Mitgliederversammlungen

Protokoll der Jahreshauptversammlung 2018

Protokoll der Jahreshauptversammlung des
Vereins Pwojè men kontre Haiti-Deutschland e.V.
in Wolfach am Samstag, dem 10. März 2018 um 16 Uhr
im katholischen Gemeindehaus Wolfach, Kirchstrasse 16

Die Einladung der Mitglieder erfolgte fristgerecht.

TAGESORDNUNG:

1. Begrüßung

2. Jahresbericht Deutschland 2017

3. Jahresbericht Haiti 2017

4. Kurze Bildpräsentation

5. Kassenbericht 2017

6. Geplante Aktivitäten Deutschland 2017

7. Geplante Aktivitäten Haiti 2017

8. Vorstandswahl

9. Verschiedenes

1. Begrüßung (Sigrid Fridrich)

Frau Fridrich eröffnet die Jahreshauptversammlung und begrüßt die Anwesenden.
Sie begrüßt insbesondere einen Vertreter der Stadt Wolfach sowie die Vertreter der Engineers without borders aus Karlsruhe.
Ihr Dank gilt auch der katholischen Kirchengemeinde Wolfach für die unentgeltliche Nutzung des Gemeindesaales.

Von der Presse sind jeweils ein Vertreter vom Offenburger Tagblatt und vom
Schwarzwälder Boten anwesend. Es sind 22 Mitglieder und 11 Interessierte gekommen.
(Anmerkung: wegen der Länge der Sitzung waren zum Zeitpunkt der Wahlen
TOP 8 nicht mehr alle Mitglieder anwesend).

Als Protokollführer der Jahreshauptversammlung wird einstimmig Stefan Willeitner gewählt, als Wahlleiter für die Vorstandswahl werden Irmela Fritsch und
wenn es zeitlich zu spät wird Georg Lehmann einstimmig gewählt.
Es wird einstimmig beschlossen, dass abweichend von der Satzung die Jahreshaupt-
versammlung 2018 nicht direkt 3 Wochen vor Ostern stattfinden wird, sondern am 16. oder 23. März.

Das Sitzungsprotokoll und der Kassenbericht werden auf der Homepage des
Vereins veröffentlicht.

2. Jahresbericht Deutschland (Lutz Didrichs)

15 Schulen waren für uns aktiv und haben insgesamt 30.000€ gespendet, Vorträge
von Frau Dr. Brügmann gab es an 7 Schulen.

Ein Benefizkonzert mit dem Krankenhauschor fand im März in Schramberg statt.

Die Kreuzsattelhütte wurde zweimal vom Verein bewirtschaftet.
Im Juni fand das Haitifest am Hexenplatz in Oberwolfach statt.

Es gab 4 ganztätige Vorstandssitzungen sowie 2 Arbeitssitzungen mit den EWB.

Es wurden wieder Lebkuchen gebacken und für den Verein verkauft.

– 2 –
3. Jahresbericht Haiti (Dr. Anke Brügmann)

Noch immer kämpft der Verein in Haiti mit den Folgen des Hurricans. Vieles ist
noch provisorisch, weil außer Natur und Gebäuden auch viele schriftliche Unterlagen zerstört wurden.
Das Planungsministerium hat ohne Vorankündigung vielen Hilfsorganisationen
die Gemeinnützigkeit aberkannt, weil sie geforderte Unterlagen nicht rechtzeitig
beibringen konnten. Mittlerweile sind alle Unterlagen auf dem Ministerium und wir warten auf die Anerkennung.
Schwierig gestaltet sich die Buchhaltung, da durch die Beseitigung der Hurrican- schäden und die Bautätigkeit immer mehr Zahlungen erfolgt sind, die abgerechnet und dokumentiert werden müssen.
Der Autokauf im März war für den Verein ein großer Gewinn. Jetzt gibt es ein
zuverlässiges Transportmittel für Kranken- und Materialtransporte und für Ausflüge.
Mit 64 Mitarbeitern sind wir der größte Arbeitgeber in Beaumont. 5 davon sind ehe-
malige Waisenkinder. 3/4 der Angestellten sind Frauen.

Im Waisenhaus sind 75 Kinder und Jugendliche untergebracht, davon 43% Jungs.
11 sind in der Kinderkrippe, 35 in Kindergarten und Schule, 15 im örtlichen
Gymnasium, 10 in einem besseren Gymnasium in Camp Perrin, 8 sind in der
Berufsausbildung, darunter 5 extern. 4 unserer Jungendlichen bereiten sich auf den Hauptschulabschluss vor, einer aufs Abitur. 10 unserer Kinder sind behindert
oder chronisch krank.

Unsere Sozialwohnungen werden nach und nach renoviert.
Es gibt externe Hilfe für Familien in Not, v.a. bei Krankheit.
Jugendliche werden in der Ausbildung finanziell unterstützt.

In der Schule ist es schwierig, das Niveau zu halten, weil durch den Hurrican viele
Unterrichtsstunden nicht erteilt werden konnten. Wieder sind einige gute Lehrer
kurzfristig abgesprungen und mussten schnell durch Lehrer 2. Wahl ersetzt werden.
Zusammen mit der Kinderkrippe werden etwa 280 Schüler unterrichtet. Das teilt sich auf in Kinderkrippe, 4 Vorschulklassen, die Klassen 1 – 4 zweizügig, die Klassen
5 und 6 einzügig. Es mussten über 100 Schüler abgelehnt werden.
Die Hälfte der Klassen wird am neuen Standort unterrichtet, allerdings sind sie dort erstmal nur provisorisch untergebracht.

In der Landwirtschaft ist die Ernte nur gering, weil nach dem Hurrican nichts mehr stand. Die Ernte trägt aber zur qualitativen Verbesserung der Ernährung bei.
Obst und Gemüse sind auf dem Markt mittlerweile teurer als Fleisch.
Der Agrartechniker wurde zum Jahresende entlassen, weil er nichts organisieren kann.
Es wurde eine 9 ha kahle Bergfläche erworben. Die Aufforstung dort kommt gut voran.
– 3 –
Die medizinische Arbeit ist sehr aufwändig. Es werden nur externe Notfälle be-
handelt, aber es warten immer sehr viele Patienten auf Hilfe, weil es keine rich-
tige ärztliche Versorgung gibt.

4. Kurze Bildpräsentation (Dr. Anke Brügmann, Maren Mistele (EWB))

Frau Dr. Brügmann zeigt Bilder aus den unterschiedlichen Bereichen der Vereins-
aktivitäten in Haiti. Sie lobt die Arbeit der engineers without borders, die auf dem neuen Vereinsgelände weitergebaut haben.
Maren Mistele zeigt anhand ihrer Bilder die Baufortschritte, die seit der letzten
Jahreshauptversammlung gemacht wurden. Nenen den 27 Studenten, die in Haiti
aktiv waren, gibt es eine Gruppe von 60 Mitgliedern in Deutschland, die die Bauarbeiten vorplanen.

5. Kassenbericht 2016 (Ingrid Bräutigam, Dr. Anke Brügmann)

a) Kassenbericht Deutschland (Ingrid Bräutigam)

Ingrid Bräutigam erläutert die deutsche Kasse. Weil der Verein ehrenamtlich aufgebaut ist, geht das allermeiste Geld nach Haiti. Nur ein kleiner Bruchteil der
Einnahmen wird für Verwaltung und Flüge verwendet.
Die genauen Zahlen entnehmen Sie bitte dem detaillierten Kassenbericht.

b) Kassenbericht Haiti (Dr. Anke Brügmann)

Frau Dr. Brügmann erklärt das Prinzip der verschiedenen haitianischen Kassen.
Gerechnet werden muss mit vier verschiedenen Währungen (Euro, US-Dollar,
haitianische Dollar und haitianische Gourdes). Der bessere Wechselkurs fängt höhere Ausgaben in Haiti wieder auf. Wir zahlen dadurch nicht mehr in Euro.
Auch hier wird auf den detaillierten Kassenbericht verwiesen.

c) Bericht Kassenprüfung (Gerhard Hansert)

Die Kasse wurde sehr sorgfältig von Gerhard Hansert geprüft. Herr Echle konnte
krankheitsbedingt nicht dabei sein.
Es lagen neben den Kassenberichten die Kontoauszüge sowie Quittungen und Rech-
nungsbelege aus Deutschland und Haiti vor. Die Stichproben ergaben keine Bean-standungen. Daher wurde die Entlastung des Vorstands vorgeschlagen. Diese
wurde von der Versammlung bei Enthaltung des Vorstandes und zwei weiteren Enthaltungen angenommen.

– 4 –
6. Geplante Aktivitäten Deutschland 2018 (Stefan Willeitner)

Wenn die Gemeinnützigkeit des Vereins offiziell anerkannt ist, soll der fertig ge-
packte Container auf die Reise geschickt werden.

Es wird wieder Vorträge an Schulen geben.

Im Frühjahr ist ein Benefizkonzert im Blauen Saal in Wolfach geplant.

Am Pfingstsonntag wird die Kreuzsattelhütte vom Verein bewirtschaftet.
Im Juni wird es auf dem Hexenplatz wieder ein Vereinsfest geben.

Ein Lebkuchenteam wird wahrscheinlich wieder Lebkuchen backen und für den Verein verkaufen.

Neben den Vorstandssitzungen finden auch wieder Arbeitssitzungen mit den EWB statt.

7. Geplante Aktivitäten Haiti 2017 (Jörg Wulle)

Alle Kräfte werden auf den Neubau konzentriert, um den Umzug voranzutreiben.
Vorher können keine neuen Projekte in Angriff genommen werden.

Frau Dr. Brügmann wird wieder viermal nach Haiti reisen und damit über 7 Monate vor Ort sein. Außerdem werden Jörg Wulle zweimal und Stefan Willeitner nach
Haiti kommen.

8. Vorstandswahl

Der Wahlleiter Georg Lehmann stellt fest, dass bei keinem Wahlgang eine geheime Wahl gewünscht wird bei Zustimmung aller Mitglieder.

