Öffentlichkeitsarbeit

Trotz aller Schwierigkeiten hat unser Verein den Schulunterricht wieder aufgenommen. Auch darüber berichtet Anke Brügmann im Radio-Interview mit hr-info.

Radio-Interview auf hr-info mit Anke Brügmann über die Lage in Beaumont

Januar 2017 – Sieben Jahre nach dem verheerenden Erdbeben von 2010 und rund 100 Tage nach dem verheerenden Hurrikan Matthew ist die Lage in Haiti in vielen Landesteilen noch immer katastrophal. Der hessische Rundfunk hat sich nun die Mühe gemacht, bei unserer Vereinsvorsitzenden Anke Brügmann vor Ort in Haiti nachzufragen, wie sie die schwierige Lage bewältigt. Nach einigen Schwierigkeiten hat hr-info-Reporter Stefan Bücheler sie per Telefon erreicht und ein ausführliches Gespräch mit ihr geführt.

Hier die Ankündigung des Interviews auf der hr-info-Webseite:
“Ich sehe leider immer noch Verwüstung”

Sieben Jahre nach dem verheerenden Erdbeben und 100 Tage nach dem Hurrikan Matthew ist in Haiti wenig zu sehen von Wiederaufbau. Aus den Schlagzeilen ist der Karibikstaat weitgehend verschwunden, aber wir von hr-iNFO haben das Land nie aus den Augen verloren. Unser Reporter hat mit der deutschen Ärztin Anke Brügmann gesprochen, die seit Jahren vor Ort ist und hilft.

Sie können das Interview hier auf der Homepage von hr-info anhören oder als MP3-Datei herunterladen.

Pressemitteilung und Hilfeaufruf zu den Schäden durch Hurrikan Matthew

Hurrikan Matthew zerstört Waisenhaus und schulische Einrichtungen in Beaumont – Aufgrund der katastrophalen Notlage wird Ihre finanzielle Hilfe dringend benötigt

13. Oktober 2016 – Die aus Wurmlingen stammende Dr. Anke Brügmann (1. Vorsitzende des Vereins Pwoje men kontre – Haiti Deutschland e.V.) betreibt seit 2002 ein Waisenhaus für aktuell 75 Kinder, und eine Schule mit rund 300 Schülern in Beaumont/Haiti. Weitere Infos, die ständig aktualisiert werden, gibt es auf der Homepage des Vereins: www.menkontre.de
Anke Brügmann war kurz vor dem Hurrikan am 3. Oktober 2016 in Beaumont angereist. Es hat bereits in Strömen geregnet. Ein Schulbetrieb war nicht mehr möglich. Der Zyklon Mathew ist mit Windgeschwindigkeiten von über 230 km/h über Beaumont gefegt und hat eine Schneisse der Verwüstung hinterlassen.
Am 11. Oktober 2016 ist es Frau Brügmann gelungen eine Mail an den Vorstand des Vereins zu schicken und zu berichten. Die gute Nachricht ist, dass die Kinder rechtzeitig evakuiert werden konnten und teilweise nur leicht verletzt sind. Sie sind nur notdürftig untergebracht, völlig durchnässt, haben alles verloren und benötigen längerfristig dringend sauberes Wasser, Nahrung und falls nötig medizinische Versorgung. Es besteht die Gefahr von Infektionen wie Erkältungen, Cholera etc.. Es gibt keinen Strom. Aufgrund der Umstände sind sie sehr mitgenommen.
Elf deutsche Ingenieure aus Karlsruhe waren bereits vor dem Sturm vor Ort, um auf dem neuen Gelände Baumassnahmen durchzuführen. Sie konnten sich in Sicherheit bringen und haben bis zu Ihrer Abreise Hilfe geleistet. Weitere Infos gibt es auf deren Homepage: www.EWB-Karlsruhe.de.
Es ist nicht bekannt ob Schüler und deren Familien verletzt oder getötet wurden. In der Umgebung von Beaumont gab es mehr als 100 Tote. Alles in Beaumont ist zerstört und verwüstet. Die Not ist sehr groß. Viele Menschen haben alles verloren.
Anke Brümann hat in der grossen Halle auf dem neuen Gelände Verletzte untergebracht und behandelt diese. Es mangelt an Medikamenten, Verbandsmaterial, Decken, Feldbetten, Nahrung, sauberem Wasser, Material zum Dachdecken etc..
Weitere schlechte Nachrichten sind:
Das Waisenhaus mit Nebengebäuden ist vollständig zerstört. Die Betonpfeiler am Gebäude sind wie Streichhölzer eingeknickt. Die Nebengebäude und die Schule sind sehr stark beschädigt. Die Bäume sind entwurzelt, entblättert, abgeknickt, die Pflanzungen und die landwirtschaftlichen Anlagen und Felder sind zerstört. Damit ist die komplette Ernte zerstört. Die Humusschichten sind vom Hurrikan verweht. Es sieht aus wie in einer Wüstenlandschaft. Es regnet immer noch sehr stark. Alles ist durchnässt. Es besteht die Gefahr von weiteren Erdrutschen. Die Straßen und Versorgungswege sind zerstört. Eine wichtige Brücke zur Hauptstadt von Haiti ist zerstört. Damit ist Beaumont und das Umland von der Versorgung und von der Hauptstadt völlig abgeschnitten. Es gibt keinen Strom.
Um die katastrophale Notlage zu überstehen und das Zerstörte längerfristig wieder aufzubauen, wird dringend um Ihre finanzielle Hilfe gebeten.
Im Voraus hierfür herzlichen Dank.

