dieses Niveau halten können, denn das Schulministerium hat das Schuljahr noch mal um einen Monat verkürzt. Diesmal gab es auch keine Sondergenehmigungen mehr für uns. Im Gegenteil: Das Unterrichten in den jetzt über drei Monate dauernden Sommerferien wurde regelrecht verboten. Es ist mir wirklich schleierhaft, wie ich den unverändert sehr anspruchsvollen Lehrplan auf noch weniger Unterrichtszeit verteilen soll. Viele Schüler scheitern am Erlernen der Fremdsprache Französisch, an der fehlenden Übungszeit in Mathematik, und am Beschränken der Natur- und Sozialwissenschaften auf das Auswendiglernen der wichtigsten Merksätze. Alles was Spaß macht und Kreativität fördert, wie z.B. die musischen Nebenfächer, wird wegrationalisiert.

In der Landwirtschaft sammeln wir nun Erfahrungen mit dem Anbau größerer Flächen, und versuchen immer mehr Lebensmittel für Waisenhaus und Schule aus der eigenen Produktion zu decken, obwohl es nicht einfach ist, aus dem steinigen Land in Handarbeit gute Ernten rauszuholen. Es wird nun systematischer Gemüse angebaut. Besonders wichtig sind auch Grundnahrungsmittel wie Mais, Bohnen, Kochbananen und Jams. Erdnüsse und Maniok sind für die Weiterverarbeitung vorgesehen. Im Herbst hat der Wirbelsturm Sandy einen Teil unserer Ernte vernichtet. Etwa die Hälfte der Bananen und des Mais lag am Boden. Trotzdem sind wir im Vergleich mit der Umgebung noch glimpflich weggekommen. Herr Barkow vom SES war 2012 zweimal in Haiti und hat ausgezeichnete Arbeit geleistet. Es ist dringend notwendig, dass er weiterhin die Landwirtschaft beaufsichtigt, da unser lokales Personal noch nicht ausreichend eigenverantwortlich arbeitet.

Der Container, den Georg und Silvia Lehmann wieder zusammen mit der Frauengemeinschaft Schapbach gepackt haben, wird jetzt im Januar eingeschifft. Er enthält außer Matratzen und Decken aus dem Krankenhaus Wolfach auch eine Ölpresse zur Herstellung von Speiseöl aus Erdnüssen mit.

In zwei Tagen werden wir wieder nach Haiti aufbrechen. Diesmal werde ich von einem vierköpfigen Helferteam begleitet. Aus dem Vorstand werden Dr. Fritz Schondelmaier als Orthopäde und Günther Stuffler als Architekt dabei sein. Außerdem haben sich zwei Zahnärzte bereiterklärt, ehrenamtlich zwei Wochen lang unsere Kinder und Schüler zu behandeln. Von Beaumont aus ist der nächste Zahnarzt mehrere Autostunden entfernt, für die meisten unserer Kinder unerreichbar. Wir haben eine mobile Zahnbehandlungseinheit gekauft, die uns ermöglicht, immer wieder einen Zahnarzt nach Beaumont zu holen, statt die vielen Kinder mühsam in die Stadt zu bringen.

Wir danken allen Spendern, Helfern und Interessenten ganz herzlich. Es haben sich wieder viele für uns eingesetzt. Es gab Veranstaltungen, Vortrage und Schüleraktionen.

Der Arbeitsaufwand steigt ständig und ist kaum noch zu bewältigen. Wir freuen uns über jeden, der bereit ist, in Deutschland oder Haiti mit anzupacken. Besonders bei Verwaltungsarbeiten und Organisation von Veranstaltungen fehlt es auch in Deutschland noch an Mitarbeitern. Auch in Haiti sind wir auf ehrenamtliche Mithilfe angewiesen, und freuen uns immer über Helfer aus verschiedenen Berufsgruppen, die einmal für ein paar Wochen ein Programm durchführen.

Herzliche Grüße

Anke Brügmann

Neue Nationalstrasse erfordert Verlegung von Schule und Waisenhaus Fußgänger vor dem Heim - bald werden hier die Lastwagen vorbeidonnern Der mögliche neue Standort für das Heim: Fon Trankil

Rundbrief Juni 2012

8. Juni 2012
Liebe Freunde, Mitglieder und Spender,

Heute möchten wir einen Zwischenbericht zu unseren aktuellen Problemen schicken.
Sie können diesen Rundbrief herunterladen.