Nach der Vorstellung der Kandidaten werden die Wahlen durchgeführt.

Die erste und zweite Vorsitzende, die Kassenwartin und der Schriftführer werden
einzeln gewählt, die Beisitzer gemeinsam. Die Wahlen wurden ordnungsgemäß
durchgeführt. In den Vorstand gewählt wurden:

1. Vorsitzende Dr. Anke Brügmann, Ärztin
St. Roman 1b, 77709 Wolfach

2. Vorsitzende Sigrid Fridrich, Rechtsanwältin
Zehntscheuerweg 5, 72070 Tübingen

Kassenwartin Ingrid Bräutigam, Betriebswirtin
Unterwöhrlehofweg 18
77709 Wolfach

Schriftführer Stefan Willeitner, Lehrer
Lupinenweg 6,
74629 Pfedelbach

Beisitzer Dr. Gerd Brügmann, Chemiker
Taubenstr. 32, 72108 Rottenburg

Lutz Diedrichs,
Talstr. 78, 77709 Wolfach

Gabriele Kinle, Lehrerin
Paula Hollenwegerstr. 35, 79379 Müllheim

Jörg Wulle, Verwaltungsbeamter
Völkerweg 7, 72072 Tübingen

Alle gewählten Vorstandsmitglieder nehmen die Wahl an.

Zu Kassenprüfern werden Herr Hansert und Herr Echle gewählt.

Genaue Angaben zu den Wahlen finden sich im gesonderten Wahlprotokoll, das dem
Original des Protokolls der JHV angeheftet ist.

9. Verschiedenes (Gabriele Kinle)

Nachdem es keine weiteren Fragen gibt dankt Gabriele Kinle allen Teilnehmern für ihr Kommen und schließt die Sitzung um 19.20 Uhr.

Dr. Anke Brügmann Stefan Willeitner
1. Vorsitzende Protokollführer

Jahreshauptversammlung 2018


Pwojè men kontre e.V., Dr. Anke Brügmann,
St. Roman 1 B, 77709 Wolfach
Einladung zur Jahreshauptversammlung am Samstag, den 10. März 2018
um 16 Uhr im katholischen Gemeindehaus, Kirchstr.16, in Wolfach
(bei der katholischen Kirche, Richtung Oberwolfach)
Achtung! Anderer Veranstaltungsort als bei den letzten Versammlungen!


Tagesordnung:
1. Begrüßung
2. Jahresbericht Deutschland 2017
3. Jahresbericht Haiti 2017
4. Kurze Bildpräsentation
5. Kassenbericht 2017
6. Geplante Aktivitäten Deutschland 2018
7. Geplante Aktivitäten Haiti 2018
8. Vorstandswahl
9. Verschiedenes
Wir möchten Sie über unsere Aktivitäten im Jahr 2017 informieren und laden Sie herzlich zu unserer Jahreshauptversammlung ein. Wir würden uns freuen, wenn auch diesmal wieder viele Interessierte kommen würden.
Das Protokoll der Versammlung können Sie anschließend bei uns anfordern oder im Internet nachlesen.
Wir freuen uns auf Ihr Kommen. Herzliche Grüße
Dr. Anke Brügmann

Protokoll der Jahreshauptversammlung 2017

Protokoll der Jahreshauptversammlung des

Vereins Pwojè men kontre Haiti-Deutschland e.V.

in Wolfach am Samstag, dem 25. März 2017 um 16 Uhr

im evangelischen Gemeindehaus Wolfach, Vorstadtstr. 22

Die Einladung der Mitglieder erfolgte fristgerecht.

 

TAGESORDNUNG:

1. Begrüßung

2. Jahresbericht Deutschland 2016

3. Jahresbericht Haiti 2016 incl. Aktivitäten nach dem Hurrican

4. Kurze Bildpräsentation

5. Kassenbericht 2016

6. Geplante Aktivitäten Deutschland 2017

7. Geplante Aktivitäten Haiti 2017

8. Vorstandswahlen

9. Verschiedenes

1. Begrüßung (Sigrid Fridrich)

Frau Fridrich eröffnet die Jahreshauptversammlung und begrüßt die Anwesenden.

Sie begrüßt insbesondere die fünf Vertreter der Engineers without borders aus

Karlsruhe und Herrn Mehlhorn vom Rotary Club aus Stuttgart. Gemeinsam mit

weiteren Rotariern wird der Rotary Club Stuttgart die Wasserversorgung auf dem

neuen Vereinsgelände finanzieren.

Ihr Dank gilt auch der evangelischen Kirchengemeinde Wolfach für die unentgeltliche Nutzung des Gemeindesaales.

Von der Presse sind jeweils ein Vertreter vom Offenburger Tagblatt und vom

Schwarzwälder Boten anwesend. Es sind 30 Mitglieder und 14 Interessierte gekommen.

(Anmerkung: wegen der Länge der Sitzung waren zum Zeitpunkt der Wahlen

TOP 8 nur noch 25 Mitglieder anwesend).

Als Protokollführer wird einstimmig Stefan Willeitner gewählt, der die Wahl

annimmt.

Das Sitzungsprotokoll und der Kassenbericht werden auf der Homepage des

Vereins veröffentlicht.

2. Jahresbericht Deutschland (Lutz Didrichs)

Im Januar war der Start des Crowdfundigs der Volksbank Kinzigtal. Am Ende er-

gaben sich 10.000 Euro für den Bau eines Vorschulhauses.

Die Bewirtung der Kreuzsattelhütte am 5. Juni fand leider bei regnerischem Wetter statt.

Nach dem Bescheid der haitianischen Behörden konnte im August endlich der Container seine Reise antreten.

Im September wurden auf dem Markt in Wolfach Marmeladen und Kuchen verkauft.

Bei schönstem Wetter fand das Haitifest auf dem Hexenplatz in Oberwolfach statt

und war mit 40 Gästen ein voller Erfolg.

Kurz nach dem Hurrican gab es einen improvisierten Infostand auf dem Gallusmarkt mit Spendensammlung.

Eine von Irmela Fritsch geplante Lebkuchenaktion erbrachte 2,218 Euro. Dabei

wurden von Vorstandsmitgliedern und Freunden Lebkuchen gebacken und abgepackt.

Ein herzliches Dankeschön geht an den Imker Christoph Koch und den Bäcker Stephan Koch aus Oppenau.

Am 19. Oktober wurde ein Radiointerview mit Myriam Decker von den

engineers without borders mit Radio Ohr gesendet, das wir vermittelt hatten.

Am 11.1. dann ein Imterview mit Dr. Anke Brügmann über skype mit HR Inforadio.

Spendenläufe, Kollekten, Konzerte und eine Tanzveranstaltung wurden zu unseren Gunsten veranstaltet. Die Spendenbereitschaft auch unter den Firmen aus dem

Bereich Wolfach war groß.

Lutz Didrichs bedankt sich bei allen Spendern.

3. Jahresbericht Haiti (Dr. Anke Brügmann, Jörg Wulle; Maren Mistele, EWB)

Der Jahrhunderhurrican Matthew hat die Planungen für das Jahr 2016 über den

Haufen geworfen. Nach dem Hurrican war nichts mehr wie vorher.

Derzeit sind 75 Waisenkinder an zwei Standorten untergebracht. Auf dem alten

Gelände mit nicht erdbebensicherer Bausubstanz sind die Schäden notdürftig repa-

riert worden. Die Bauten auf dem neuen Gelände haben dem Hurrican standgehalten.

In das alte Gelände zu investieren macht keinen Sinn mehr. Um so dringlicher sind

weitere Baumaßnahmen auf dem neuen Gelände. Denn zur Zeit schlafen immer noch

teilweise zwei Kinder in einem Bett.

In der Schule sind 346 Schüler eingeschrieben. Sie besuchen die vier Vorschulklas-

sen, die Klassen 1 – 3, die gedoppelt sind, sowie die Klassen 4, 5 und 6 und werden von 13 Lehrern unterrichtet. Auch die Schule ist auf die beiden Standorte verteilt,

was die Arbeit zusätzlich erschwert.

Frau Brügmann lobt die Arbeit der engineers without borders, die während ihrer

Bautätigkeit zweimal evakuiert werden mussten, nach dem Hurrican und nach politischen Unruhen.

Nach einem Motorschaden war der Pkw, der schon unzählige Male repariert wor-

den war, nicht mehr zu retten. Er wurde durch einen anderen Wagen ersetzt, der

dank der großzügigen Spende der Firma Ensinger gekauft werden konnte.

Der Container aus Deutschland, der von Georg Lehmann und seinem Team gefüllt

worden war, kam gerade noch vor dem Hurrican an und wurde dann nach dem

Hurrican nach und nach ausgepackt.

Der Hurrican hat schwerste Verwüstungen in der Gegend um Beaumont angerichtet, in der 30.000 Menschen leben. 150 Tote sind zu beklagen.

Es steht kein Stein mehr auf dem anderen, Wellbleche wurden zerfetzt und sogar Betonpfeiler sind umgeknickt. Die Zerstörungen in der Natur und in der Land-wirtschaft sind riesig.

Unser Verein hat Schäden im fünfstelligen Bereich zu beklagen.

Patienten mit den unterschiedlichsten Erkrankungen kamen schon ab dem 1. Tag zu

Dr. Anke Brügmann. Sie erhielt immer mal wieder ärztliche Unterstützung aus dem Ausland für 2, 3 Tage, aber niemanden, der längere Zeit blieb.

Auch bei der Lebensmittel- und Materialversorgung gab es Unterstützung von

außen, aber keine Helfer. Es gab keine Organisation die etwas vor Ort organisiert hat und mit Mitarbeitern vor Ort geblieben ist. So nahm Anke Brügmann die Koordina-

tion unterschiedlicher Hilfsmaßnahmenin de Hand:

Fünf Hubschrauberladungen voller Lebensmittel vom Verein „mission of hope“ wurden durch weitere Zukäufe des Vereins ergänzt und in Kits portioniert. So konnten 6500 Lebensmitteltüten ausgegeben werden.

Pwoje men kontre hat 100.000 Euro für ein Programm zum Dachdecken aufgelegt.

203 Häuser konnten bereits von örtlichen Handwerkern gedeckt werden. 150

Häuser können damit dann noch gedeckt werden.

Es wurden 1000 Decken, T-Shirts und Sandalen gekauft, um die Bevölkerung zu

versorgen.

Gemeinsam mit dem Verein „Help“ erhielten 150 Bauern Saatgut und Fortbildungen,

um die Landwirtschaft wieder aufzubauen.

Nach zwei Wochen war unsere Schule die erste in der Region, die wieder aufgemacht

hat. Das Schulessen, das es vorher an drei Mittagen gabe, wird nun an allen fünf

Schultagen ausgegeben.

Schulmaterial, das neu gekauft werden musste, kann auch von anderen Schulen gegen eine geringe Gebühr ausgeleihen werden.

Maren Mistele von den engineers without borders zeigt anhand von Bildern und

Grafiken, was bisher auf dem neuen Gelände gebaut wurde und was noch nach und

nach realisiert werden wird.

4. Kurze Bildpräsentation (Dr. Anke Brügmann)

Anhand eindrücklicher Bilder werden die Folgen des Hurricans und die darauffolgen-

den Hilfsmaßnahmen noch einmal nachvollziehbar.

5. Kassenbericht 2016 (Ingrid Bräutigam, Dr. Anke Brügmann)

a) Kassenbericht Deutschland (Ingrid Bräutigam)

Ingrid Bräutigam verweist auf das erfreulich hohe Spendenaufkommen, das dem

Hurrican Matthew geschuldet ist. Weil der Verein ehrenamtlich aufgebaut ist

wird für Verwaltung nur ein Bruchteil der Einnahmen verwendet.

Die genauen Zahlen entnehmen Sie bitte dem detaillierten Kassenbericht.

b) Kassenbericht Haiti (Dr. Anke Brügmann)

Frau Dr. Brügmann erklärt das Prinzip der verschiedenen haitianischen Kassen.

Gerechnet werden muss mit vier verschiedenen Währungen (Euro, US-Dollar,

haitianische Dollar und haitianische Gourdes). Die Euroschwäche kann durch andere bessere Wechselkurse wieder ausgeglichen werden.

Auch hier wird auf den detaillierten Kassenbericht verwiesen.

c) Bericht Kassenprüfung (Gerhard Hansert)

Die Kasse wurde sehr sorgfältig von Werner Echle und Gerhard Hansert geprüft.

Es lagen neben den Kassenberichten die Kontoauszüge sowie Quittungen und Rech-

nungsbelege aus Deutschland und Haiti vor. Die Stichproben ergaben keine Bean-standungen. Daher wurde die Entlastung des Vorstands vorgeschlagen. Diese

wurde von der Versammlung einstimmig bei Enthaltung des Vorstandes angenommen.

6. Geplante Aktivitäten Deutschland 2017 (Lutz Didrichs)

In Hausach steht noch ein fertig gepackter Container, der versendet werden kann.

Wegen des Hurricans haben sich die Zollformalitäten verzögert.

Es ist geplant einen weiteren Container zu füllen, der allerdings erst gekauft

werden muss. Es ist eine voll einsatzfähige Gastronomieküche mit Gasbrennern

gestiftet worden. Wir erhalten Gartengeräte von der Firma Echle in Oberwolfach.

Das Krankenhaus in Wolfach hat Material zugesagt. Die evangelische Kirche in

Kirnbach stiftet 5 Tische und 20 Stühle.

Die Kreuzsattelhütte soll wieder bewirtschaftet werden. Es soll auch wieder ein Haitifest geben. Ein neues Crowdfunding ist angedacht. Es gibt Anfragen für

Vorträge über unsere Aktivitäten in Haiti.

7. Geplante Aktivitäten Haiti 2017 (Dr. Anke Brügmann, Jörg Wulle)

Die Baumaßnahmen auf dem neuen Gelände werden fortgeführt werden.

Dringend gesucht sind weitere Helfer aus den Bereichen Medizin, Landwirtschaft,

Verwaltung, Informatik, Pädagogik auch aus dem frankophonen Ausland.

8. Vorstandswahl

Zunächst wird Irmela Fritsch als Wahlleiterin gewählt. Bei keinem Wahlgang wird eine geheime Wahl gewünscht bei Zustimmung aller Mitglieder.

Nach der Vorstellung der Kandidaten werden die Wahlen durchgeführt. Gabi Kienle

hat einer Wahl als Beisitzerin in Abwesenheit zugestimmt.

Die erste und zweite Vorsitzende, der Schriftführer und die Kassenwartin werden

einzeln gewählt, die Beisitzer gemeinsam. Die Wahlen wurden ordnungsgemäß

durchgeführt. In den Vorstand gewählt wurden:

1. Vorsitzende Dr. Anke Brügmann, Ärztin

St. Roman 1b, 77709 Wolfach

2. Vorsitzende Sigrid Fridrich, Rechtsanwältin

Zehntscheuerweg 5, 72070 Tübingen

Kassenwartin Ingrid Bräutigam, Betriebswirtin

Unterwöhrlehofweg 18

77709 Wolfach

Schriftführer Stefan Willeitner, Lehrer

Lupinenweg 6, 74629 Pfedelbach

Beisitzer Dr. Gerd Brügmann, Chemiker

Taubenstr. 32, 72108 Rottenburg

Lutz Diedrichs,

Hapbach 8, 77709 Wolfach

Gabriele Kinle, Lehrerin

Paula Hollenwegerstr. 35, 79379 Müllheim

Georg Lehmann, Zimmermann

Wilhelm-Homburger-Str. 2, 77776 Schapbach

Jörg Wulle, Verwaltungsbeamter

Völkerweg 7, 72072 Tübingen

Genaue Angaben zu den Wahlen finden sich im gesonderten Wahlprotokoll, das dem

Original des Protokolls der JHV angeheftet ist.

Alle Gewählten nehmen die Wahl an. Sigrid Fridrich dankt Irmela Fritsch für die

ordnungsgemäße Durchführung der Wahlen.

9. Verschiedenes

Sigrid Fridrich dankt allen Teilnehmern für ihr Kommen und schließt die Sitzung um 19.20 Uhr.

Dr. Anke Brügmann Stefan Willeitner
1. Vorsitzende          Protokollführer

Die Vorstandsmitglieder und Beisitzer, die bei der Jahreshauptversammlung im März 2016 gewählt wurden. Der Großteil der Ausgaben des Vereins geht direkt nach Haiti. Eine Übersicht, wofür die Spendengelder in Haiti im Jahr 2015 ausgegeben wurden.

Protokoll der Jahreshauptversammlung 2016

Protokoll der Jahreshauptversammlung des Vereins Pwojè men kontre Haiti-Deutschland e.V. in Wolfach am Samstag, dem 5. März 2016, um 16 Uhr, im evangelischen Gemeindehaus Wolfach, Vorstadtstr. 22. Die Einladung der Mitglieder erfolgte fristgerecht.

 

TAGESORDNUNG:

1. Begrüßung
2. Jahresbericht Deutschland 2015
3. Jahresbericht Haiti 2015
4. Kurze Bildpräsentation
5. Bericht über das Bauprojekt Fontrankil
6. Kassenbericht 2015
7. Geplante Aktivitäten Deutschland 2016
8. Geplante Aktivitäten Haiti 2016
9. Vorstandswahlen
10. Verschiedenes

1. Begrüßung (Dr. Anke Brügmann)
Dr. Anke Brügmann eröffnet die Jahreshauptversammlung und begrüßt die Anwesenden. Sie begrüßt insbesondere Stefan Oexle von der Firma Enerquinn aus Weingarten, der bereits eine Solaranlage gestiftet und aufgebaut hatte und das auch auf dem neuen Gelände erneut machen möchte. Ihr Dank gilt auch der evangelischen Kirchengemeinde Wolfach für die unentgeltliche Nutzung des Gemeindesaales.
Von der Presse sind jeweils ein Vertreter vom Offenburger Tagblatt und vom Schwarzwälder Boten anwesend. Es sind 32 Mitglieder und 5 Interessierte gekommen (Anmerkung: wegen der Länge der Sitzung waren zum Zeitpunkt der Wahlen TOP 9 nur noch 20 Mitglieder anwesend).
Dr. Anke Brügmann stellt den Vorstand vor und entschuldigt Frau Ute Arndt. Als Protokollführer wird einstimmig Stefan Willeitner gewählt, der die Wahl annimmt (siehe Wahlprotokolle). Das Sitzungsprotokoll und der Kassenbericht (hier herunterladen) werden auf der Homepage des Vereins veröffentlicht.