Straßenneubau erfordert wohl Verlegung von Waisenhaus und Schule
Die neue Nationalstraße soll nun doch direkt an unserer Haustür vorbeigeführt werden. Für die ursprünglich geplante Umgehungsstraße ist das Geld ausgegangen.
Wir hatten uns in den vergangenen Jahren intensiv für die Umgehung eingesetzt. Noch im Januar bekam ich bei den Verkehrsbehörden die Auskunft, dass die Straße auf keinen Fall bei uns vorbeigehen soll. Anfang Mai kam aber von der Straßenbaufirma das endgültige Aus für die Umgehung. Wir haben viel gekämpft, aber es ist zwecklos, wir können gegen mächtige Unternehmen nichts ausrichten. Auch mit Entschädigung ist nicht zu rechnen, da unsere Gebäude nicht eingerissen werden.
Die Straße ist einige riesige Katastrophe für uns. Wir wissen, was eine Nationalstraße in Haiti bedeutet. Eine Nationalstraße entspricht etwa den Verkehrsregeln einer deutschen Autobahn, mit Absicherung und Infrastruktur eines deutschen Feldweges.
Wir müssten uns auf Lärm rund um die Uhr einstellen. Schon jetzt, da einige Straßenabschnitte fertig gestellt sind, kann man im Waisenhaus durch das vermehrte Verkehrsaufkommen keine Nacht mehr ruhig schlafen. Tagsüber muss man jedes Gespräch, und jeden Unterricht unterbrechen, wenn ein Lastwagen vorbeifährt, da es in Haiti ja keine Fenster zum Zumachen gibt. Wie soll das erst sein, wenn ständig Verkehr auf der Straße ist?
Staub und Dreck am Rande einer großen Straße sind kaum zu beschreiben. Direkt am Straßenrand befindet sich unsere kleine Ambulanz. Meine Instrumente werden jetzt schon unter Bergen von Staub begraben, seit die Lastwagen auf der verbesserten Trasse vorbeibrausen.
Früher hatten wir gelegentlich Asthmafälle im Waisenhaus und in unserer Schule, die Frequenz hat jetzt schon erheblich zugenommen. Immer wieder haben die Kinder mit schwerer Atemnot zu kämpfen.

Neue Nationalstraße bedeutet Lebensgefahr für die Kinder
In Haiti besteht ein riesiges Abfallproblem, entlang der Straßen. 50m rechts und links von einer großen Straße verwandeln sich regelmäßig in eine Müllhalde und sind von menschlichen Exkrementen übersät. Vor allem stellt eine Nationalstraße eine ernsthafte Lebensgefahr für unsere Kinder dar. Täglich passieren schlimme Unfälle, weil Fußgänger von rücksichtslosen Autofahrern angefahren werden. Kinder ab vier Jahren kommen täglich auf dieser Straße auf einer Strecke von 10 km zu uns in die Schule. Erst im Februar hat ein Motorrad eine unserer Schülerinnen umgerissen und verletzt. Besonders im Waisenhaus aber auch bei den externen Schülern haben wir geistig Behinderte, die auf eine Gefahr im Straßenverkehr nicht adäquat reagieren können. Wir können unter solchen Bedingungen für so viele Kinder die Verantwortung nicht übernehmen.
Mit der Straße wird eine Reihe von negativen Einflüssen in unser Viertel kommen, von denen wir unsere Kinder fern halten wollten: Glücksspielbuden, Kriminalität, Alkohol und Drogen, manchmal Prostitution, Nachtclubs, alle möglichen Waren, die am Straßenrand angeboten werden, und die sich die Kinder nicht leisten können, ohne dafür zu klauen. Direkt gegenüber von uns, wo jetzt noch hunderte von Vögeln in den Palmen nisten, soll ein Hotel gebaut werden.
Als wir mit unserer Institution in das abgelegene Viertel Nan Ginen kamen, hatten wir eine bestimmte Vision. Wir wollten einen geschützten Raum abseits der Stadt für Kinder aus schwierigen Verhältnissen schaffen. Dieses Ziel wäre am Rande einer Nationalstraße absurd.

Standort von Waisenhaus und Schule muss aufgegeben werden
Trotz aller Opfer der vergangenen Jahre bleibt uns nichts anderes übrig, als unseren Standort für Waisenhaus und Schule aufzugeben, so sehr es uns auch schmerzt, unser Zuhause seit 10 Jahren, mit aller Arbeit und allen Investitionen, die darin stecken, zu verlassen. Wir rechnen damit, dass wir eventuell schon im Sommer wenigstens die Kleinsten evakuieren müssen. In der letzten deutschen Vorstandssitzung haben alle für den Umzug gestimmt.
Es ist nicht einfach, einen neuen Standort für das Waisenhaus zu finden. Wir können nicht aus Beaumont wegziehen, weil alle unsere Hauptverantwortlichen, die ja auch für unsere Kinder die Eltern ersetzen, nicht mitkommen würden. In Beaumont gibt es nur an drei Stellen Wasser, dadurch sind wir sehr eingeschränkt.
Wir prüfen im Moment, ob wir ausreichend Land in Fon Trankil bekommen könnten. Auf Deutsch heißt das „stiller Grund“, und es ist wirklich eine paradiesische Ecke, mit der Möglichkeit eine eigene Quelle zu fassen. Das Land ist nicht eben, aber das bietet uns zusätzliche Sicherheit vor anderen Investoren. Wir würden die Gelegenheit nutzen, und die im Moment total überfüllten zwei Häuser des Waisenhaus in kleinere, familiärere Wohngruppen aufteilen, auf jedem Hügel eine Wohngruppe von 8 bis max. 10 Kindern.