2. Jahresbericht Deutschland 2015 (Lutz Diedrichs, Georg Lehmann)
Der Vorstand traf sich zu vier ganztägigen Sitzungen in Tübingen und Stuttgart. Es wurde auch viel via Internet kommuniziert. Ein besonderer Dank gilt den vielen Helfern und Spendern, u.a. dem Patenschaftsteam von und mit Christa Seck, die Arbeit der Schulpartnerschaften von Katrin Brügmann-Straub, der Schule Biberach, der französischen Schule Tübingen und den Grundschulen Lindenhof und der Gutenbergschule Bochingen aus Oberndorf. Laut Information des Kassierers gab es z.B. noch Spenden von Ev. GS St. Augustin in Hangelar, Erich-Kästner-Schule in Künzelsau, GS Ahrensburger Weg in Hamburg, Heinrich-Drake-Realschule in Detmold, Musisches Internat Martinihaus Rottenburg, Realschule Plus in Adenau, Schule am Limberg in Wallerfangen, Burgfeldschule Sachsenheim in Oberriexingen, sowie St. Raphael Schule in Heidelberg. Der Verein ist gerne bereit, Vorträge und Präsentationen nicht nur in Schulen zu halten, sondern auch in Firmen , jeglichen Institutionen sowie interessierten Gruppen. So gab es zum Beispiek Präsentationen in Bonn, Heidelberg und Rottenburg. Für das Landwirtschaftsprojekt, das in besonderer Weise vom Walldorfer Gemeinderat unterstützt wird, hatte Frau Dr. Brügmann am 1.10. 2015 eine erfolgreiche Abschlusspräsentation.
Dank geht an die Musikgruppen, die das Helpfest in Hapbach zu Gunsten des Vereins durchgeführt haben. Sowie an die Firmen Möbelbau Geiger und Fensterbau Schillinger in Wolfach und Oberwolfach, die als Lehrlingsprojekt 16 Fenster gebaut haben.
Stefan Oexle hat auch für das neue Gelände eine Solaranlage gespendet. Die Firma Kalmbach aus Baden-Baden hat einen Drucker mit Patronen für mehrere Jahre gespendet. Laut Kassierer gab es noch weitere Spenden, u.a. von Carl Padberg Zentrifugenbau aus Lahr, Ensinger-Stiftung aus Rottenburg, Evang. Kirchengemeinde Langenfeld, Förderverein Eine Welt für alle aus Rheinbach, Kath. Kirchengemeinde St. Raphael aus Heidelberg, Kath. Kirchengem. St. Vitus aus Heidelberg, Lions Hilfswerk Öhringen, Omnibus Gross Rottenburg, VT Etiketten aus Uelzen, Carl Padberg Zentrifugenbau aus Lahr, sowie viele weitere Spender.
Georg Lehmann berichtet, dass ein Container mit Solaranlage, Betonmischer, Stromaggregat, Kühlschrank etc. seit August fertig gepackt bereit steht, der Verein aber noch immer auf die Genehmigung der haitianischen Behörden wartet, die die Einfuhr genehmigen müssen.
Ein besonderer Dank gilt den Engineers without borders (EWB) aus Karlsruhe (Studierende des Karlsruher Instituts für Technologie). Bei mehreren Sitzungen in Karlsruhe und Bad Peterstat wurden die Weichen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit gestellt.

3. Jahresbericht Haiti 2015 (Dr. Anke Brügmann, Jörg Wulle, EWB)
Durch die vier Reisen von Frau Dr. Brügmann (insg. 7 Monate Aufenthalt), die zwei Reisen von Jörg Wulle, sowie die Aufenthalte von Stefan Willeitner und Anja Schneider gab es eine fast kontinuierliche Präsenz von Helfern aus Deutschland.
Die EWB waren mit Teams von bis zu 10 Leuten Anfang April und von August bis Dezember in Haiti und haben extra noch verlängert, um begonnene Arbeiten noch abschließen zu können.
Die politische Lage in Haiti bleibt weiter instabil. Bei den Präsidentenwahlen gab es zwei Kandidaten mit hoher Stimmenzahl. Es wurde der Verdacht der Wahlmanipu-lation laut. Seit Februar 2016 gibt es eine Übergangsregierung, die aber nichts Weitreichendes entscheiden kann.
Der Bau der Nationalstraße direkt vor dem Gelände des Vereins bringt Dreck, Staub, auch in die technischen Geräte, Abfall, Lärm, so dass sich nur noch schwer unterrichten lässt und Wasser bis in die Zimmer dringt, weil das Wasser nicht mehr abfließen kann. Durch das hohe Tempo auf der Straße gibt es mehr Unfälle; die Verletzten werden zur Versorgung ins Krankenzimmer zu Frau Dr. Brügmann gebracht und die Schulkinder haben Schwierigkeiten, heil über die Straße zu kommen. Durch die extreme Trockenheit gab es Ernteausfälle und der Verein musste Vieh verkaufen, weil er es nicht mehr versorgen konnte. Als EWB-Projekt wurde für die Wasserversorgung in Nan Ginen die Wasserzapfstelle betoniert und die Wasserleitung, auch als Schutz vor Vandalen, unter die Erde verlegt. So ist für eine besser Wasserversorgung für das Vereinsgelände und die Bewohner des Viertels gesorgt.
Durch die Abholzung und Brandrodung, unter anderem zur Gewinnung von Holzkohle, werden auch Fruchtbäume gefällt und der Boden der Erosion freigegeben. So gibt es viele Früchte und Lebensmittel nicht mehr auf dem Markt zu kaufen. Die Landwirtschaft des Vereins dient zur gesunden Ernährung der Kinder. Der Gemüseanbau wurde erweitert, es wurde Land zum Anbau und Viehfutter dazugekauft. Eine widerstandsfähigere Ziegenrasse aus Jamaika wurde angeschafft und ein neuer Ziegenstall gebaut.
Anke Brügmann lobt die Arbeit der EWB, die teilweise bis nachts um 2 Uhr auf der Baustelle gearbeitet haben und am nächsten morgen ging es dann weiter. Sie waren gut integriert und kamen mit den Jugendlichen und den einheimischen Mitarbeitern gut aus. Vorbildfunktion hatten sie, weil sie als Ingenieure mit angepackt haben und nicht nur Kommandos erteilt haben – und durch den hohen Frauenanteil.
Im Waisenhaus besuchen 31 von 75 Jugendlichen weiterführende Schulen, was hohe Schulgebühren, Kosten für Uniformen, etc. nach sich zieht. Aufgrund von wenig Ausbildungsmöglichkeiten gibt es zum weiteren Schulbesuch keine wirkliche Alternative. Obwohl viele Schüler abgewiesen werden mussten ist die Schülerzahl an der Schule weiter angestiegen. Es gibt zwei erste und zwei dritte Klassen. Die Lehrerausbildung in Haiti ist mangelhaft. Jeden Mittwoch werden Lehrerfortbildungen angeboten, wenn Anke Brügmann vor Ort ist. Die Schule ist weiterhin Pilotschule des Erziehungsministeriums, was allerdings viel Formularbeit nach sich zieht. Es besteht ein guter Kontakt zum Erziehungsministerium. Nachdem der Staat die Gehälter für das medizinische Personal nicht mehr bezahlt hat ist das örtliche Krankenhaus geschlossen und Patienten werden zu Frau Dr. Brügmann gebracht.
Um die Genehmigung für den Container nach Haiti zu erhalten, wurden ca. 20 Tagesreisen nach Port-au-Prince unternommen. Mittlerweile sind die Unterlagen immerhin vom Planungsministerium ins Finanzministerium weitergegeben worden.
Das Auto ist aufgrund der Straßenverhältnisse und der Beanspruchung am Ende und muss durch einen anderen gebrauchten Geländewagen ersetzt werden. Durch den Import sind die Preise allerdings höher als in Deutschland.
Es gibt noch die Sozialwohnungen des Vereins. Die Lebensmittelverteilung musste aus Kostengründen leider eingestellt werden.
Jörg Wulle, der im letzten Jahr zweimal in Haiti war, lobt die großen Fortschritte auf der Baustelle, berichtet vom Richtfest und betont ausdrücklich die Dringlichkeit des Autokaufs.

4. Kurze Bildpräsentation
Anke Brügmann zeigt Bilder und kurze Videos zu den Bereichen Straßenbau, Landwirtschaft, Quellfassung im April, Theateraufführungen in der Schule, Bauvorbereitung und Bau der neuen Aula sowie die Nutzung durch Kindergarten und viele andere Heimkinder.

Ein paar interessante Zahlen zu den Kosten in Haiti:

  • 0,7 € – kostet eine gekühlte Cola
  • 0,6-1 € – verdient ein ungelernter Bauarbeiter als Tagelöhner pro Stunde
  • 1,3 € – kostet eine einfache fleischfreie Mahlzeit in der Schulkantine
  • 7 € – kostet ein Sack Holzkohle
  • 8 € – kostet ein Sack Zement
  • 23 € – kostet ein Sack Reis
  • 50 € – kostet die Basisernährung eines Waisenkindes im Waisenhaus im Monat
  • 65 € – verdient ein ungelernter Arbeiter, davon werden 1,5 € Lohnsteuer abgezogen
  • 145 € – geben wir monatlich für Benzin aus
  • 185 € – verdient ein ausgebildeter Lehrer, davon werden 15 € Lohnsteuer abgezogen
  • 3630 € – geben wir jährlich für Kleidung und Schuhe aus (zusätzlich zu Material aus Deutschland)
  • 5800 € – zahlen wir jährlich für Schulgeld in anderen Schulen
  • 6000 € – ist das Monatsbudget für Gehälter
  • 6700 € – geben wir monatlich für Lebensmittel aus (zusätzlich zu den Erträgen aus der Landwirtschaft)
  • 7000 € – kostet uns die Instandhaltung des Autos im Jahr

5. Bericht über das Bauprojekt in Fontrankil (EWB)
Die EWB berichten über die 1. Bauphase auf dem neuen Gelände. Es waren insg. 19 Studenten und Studentinnen mit der Vorbereitung der Einzäunung und dem Bau der Aula mit Anbau eingesetzt. Dabei wurden z.B. 11 Dachbinder à 500kg ohne Kran hochgezogen und hochgedrückt, um das Dach fertigstellen zu können. Bei den gesamten Bauarbeiten wurde besonders auf die Erdbebensicherheit geachtet. In die Wände der Aula können nicht einmal Betonnägel eingeschlagen werden. Die Funktionsräume an der Aula sind deshalb gemauert und unabhängig von der Aula. Für die zweite Bauphase fliegt ein Team am 15. März nach Haiti, die Bauphase 3 ist für den Sommer geplant. Näheres unter: ewbbeaumont.wordpress.com.

6. Kassenbericht 2015 (Dr. Gerd Brügmann, Dr. Anke Brügmann)
a) Kassenbericht Deutschland (Dr. Gerd Brügmann)
Herr Dr. Brügmann verweist auf das erfreulich hohe Spendenaufkommen. Das letzte Jahr schloss insgesamt zwar wieder mit einem Defizit, der Gegenwert ist aber diesmal auf der Baustelle in Fontrankil ersichtlich. Die genauen Zahlen entnehmen Sie bitte dem detaillierten Kassenbericht. Mit lang anhaltendem Beifall bedankt sich die Mitgliederversammlung bei Herrn Dr. Brügmann für 5 Jahre Kassierertätigkeit. Er stellt sich nicht mehr zur Wiederwahl als Kassierer, aber als Beisitzer.

b) Kassenbericht Haiti (Dr. Anke Brügmann)
Frau Dr. Brügmann erklärt das Prinzip der verschiedenen haitianischen Kassen. Gerechnet werden muss mit vier verschiedenen Währungen (Euro, US-Dollar, haitianische Dollar und haitianische Gourdes). Die Euroschwäche kann zum Teil durch andere bessere Wechselkurse wieder ausgeglichen werden. Auch hier wird auf den detaillierten Kassenbericht verwiesen.

c) Bericht Kassenprüfung (Ingrid Bräutigam)
Die Kasse wurde sehr sorgfältig von Ingrid Bräutigam und Gerhard Hansert geprüft. Es lagen neben den Kassenberichten die Kontoauszüge sowie Quittungen und Rechnungsbelege aus Deutschland und Haiti vor. Die Stichproben ergaben keine Beanstandungen. Daher wurde die Entlastung des Vorstands vorgeschlagen. Diese wurde von der Versammlung einstimmig bei Enthaltung des Vorstandes angenommen.

7. Geplante Aktivitäten Deutschland 2016 (Lutz Diedrichs)
Beim Crowdfunding der Volksbank Oberes Kinzigtal sollen 7500 € für ein neues Vorschulgebäude generiert werden. Zu jeder Spende ab 5 € gibt die Volksbank 5 € dazu. Da man nur einmal unter eigenem Namen spenden kann ist es sinnvoll, Spenden zu splitten (Familie, Freunde, Bekannte …). Lutz Diedrichs bedankt sich bei Irmela Fritsch für die Mithilfe beim Crowdfunding. Sein Dank geht auch an die EWB.
Im Herbst, vermutlich an einem Samstag im September, ist ein Herbstfest geplant. Spätestens nach der nächsten Vorstandssitzung stehen Ort und Termin fest. Geplant ist, an einem Tag am Wochenende die Bewirtung der Kreuzsattelhütte zu übernehmen. Details dazu werden noch festgelegt und rechtzeitig bekanntgegeben.

8. Geplante Aktivitäten Haiti 2016 (Stefan Willeitner)
Frau Dr. Brügmann reist sofort nach Ostern wieder nach Haiti. Von April bis September wird Jonas Benz-Baldas, fertig studierter Bauingenieur aus Karlsruhe in Haiti sein. Im Juli wird wahrscheinlich Anne -Sophie Stalens, eine Lehrerin und angehende Krankenschwester einreisen, im August für 5 Wochen Stefan Willeitner aus dem Vorstand. Wie berichtet werden verschiedene Teams der EWB übers Jahr auf der Baustelle arbeiten. Geplant ist möglichst viel Umzug auf das neue Gelände, mindestens die beiden ersten Klassen und die zweite Klasse. Frühestens Ende des Jahres wird die erste Wohngruppe umziehen. Für die Schule wird weiterhin nach guten Lehrern gesucht und die eigenen Lehrer werden fortgebildet.
Streichungen, die möglichst vermieden werden sollten, könnten sein: Streichung von Lebensmittelpaketen und Weihnachtsgeschenken, Streichung eines Kantinentages, Personalstreichungen, Streichung der Notlagenhilfe, Verzicht der Fortsetzung der Ausbildung bei älteren Schülern.
Für die Arbeit in Deutschland und Haiti werden immer Helfer aus den verschiedensten Berufsgruppen gesucht: Bau, Pädagogik, Verwaltung und Management, Handwerk, Landwirtschaft, Medizin.

9. Vorstandswahl
Zunächst wird Irmela Fritsch als Wahlleiterin gewählt. Bei keinem Wahlgang wird eine geheime Wahl gewünscht, bei Zustimmung aller Mitglieder. Nach der Vorstellung der Kandidaten werden die Wahlen durchgeführt. Ute Arndt hat einer Wahl als Schriftführerin in Abwesenheit zugestimmt. Die erste und zweite Vorsitzende, die Schriftführerin und die Kassenwartin werden einzeln gewählt, die Beisitzer gemeinsam. Die Wahlen wurden ordnungsgemäß durchgeführt.

In den Vorstand gewählt wurden:
1. Vorsitzende: Dr. Anke Brügmann, Ärztin, St. Roman 1b, 77709 Wolfach
2. Vorsitzende: Sigrid Fridrich, Rechtsanwältin, Zehntscheuerweg 5, 72070 Tübingen
Schriftführerin: Ute Arndt, Musiklehrerin, Bahnhofstr. 4, 64404 Bickenbach
Kassenwartin: Ingrid Bräutigam, Betriebswirtin, Unterwöhrlehofweg 18, 77709 Wolfach
Beisitzer: Dr. Gerd Brügmann, Chemiker, Taubenstr. 32, 72108 Rottenburg; Lutz Diedrichs, Hapbach 8, 77709 Wolfach; Georg Lehmann, Zimmermann, Wilhelm-Homburger-Str. 2, 77776 Schapbach; Stefan Willeitner, Lehrer, Lupinenweg 6, 74629 Pfedelbach; Jörg Wulle, Verwaltungsbeamter, Völkerweg 7, 72072 Tübingen.
Genaue Angaben zu den Wahlen finden sich im gesonderten Wahlprotokoll, das dem Original des Protokolls der JHV angeheftet ist. Als Kassenprüfer wurden Gerhard Hansert und neu Werner Echle gewählt. Alle Gewählten nehmen die Wahl an. Sigrid Fridrich dankt Irmela Fritsch für die ordnungsgemäße Durchführung der Wahlen.

10. Verschiedenes
Sigrid Fridrich dankt allen Teilnehmern für ihr Kommen und schließt die Sitzung gegen 21 Uhr.

Dr. Anke Brügmann, Vorsitzende
Stefan Willeitner, Protokollführer

Hauptversammlung 2012: Der Vorstand (v. li.: Ute Arndt, Fritz Schondelmaier und Anke Brügmann) berichtete über Hilfsprojekte SES-Experte Prof. Theodor Johannsen (Mitte) erläuterte die Vermessung der Grundstücke - Voraussetzung für die landwirtschaftliche Nutzung der Flächen (v. re. Vorstände Mario Laroche und Günther Stuffler)

2012 Hauptversammlung

Protokoll der Jahreshauptversammlung des Vereins Pwojè men kontre Haiti-Deutschland e.V.

in Wolfach am 17. März 2012.

Die Einladung der Mitglieder erfolgte fristgerecht.

TAGESORDNUNG: 

Begrüßung

2. Jahresbericht Deutschland 2011

3. Jahresbericht Haiti 2011

4. Kurze Bildpräsentation

5. Kassenbericht 2011

6. Geplante Aktivitäten Deutschland 2012

7. Geplante Aktivitäten Haiti 2012

8. Antrag Satzungsänderung

9. Vorstandswahl

10. Verschiedenes

TOP 1: Begrüßung
Mario Laroche eröffnet die Jahreshauptversammlung/Mitgliederversammlung um 18.10 Uhr und begrüßt die Anwesenden. Er dankt der evangelischen Kirchengemeinde Wolfach für die unentgeltliche Nutzung des Gemeindesaals und überbringt den Gruß des Bürgermeisters der Stadt Wolfach. Es sind 44 Mitglieder und 13 Interessierte gekommen.

TOP 2: Jahresbericht Deutschland 2011 (Ute Arndt)
In den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, dass der ursprüngliche Termin für die JHV am ersten Montag im Februar in vieler Hinsicht ungünstig ist. Dazu mehr unter TOP 8. Der seit Mai letzten Jahres neugewählte Vorstand traf sich mehrfach zu ausgedehnten Sitzungen und beriet sich mit Experten zu den verschiedenen Themen. Der Kontakt untereinander besteht kontinuierlich über mails oder Telefon auch zwischen den Treffen. Als äußerst hilfreich haben sich Kontakte zu Experten des Senior Experten Service (SES) erwiesen. Der Agraringenieur Herr Alfred Barkow und der Vermessungsingenieur Prof. Theodor Johannsen waren bereits mit in Haiti und haben vor Ort gearbeitet. In der Vorbereitungsphase hat uns der entwicklungshilfekundige Experte Dr. Heinrich Pohl aus Walldorf wegweisend unterstützt. Der Info-Flyer wurde aktualisiert und durch die Unterstützung von Claus Schmalholz konnte inzwischen die Homepage des Vereins erneuert werden. In Deutschland wurden auch 2011 wieder viele Veranstaltungen durchgeführt, deren Erlös der Arbeit von Pwojè men kontre in Haiti zugute kam. (siehe Anlage 2).

Wir danken allen Beteiligten, auch den nicht aufgeführten, an dieser Stelle nochmal sehr herzlich. Anke Brügmann hielt zahlreiche Präsentationen über die Arbeit in Haiti (u.a. in Rottenburg, Bonn, Ortenberg, Detmold, Bickenbach, Walldorf und Gaggenau).

Der letztes Jahr gewählte Vorstand wurde nochmal kurz vorgestellt:

Dr. Anke Brügmann, 1.Vorsitzende, ihre unermüdliche selbstlose Arbeit in Haiti in allen Bereichen für Waisenhaus und Schule spricht schon seit vielen Jahren für sich.

Mario Laroche, 2. Vorsitzender, als Ingenieur unterstützt er Bauvorhaben und hilft in allen Bereichen in Haiti, z.B. übernimmt er offizielle Kontakte mit Behörden und Ministerien.

Dr. Gerd Brügmann, Kassenwart.

Georg Lehmann führt die Containerlogistik durch (Kauf, Befüllung, Verschickung)

Günther Stuffler berät in allen Fragen zur technischen Ausrüstung und deren Möglichkeiten in Beaumont und arbeitet an der Umsetzung wichtiger Bauprojekte.