Große Investitionen aus Rücklagen notwendig
Wir hatten glücklicherweise in Deutschland Geld für den großen Notfall zurückgelegt, das uns nun ermöglicht, schnell mit den Planungen zu beginnen. Trotzdem wird das noch einmal eine riesige Investition, die wir ohne zusätzliche Unterstützung nicht leisten können.
Leider habe ich noch keine Idee, was aus unserer Schule werden soll. In Fon Trankil ist nicht ausreichend zusammenhängendes bebaubares Land. Wir müssen in der nächsten Zeit die Umgebung noch einmal genau prüfen.

Produktions- und Werkstätten verbleiben am bisherigen Standort
Auch für unseren bisherigen Standort haben wir konkrete Pläne: Wir werden all das dort unterbringen, was wir in den nächsten Jahren an anderer Stelle hätten bauen müssen: Produktions- und Werkstätten, Lager und Wohnraum für unsere jungen Erwachsenen, Sekundarschüler und Lehrlinge. Im Landwirtschaftsprogramm werden jetzt wesentlich mehr Lebensmittel produziert, wir brauchen jetzt bald Raum für die Weiterverarbeitung.

Obstverarbeitung im Mädchenhaus
Das Jungenhaus des Waisenhauses mit seiner großen Halle soll die Maniok- und Erdnussverarbeitung aufnehmen. Wir haben bereits eine Ölmühle in Deutschland bestellt, die in den nächsten Container kommt. In den ehemaligen Kinderzimmern wird das Lehrlings- und Schülerwohnheim untergebracht. Das Mädchenhaus eignet sich gut für die Obstverarbeitung, evtl. auch Kaffee, Kakao und Milch. In die glücklicherweise geräumigen Klassenzimmer der Schule könnten die Werkstätten kommen, eine Schreinerei, eine Klempnerwerkstatt, die Fertigung von Betonfertigteilen für die Komposttoiletten, unsere im Moment etwas beengte Bäckerei, ein Lager und ein Unterrichtsraum für die Lehrlinge.

Es wird weitergehen – wir suchen ehrenamtliche Mitarbeiter für Bauprojekte vor Ort in Haiti
Das ist nun erst einmal eine vage Ideensammlung. Mit dem Bauen können wir erst anfangen, wenn die Straßenbauarbeiten am Laufen sind, denn vorher sind wir vor Überraschungen und Trassenänderungen nicht sicher. Für den ziemlich unwahrscheinlichen Fall, dass die Straße nicht bei uns vorbeikommt, bleibt alles beim Alten. Nur eines wissen wir ganz bestimmt: Es wird bei uns weitergehen. Wir versuchen, das Beste aus der Situation zu machen. Ein Neuanfang bietet auch die Chance, ein schlüssiges Gesamtkonzept zu verwirklichen, wo wir bisher immer nur notfallmäßig angebaut haben.
Wir möchten alle unsere Freunde bitten diesen Notfallplan im Fall des Straßenbaus mitzutragen. Neben der Finanzierung ist vor allem die Arbeitsleistung ein Problem für uns. Wir suchen ehrenamtliche, professionelle Mitarbeiter aus dem Baubereich, die uns z.B. bei der Bauaufsicht und bei der Organisation der Bauarbeiten helfen könnten. Leider sind Grundkenntnisse in Französisch Bedingung. Vielleicht kennen Sie jemanden?
Auch die Verwaltungsarbeiten in Haiti nehmen viel zu viel meiner Zeit in Anspruch. Zum Beispiel fordern die Ministerien immer mehr Berichte, und die Abrechnungen müssen mit dem Buchhalter durchgegangen werden. Auch hier wäre ich froh über jeden ehrenamtlichen Mitarbeiter mit guten Französischkenntnissen, der einmal für ein paar Wochen mit rüber geht.

Wir danken allen ganz herzlich, die sich immer wieder für unsere Kinder einsetzen und uns unterstützen. Ich werde diese Woche wieder nach Haiti fliegen, der Verein ist aber jederzeit über unserer Schriftführerin Ute Arndt erreichbar. Wir freuen uns über jede persönliche Kontaktaufnahme.

Herzliche Grüße

Anke Brügmann