Dr.Fritz Schondelmaier unterstützt Anke Brügmann im medizinischen Bereich und hat darüber hinaus die Betreuung des neuen Arbeitsfeldes der Weiterverarbeitung der landwirtschaftlichen Produkte übernommen und die Kontakte mit der Stadt Walldorf.

Ute Arndt, Schriftführerin und Kontaktadresse in Deutschland. Dank an die Menschen in Wolfach und Umgebung, die das Herz des Vereins sind.

TOP 3: Jahresbericht Haiti 2011 (Dr. Anke Brügmann, Dr. Fritz Schondelmaier, A. Barkow )
Dr. Anke Brügmann war im vergangenen Jahr wieder mehrfach in Haiti. Im Januar stand die Versorgung von Cholerakranken im Vordergrund. Inzwischen sind die Erkrankungsfälle zum Glück deutlich zurückgegangen. Über Ostern 2011 wurde sie von Mario Laroche und Günther Stuffler begleitet; im Juni/Juli stand der Schuljahresabschluss im Vordergrund und anschließend die Reise mit Silvens zur 2. Operation nach Kuba. Inzwischen kann Silvens ohne Gehhilfen laufen! Im Herbst dann bis Mitte Dezember war Alfred Barkow das 1. Mal mit und im Januar und Februar 2012 bereits zum 2. Mal, dann zusammen mit Prof. Johannsen. Beide berichten anschließend von ihren Tätigkeiten. Seit Mai 2011 arbeitet in Beaumont ein Buchhalter sehr engagiert für uns, was die Abrechnungen deutlich erleichtert. Er hat im Moment eine ¾ Stelle, diese wird zu einer Ganzen aufgestockt werden. Im Dezember ging das alte Auto des Vereins endgültig kaputt und so bestand die Notwendigkeit, einen gebrauchten Geländewagen anzuschaffen, der 20 000 US$ kostete.

In der Umgebung von Beaumont ist jetzt die neue Nationalstraße im Bau. Die ursprüngliche Planung sah einen Umweg um Beaumont vor, jetzt scheint sie doch direkt durch Beaumont zu verlaufen und im schlimmsten Fall direkt am Waisenhaus vorbei. Das wäre eine Katastrophe (schon jetzt nehmen die Belastungen durch höheres Verkehrsaufkommen zu – mehr Asthmafälle – , dazu käme eine hohe Verkehrsgefährdung, Lärm, usw.) und für diesen Fall müssten wir uns eine Lösung überlegen. Auch die Stadt Beaumont hat gegen diesen Straßenverlauf protestiert und die letzte Nachricht war, dass die Straße nicht direkt bei uns vorbeigeht, aber noch ist alles offen.

Das Problem mit der Wasserleitung besteht weiterhin; die Leitungsrohre sind im Container mitgekommen, aber als Erstes muss die marode Quellfassung saniert werden. Diese Arbeit soll von Terre des Hommes erbracht werden.

Es gibt immer wieder Probleme mit den Gaskochern, die sehr schnell kaputt gehen. Ein erster Kerosinkocher wurde erfolgreich getestet und daher werden davon mehr angeschafft. Diese Kocher sind sparsamer und Kerosin kann vor Ort gekauft werden. Solarkocher sind im Moment noch keine Alternative, weil zu den Zeiten, an denen gekocht werden muss, die Sonne oft nicht scheint.

Die Planung der verschiedenen Bauprojekte geht voran, voraussichtlich wird ein Bauteam aus Nicaragua die Ausführung übernehmen. Im Waisenhaus leben 73 Kinder zwischen 2 und 23 Jahren. 3 gehen in die Lehre (2 als Klempner in Les Cayes, 1 als Bäcker in PauP, wird bald verfügbar sein und zurückkehren), 12 besuchen weiterführende Schulen in Camp Perrin (6) und Beaumont (6), 52 gehen in die Klassen 1-6 in unserer Schule, 5 besuchen unsere Vorschule und die Kleinste ist noch zuhause. 2011 wurden Kinder getauft und im Sommer wurde Erstkommunion gefeiert. In den Sommerferien wurde ein Ausflug auf die Insel Cayemite gemacht. Zum Nikolaustag haben die Kinder ihre Schuhe rausgestellt und bekamen eine Kleinigkeit, fürs Weihnachtsfest wurde Christbaumschmuck gebastelt. Und im Februar stellte die Teilnahme am Karnevalszug durch Beaumont einen Höhepunkt dar. Einige große Jungen müssen getrennt von den Kleinen im Waisenhaus untergebracht werden.

Im Patenschaftsprogramm für bedürftige Schüler aus der Schule werden 29 Kinder betreut. Dieses Programm kann nicht ausgeweitet werden, weil diese Patenschaften schwer zu organisieren sind. In letzter Zeit kommt es leider häufiger vor, dass große Mädchen über Nacht verschwinden, weil sie in die Stadt als Dienstmädchen gegeben werden. Wir setzen uns dafür ein, diese Mädchen wiederzufinden und dafür zu sorgen, dass sie weiter zur Schule gehen können. Leider gelingt das nicht immer.

Die Schule hat mit 250 Schülern in den Klassen 1-6 und 3 Vorschulklassen ihre Maximalkapazität erreicht. Die Schulkantine versorgt die Schüler dreimal in der Woche mit einer warmen Mahlzeit und täglich mit Pausenbroten (z.B. Brot oder Maniokbrot mit Erdnussbutter, s.u.). Zwei neue Klassenräume werden dringend gebraucht. Die Schule erhielt eine geringe staatliche Subvention als Pilotschule, wichtig ist aber vor allem die Anerkennung, die unsere Schule auch bei den Behörden genießt. Probleme gibt es seit dem Erdbeben mit der Beschaffung von Schulbüchern, denn den Verlag in Port-au-Prince, der diese gedruckt hat, gibt es seit dem Erdbeben nicht mehr. 2011 hat die ganze Abschlussklasse das Examen geschafft (durchaus nicht üblich in Haiti) und auch das bestätigt den guten Ruf der Schule. Wir bieten weiterhin auch Programme für schwache Schüler an, die auch dringend benötigt werden. Ein Problem ist es weiterhin, gute Lehrer zur Arbeit in der Provinz zu bekommen. 10 Flüchtlingskinder hatten ein Stipendium.

In der Ambulanz im Waisenhaus versorgen wir neben den Kindern aus Waisenhaus und Schule auch Notfälle aus unserem Stadtviertel. Die Erdbebenhilfe wurde in ein Sozialhilfeprogramm umgewandelt. Alte und Kranke erhalten weiter von unserem Verein jeden Donnerstag ein Lebensmittelpaket, sonst können diese Menschen nicht überleben. Einige Flüchtlingsfamilien sind inzwischen nach Port au Prince zurückgekehrt und so sind in unseren Sozialwohnungen und Flüchtlingsunterkünften Zimmer frei geworden. In frei gewordenen Zimmer im Haus in der Nähe des Waisenhauses werden in Zukunft die großen Jungen betreut, bis das Lehrlingswohnhaus fertig ist. Zum Personal unseres Vereins in Haiti gehören 47 Personen in Teilzeit- und Vollzeitstellen oder auf Honorarbasis. Die Gehälter variieren von 100 – 3000 Ht$.

Zum Bereich landwirtschaftliche Produktion und Weiterverarbeitung berichtet Dr. Fritz Schondelmaier. Ausgangs-Situation war folgende:
1.) Immer mehr Jugendliche im Waisenhaus mit Schulabschluß benötigten einen Ausbildungsplatz. Da Beaumont in einer strukturschwachen Region ist, bestand Handlungsbedarf.
2.) Nichts lag näher als die Schaffung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen zu verknüpfen mit einer Intensivierung und Erweiterung der Landwirtschaft, später dann auch Weiterverarbeitung und noch später Vermarktung der Produkte.
3.) Es lag hierfür bereits eine Machbarkeits-Studie vor. Nach eingehender Beratung, wir haben dazu auch Expertenrat eingeholt, möchte besonders Herrn Dr. Pohl erwähnen, der viele Jahre beruflich mit Entwicklungshilfe zu tun hatte—sind wir einhellig zu dem Ergebnis gekommen, dass es Sinn macht, zunächst noch keine Produktionshallen zu erstellen und Maschinen anzuschaffen, sondern als nächsten Schritt von einem Landwirtschafts-Experten vor Ort die wirkliche Machbarkeit überprüfen zu lassen. Aus einem Bewerberkreis von fünf Experten haben wir Herrn Dipl. Ing. A. Barkow ausgewählt. Er wurde vom Senior-Experten-Service vermittelt zu für uns außerordentlich günstigen Konditionen: Flug und Versicherung übernahm der SES, unser Konto wurde lediglich mit einem Taschengeld für Herrn Barkow belastet. Herr Barkow war inzwischen zwei Mal in Haiti. Er stellte seine Arbeit in einem eindrucksvollen Bildvortrag vor.
Der Senior Experte hat die Aufgabe, zusammen mit einem einheimischen Agrartechniker das räumliche Umfeld auf mögliche Potentiale agrarischer Produktion und deren anschließende industrielle Weiterverarbeitung zu untersuchen, Aussagen zur Machbarkeit zu machen und Prioritäten vorzuschlagen. Da der Verein nur über geringe landwirtschaftliche Nutzfläche verfügte, wurden während des ersten Einsatzes die Zukaufmöglichkeiten und deren Nutzungseignung überprüft. Am Ende erstellte der Experte eine Liste der interessantesten Flächen, bei der die Lage zu den bisherigen Flächen und zum Standort Waisenhaus, die Nutzungsmöglichkeiten und ökologische Gründe berücksichtigt wurden. Diese Liste wurde mit den Verantwortlichen durchgesprochen und dann den potentiellen Verkäufern Angebote unterbreitet. Zwischen den Einsätzen konnten der Kauf von 3 Parzellen mit einer Gesamtfläche von ca. 1 ha mit gutem Nutzungspotential und der Ankauf einer ökologisch wichtigen Landfläche mit ca. 1,5 ha zum Schutz des Einzugsbereichs der Wasserquelle vereinbart werden. Während des zweiten Einsatzes wurde ein Agrartechniker probeweise eingestellt.

Ein wichtiger Punkt während des ersten Einsatzes war es, als Grundlage für eine Anbauplanung einen Überblick über den Anbaukalender der verschiedenen landwirtschaftlichen Kulturen zu bekommen. Die Versuchsaussaaten hatten unterschiedliche Erfolge. Im Bereich der tierischen Produktion hatte sich sowohl in der Schweinehaltung als auch in der Rindviehhaltung Nachwuchs eingestellt. Nebenprodukte der Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte (Maniokschalen, Erdnusskuchen, Erdnussstroh) können in der Tierhaltung gut verwertet werden und damit die Futterversorgung qualitativ verbessern. Um einen Überblick über die monatlichen Ausgaben des Waisenhauses und der Schule zu bekommen wurde eine Liste der monatlichen Einkäufe mit den aktuellen Preisen zusammengestellt. Aus dieser Liste lassen sich die Prioritäten für die Eigenproduktion bzw. eine Substitutionsstrategie in der Versorgung ableiten. Es handelt sich dabei vor allem um Jams-Wurzeln, Bohnen, Mais, Maniok (Cassave-Fladen), Erdnüsse (Erdnussbutter und Öl), Gemüse und Obst. Die Anbaukalender für die genannten Grundnahrungskulturen zeigen, dass es dazu vor allem auf die Planung und Organisation des Anbaus ankommt. So lässt sich durch die Auswahl der Jams-Sorten und die Auswahl der Pflanzzeiten bei Maniok eine fast ganzjährige durchgehende Eigenversorgung erreichen. Bei Gemüse ist durch gestaffelte Aussaatzeiten ebenfalls eine ganzjährige Versorgung mit frischen Produkten aus verschiedenen Gemüsearten möglich. Die Bestandsaufnahme der Obstbäume und Sträucher wurde abgeschlossen und weist ein erstaunliches Produktionspotential aus. Die Bestände müssen aber kontrolliert und die Produktionszeiträume festgehalten werden, um sie in den Versorgungsplanungen zu berücksichtigen.

Eine besondere Erwähnung muss in diesem Zusammenhang dem Kaffee gelten. Auf den bisherigen Flächen von men kontre gibt es einen Bestand von über 500 Sträuchern, die sich leider alle in einem sehr vernachlässigten Zustand befinden. Hier ist schrittweise ein Verjüngungsschnitt und eine Ausdünnung der Beschattung durchzuführen, um dadurch die Produktion zu verbessern und eventuell auch für den Markt zu produzieren. Auf Grund des Anbaukalenders scheint es möglich, eine fast ganzjährige Maniokproduktion zu erreichen. Dies sichert einerseits teilweise die Versorgung von Waisenhaus und Schule, begünstigt andererseits aber auch den Betrieb einer Maniokverarbeitung, ohne große Lagerkapazitäten aufbauen zu müssen. Der Erdnussanbau scheint ebenfalls in bis zu drei Perioden möglich und damit ebenfalls eine relativ gleichmäßige Versorgung einer Verarbeitungseinrichtung möglich zu sein. Hier kommen zwei Verarbeitungslinien in Frage: die Herstellung von Mamba (Erdnussbutter) und die Herstellung von Erdnussöl, zunächst mit einfachen Handölpressen, beides in erster Linie zur Eigenversorgung, aber auch mit der Perspektive diese Produktionen auszubauen und die Produkte zu vermarkten. Bisher wird der gesamte Speiseölbedarf des Landes eingeführt, bzw. im Rahmen der Nahrungsmittelhilfe bereitgestellt. Maniok und Erdnüsse sind Kulturen, die auch von den umliegenden Bauern relativ leichtübernommen werden könnten, da sie bekannt sind und bisher wegen begrenzter Absatzmöglichkeiten nicht in größerem Umfang angebaut werden. Auf diese Weise könnte auch die lokale Entwicklung gefördert werden. Für den Erdnussanbau wurden schon erste Ausbildungsmaßnahmen durch den Agrartechniker geplant. 

Die Gemüseproduktion wird ausgeweitet, die Anbaufläche wird verdoppelt und diversifiziert. Neben den Kulturen für den Frischverzehr, soll der Tomatenanbau so ausgedehnt werden, dass auch Versuche zur Herstellung von Tomatenmark oder Tomatensauce angestellt werden können. Auch für weitere Gemüsearten müssen Konservierungsmöglichkeiten geprüft werden. So gab es zur Zeit des Experteneinsatzes eine hohe Produktion an Weißkohl. Der Experte hat aus diesem Grund einen Versuch zur Herstellung von Sauerkraut gemacht, allerdings unter den sehr begrenzten Bedingungen in Beaumont. Bedanken möchten wir uns an dieser Stelle bei der Stadt Walldorf, die unser landwirtschaftliches Projekt finanziell trägt, Planung und Durchführung erfolgen in enger Abstimmung. In einer Gemeinderats-Sitzung haben wir unser Projekt erläutert und große Zustimmung erhalten.

Dank des SES-Experten für Vermessung, Prof. Theodor Johannsen, liegen jetzt genaue Zahlen über die Lage, Größe und Ausrichtung der verfügbaren Flächen vor. Das ermöglicht eine mittelfristige Planung des Anbaus und stellt eine Grundlage dafür dar, die Möglichkeiten des Aufbaus von Verarbeitungsaktivitäten realistisch einzuschätzen. Auch die notwendigen Baumaßnahmen können dank der Vermessungen besser geplant und durchgeführt werden. 36 Flurstücke wurden vermessen und es gab einen ersten Kontakt von einigen Mitarbeitern und Schülern mit Vermessungsgeräten. Das Ziel wäre, vor Ort in Beaumont Personen zu haben, die selbständig Vermessungen durchführen könnten, doch dieses Ziel liegt wohl noch in der Ferne. Alle zu Pwojè men kontre gehörenden Flächen wurden inzwischen im Grundbuch auf den Verein eingetragen. Dieses ist erst möglich, seit der Verein als internationale Hilfsorganisation anerkannt ist.

TOP 4: Kurze Bildpräsentation (Dr. Anke Brügmann)
Die Arbeit des vergangenen Jahres wurde durch eine Bildpräsentation verdeutlicht.

TOP 5: Kassenbericht 2011 (Dr.Gerd Brügmann)
Im Jahr 2011 wurden etwa 228 000 € nach Haiti überwiesen. In Deutschland ging ein Betrag von ca. 210 000 € durch Mitgliedsbeiträge, Patenschaften und Spenden ein. Dazu kamen Zuwendungen der Stadt Walldorf in Höhe von insgesamt ca. 76 000 €, die die bereits erfolgten Ausgaben für den Hausbau in Pestel (2010) und für die Landwirschaft abdecken. Die Stadt Walldorf lässt durch Josine Pohl Grüße überbringen und die Zusage, dass die Projekte weiter durch die Stadt gefördert werden. Im haitianischen Kassenbericht ist die Aufschlüsselung der Ausgaben in Haiti zu sehen. Das Diagramm zeigt anschaulich, dass die Kosten für das Waisenhaus am höchsten sind; verständlich, da damit alle Bereiche des Lebens von 73 Kindern abzudecken sind. Die Kosten für die Schule beinhalten vor allem die Schulspeisungen. Auch die Personalkosten sind hoch, doch wenn man den Wert in € sieht, relativiert sich der Betrag (ca. 32 500 € für 47 Angestellte usw.). Im 1. Posten ist u.a. der Kauf des Autos enthalten. Die weiteren Angaben zeigen die Ausgaben für die Landwirtschaft incl. Zukauf von Flächen, Lehrlinge, das Schülerwohnheim in Camp Perrin, medizinische Versorgung vor allem Cholerahilfe, externe Patenschaften und die bisherige Erdbebenhilfe. Die aufgeführte „Differenz zu viel“ von etwa 1300 € entsteht dadurch, dass die Abrechnung zum Dezember erfolgte und die Umrechnungskurse im Lauf des Jahres Schwankungen aufwiesen. Käufe in Haiti werden teilweise in ht$ oder auch in US$ getätigt, mit Deutschland wird in € abgerechnet. Der Rest des aus Deutschland überwiesenen Geldes war auf dem haitianischen Konto und wurde im 1. Quartal 2012 verbraucht.

Die Kassenprüfung durch Ingrid Bräutigam und Gerhard Hansert ergab keine Beanstandungen (Anlage 5) und daraufhin wurde der Vorstand entlastet mit 37 Stimmen bei 7 Enthaltungen.

TOP 6: Geplante Aktivitäten Deutschland 2012 (Ute Arndt)
Die normale Arbeit wird fortgeführt. Es wird wieder durch Rundbriefe über die Arbeit informiert. Dabei wäre es gut, wenn die e-mail-Adressen bekannt wären, weil es die kostengünstigste Art des Berichteversands ist. Nach der Umarbeitung der Homepage wird jetzt fast wöchentlich etwas Aktuelles auf der Homepage zu lesen sein. Es lohnt sich also, öfters mal nachzusehen. Für die kommende Zeit sind verschiedene Präsentationen und Vorträge geplant. Wir suchen weiter intensiv nach Mitarbeitern, unter anderem vom SES, aber auch nach weiteren Freiwilligen. Die nächste JHV 2013 wird am 9.3.2013 in Wolfach stattfinden.

TOP 7: geplante Aktivitäten Haiti 2012 (Dr. Anke Brügmann, Günther Stuffler, Georg Lehmann)
Anke Brügmann wird 2012 Mitte April bis Mitte Mai, Ende Juni bis Anfang August, Mitte Oktober bis Mitte November und dann Anfang 2013 wieder nach Haiti reisen. Noch wird nach Fachleuten vom SES gesucht, die für verschiedene Aufgaben mitreisen könnten. Anfang 2013 werden Dr. Fritz Schondelmaier und seine Tochter, eine Zahnärztin, mitfahren. Die Ambulanz wird weiter ausgebaut. Wenn die großen Jugendlichen in die Übergangswohnung umgezogen sind, können 2 Cholerawaisen im Waisenhaus aufgenommen werden. Die Landwirtschaft soll intensiviert werden und im Bereich der Verarbeitung der landwirtschaftlichen Produkte werden Geräte zur Erdnussweiterverarbeitung und zur Maniokverarbeitung gekauft. Benel, der Bäckerlehrling, wird voraussichtlich zurückkehren und in unserer Bäckerei arbeiten. Günther Stuffler berichtet von den Bauprojekten, mit deren Realisierung dieses Jahr begonnen werden soll. Zunächst werden 10 Trockentoiletten für das Waisenhaus gebaut und das Lehrlingswohnheim auf Plain Danyel für 12 Lehrlinge. Danach sollen weitere 9 Toiletten im Schulbereich folgen, dann 2 neue Klassenräume. Bei den Bauarbeiten sollen bei der Arbeit mit Sofonias aus Nicaragua auch Jugendliche ausgebildet werden, so dass sie ihr Können eventuell später in einem eigenen Betrieb verwenden können. Dieses Jahr wird wieder ein Container nach Haiti geschickt werden, wie Georg Lehmann berichtete. Es gibt bereits viel Material und auch Bauholz soll mitgeschickt werden, weil es in Haiti sehr teuer und schwer zu bekommen ist.

TOP 8: Antrag Satzungsänderung (Sigrid Fridrich)
Sigrid Fridrich stellte die zu ändernden Passagen der Satzung vor. Nach Diskussionen darüber wurde über die Änderungen getrennt abgestimmt. Zu § 7 Nr. 5: „Die ordentliche Mitgliederversammlung findet alljährlich am Samstag drei Wochen vor Ostern statt. Der genaue Ort, Zeitpunkt und die Tagesordnung wird ordnungsgemäß rechtzeitig bekannt gegeben und kann aktuell auf der Homepage des Vereins abgefragt werden.“ Es stimmten 43 dafür, niemand dagegen bei 1 Enthaltung.

Zu § 8 Nr. 1: „Der Vorstand besteht aus dem 1. Vorsitzenden, dem stellvertretenden Vorsitzenden und mindestens drei Mitgliedern, die insbesondere mit den Aufgaben eines Kassierers und Schriftführers betraut sind. Alle Vorstandsmitglieder sind ehrenamtlich tätig.“ Es stimmten 39 dafür, niemand dagegen bei 5 Enthaltungen.

Zu § 8 Nr. 3: „Im Sinne des § 26 II BGB wird der Verein durch den 1. Vorsitzenden allein vertreten. Sollte der 1. Vorsitzende in der Ausübung der Geschäftsführung verhindert sein, führt sein 1. Stellvertreter die notwendigen Geschäfte. Es ist festzustellen, dass der 1. Vorsitzende über alle Geschäftsvorgänge, die sein Stellvertreter oder andere Vorstandsmitglieder durchführen, aus rechtlichen Gründen informiert sein muss und gegebenenfalls sein Veto einlegen kann. Der 1. Vorsitzende kann Aufgaben nach Absprache delegieren. Der 1. Vorsitzende verpflichtet sich, den Vorstand – vergleiche § 8 Nr. 1 der Vereinssatzung – über alle wichtigen und wesentlichen Angelegenheiten zu informieren und mit den Vorstandsmitgliedern die wichtigen und wesentlichen Geschäftsvorgänge zu beraten und zum Gegenstand von Entscheidungen durch den gesamten Vorstand zu machen. Die laufenden Geschäfte des Vereins werden durch den Vorstand nach Absprache unter den Vorstandsmitgliedern erledigt.“ Es stimmten 38 dafür, 2 dagegen bei 4 Enthaltungen.

Für den hinzukommenden § 10 „In Nan Ginen, Beaumont, Haiti ist der Sitz der Teilorganisation des Vereins Pwojè men kontre e.V. Deutschland“ stimmten 41 dafür, 0 dagegen bei 3 Enthaltungen. Die Satzung der Teilorganisation in Haiti wird auf die Homepage gestellt. Eine Abstimmung über eine mögliche Satzungsänderung im Hinblick auf einen Bezug der Satzung des Vereins in Deutschland mit der Satzung der Teilorganisation in Haiti wird für die nächste Jahreshauptversammlung angekündigt.

TOP 9: Vorstandswahl
Der zu Beginn von TOP 9 gewählte Wahlleiter Johannes Schrempp bereitet die Wahl vor. Bei keinem Wahlgang wird eine geheime Wahl gewünscht. Zunächst werden die Kassenprüfer Ingrid Bräutigam und Gerhard Hansert wiedergewählt. Der erste und zweite Vorsitzende werden einzeln gewählt, die Beisitzer gemeinsam.

Die Wahlen wurden ordnungsgemäß durchgeführt. In den Vorstand gewählt wurden:

1. Vorsitzende Dr. Anke Brügmann, Ärztin, St. Roman 1b, 77709 Wolfach

2. Vorsitzender Mario Laroche, Tiefbauingenieur, August-Bebel-Str. 87, 76187 Karlsruhe

Beisitzer/-innen Ute Arndt, Musiklehrerin, Bahnhofstr. 4, 64404 Bickenbach

Dr. Gerd Brügmann, Chemiker, Taubenstr. 32, 72108 Rottenburg a.N.

Georg Lehmann, Zimmermann, Wilhelm-Homburger-Str. 2, 77776 Schapbach

Dr. Fritz Schondelmaier, Orthopäde, Gerberau 26, 79098 Freiburg

Günther Stuffler, Architekt, Maxburgweg 11, 76187 Karlsruhe

Sigrid Fridrich, Rechtsanwältin, Zehntscheuerweg 5, 72070 Tübingen

Genaue Angaben zu den Wahlen finden sich im gesonderten Wahlprotokoll, das dem Original des Protokolls der JHV angeheftet ist. Alle Gewählten nehmen die Wahl an.

TOP 10: Verschiedenes
Nach der Beantwortung verschiedener Fragen schließt Mario Laroche die JHV um 21.30 Uhr.

Dr. Anke Brügmann, 1. Vorsitzende

Ute Arndt, Protokollführerin

Mitgliederversammlungen

3. Mai 2002

Gründungsprotokoll
Pwojè men kontre  Haiti – Deutschland e. V.

Dauer:
19.15 – 22.50 Uhr

Johannes Schrempp begrüßte die Erschienenen und erläuterte den Zweck der Versammlung und die Idee, die hinter der beabsichtigten Vereinsgründung steht. Er stellte dann die Tagesordnung vor. Gegen die Tagesordnung wurde kein Widerspruch erhoben.
In einem kurzen Diavortrag berichtete Anke Brügmann über die Lebens-, Wohn- und Arbeitssituation der armen Bevölkerung Haitis und stellte Helfer ihrer bisherigen Projekte dort vor. Anschließend informierte sie über laufende und geplante Projekte. Den Satzungsentwurf stellte Gerhard Schrempp vor. Er wurde im einzelnen durchgegangen und erörtert. In der Aussprache zur Satzung wurden folgende Themen näher beleuchtet: Mitgliedschaft von Haitianern im Verein, Unterstützung ehrenamtlicher Mitarbeiter auf Haiti, Anträge an die Mitgliederversammlung, Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung, Mitgliedsbeitrag.
Auf Wunsch der Anwesenden stellte Friedbert Schondelmaier noch vor Verabschiedung der Satzung mögliche Tätigkeiten im Verein vor (Anl. 3). Die Anwesenden wurden gebeten, sich über Möglichkeiten des eigenen Engagements Gedanken zu machen und sich ggf. in den nächsten Tagen oder Wochen zu melden.
Der anliegenden Fassung der Satzung stimmten die Gründungsmitglieder durch Handzeichen zu. Gerhard Schrempp stellte fest, dass damit der Verein „Pwoje men kontre  Haiti – Deutschland“ gegründet ist und forderte die Gründungsmitglieder auf, ihren Beitritt durch Unterzeichnung der Satzung zu bestätigen. Daraufhin unterzeichneten diese die Satzung.

Der Vorschlag für den Mitgliedsbeitrag wurde von der Versammlung angenommen.
Die Wahl des Vereinsvorstands wurde unter Leitung von Gerd Brügmann durchgeführt.
Zu Vorstandsmitgliedern wurden gewählt:
1. Vorsitzende:
Anke Brügmann

2. Vorsitzender:
Johannes Schrempp

Beisitzer:
Lothar Buchholz, Manfred Maurer, Friedbert Schondelmaier, Uschi Schondelmaier, Gerhard Schrempp

Alle erklärten, dass sie die Wahl annehmen.

Zum Kassenprüfer wurde Helmut Kastenholz bestellt. Auch er nahm die Wahl an.

Vor dem Hintergrund ihrer für Monatsende geplanten Reise nach Haiti informierte Anke Brügmann über das aktuell anstehende Projekt „Waisenhaus für Straßenkinder“. Vom Gebäude, das zu kaufen wäre, konnten sich die Anwesenden anhand von Fotos einen Eindruck verschaffen. Für den Kauf des Gebäudes sprechen die günstige Lage (15 Min. vom Ortszentrum entfernt), das Vorhandensein eines Wasseranschlusses, die Verfügbarkeit von Grund, wo die Kinder lernen können etwas anzupflanzen. Der Standard des Hauses entspricht den örtlichen Gegebenheiten; den Kindern würden damit Verhältnisse geboten, die sie später wohl selbst einmal haben werden.
In der Diskussion zeigte sich eine positive Grundstimmung zum Kauf des Gebäudes – auch weil man sich eine Signalwirkung und zusätzliche Motivation für Spender versprach. Anke Brügmann soll bei ihrem Aufenthalt auf Haiti vor dem Hintergrund der Diskussion gewissenhaft eine Entscheidung treffen, was sie zusagte.

Wolfach, 3. Mai 2002
Anke Brügmann, 1. Vorsitzende
Gerhard Schrempp, Protokollführer