Sie können Spenden auf folgende Konten unseres Vereins überweisen:
Pwoje men kontre, Sparkasse Wolfach, IBAN DE07664527760010148072, BIC: SOLADES1WOf

Volksbank Kinzigtal, IBAN DE72664927000020012501, BIC: GENODE61KZT

Bankhaus J.Faisst: IBAN DE97664327000000049478, BIC: FAITDE66XXX

Presseberichte über Haiti

Oktober 2016
Spiegel Online
1,4 Millionen Menschen auf Haiti sind in Not

Oktober 2016
Süddeutsche Zeitung
Ban Ki Moon zeigt sich “enttäuscht” über zögerliche Hilfe für Haiti

Oktober 2016
Neue Zürcher Zeitung NZZ
Haiti nach dem Hurrikan «Matthew» – Neues Elend und alte Schwächen

Oktober 2016
ARD – Tagesschau
Wiederbau in Haiti nach Hurrikan “Matthew” Hungern bis zur nächsten Ernte

Oktober 2016
Die Zeit
Hurrikan Matthew raubte den Ärmsten alles

Oktober 2016
taz
Hurrikan-Schäden in Haiti – Sturmchaos im Karibikstaat

Oktober 2016
Süddeutsche Zeitung
Nach dem Hurrikan grassiert in Haiti die Cholera

Oktober 2016
Frankfurter Allgemeine Zeitung FAZ
Nach Hurrikan „Matthew“ – Beschwerlicher Wiederaufbau in Haiti (mit Video)

November 2013
New York Times

SRF – Schweizer Radio und Fernsehen
Der Italiener Paolo Woods zeigt Haiti-Bilder ohne Armut und Elend.
Seit 2010 lebt Paolo Woods auf Haiti und porträtiert diesen als gescheitert geltenden Staat. Auf seinen Bildern zeigt er jedoch nicht, wie üblich, Armut und Elend. Seine Ausstellung State bei Photoville in New York und im Musée de l’Elysée in Lausanne zeigt Bilder aus seinem Fotoband Ètat, Bilder eines anderen Haiti, etwa den Hang der Haitianer zur Präsidentenverehrung, aber auch Oligarchen und Unternehmer wie den ehemaligen Polizeichef, der nun seine eigene Kleiderkollektion auf den Markt bringt.

 

August 2012

Der Standard

 

Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) hat eine Kampagne gegen Kinderarbeit in Haiti gestartet. Eines von zehn Kindern arbeite als Haushaltshilfe oder als “Restavek”. Dabei handle es sich um moderne Sklaverei. “Das System der “Restavek” ist zweifellos die schlimmste Form von Kinderarbeit in Haiti. Sie hat sich in den vergangenen Jahren noch verschlechtert”, erklärte in Genf Nancy Robinson, Beraterin des internationalen Programms für die Abschaffung der Kinderarbeit in Haiti (IPEC).

Hier der Direkt-Link zum Artikel der ILO “Slavery in a free land” (in Englisch und Französisch).

 

Juni 2012

Handelsblatt

Bill Gates will Haitianern mobiles Bezahlen ermöglichen.

In Haiti gibt es nur wenige Bankfilialen, eine Transaktion kann einen halben Tag dauern. Geldautomaten sind häufig leer. Microsoft-Gründer Bill Gates wirbt für den Geldtransfers per Handy und investiert Millionen.

 

August 2009

Neue Zürcher Zeitung

Kindersklaven in Haiti

Auf den Webseiten der Neuen Zürcher Zeitung finden Sie einen Artikel von Gaby Herzog über das in Haiti verbreitete Problem, daß Kinder in fremden Haushalten praktisch als Sklaven gehalten werden. Immer wieder versuchen wir, Kinder durch eine Aufnahme ins Waisenhaus oder die Übernahme einer Schulpatenschaft vor einem solchen Schicksal zu bewahren.

 

 

Das Offenburger Tagblatt berichtet über die Hauptversammlung und die Berichte der Ingenieure ohne Grenzen dort.

Junge Ingenieure packen mit an

März 2016 – Offenburger Tageblatt: Die Liste der Aufgaben und Probleme des Haiti-Hilfsvereins Pwojé men kontre in Beaumont bleibt lang. Doch zur am Samstag anstehenden Hauptversammlung vermeldet Vorsitzende Anke Brügmann auch sichtbare Erfolge.

Die Mittelbadische Presse berichtete über die Hauptversammlung unseres Vereins.

Behörden bremsen Helfer aus

März 2016 – Mittelbadische Presse: Informationen aus erster Hand über die Lage in Haiti gab es am Samstag in der Hauptversammlung für die Mitglieder von Pwojé men kontre. Der Hilfsverein und die Ingenieure ohne Grenzen wollen weiter gemeinsam in Beaumont anpacken.

Schüler der Evangelischen Grundschule Hangelar sammelten bei einer Theateraufführung 800 Euro Spendengelder. Die Lokalzeitung berichtete über die Spendenaktion der Theater-AG der Grundschule Hangelar

Hangelar-Grundschüler spenden 800 Euro für Haiti

Bei ihrer jährlichen Theateraufführung sammelten die Grundschüler der Theater-AG der Evangelischen Grundschule Hangelar Spendengelder in Höhe von 800 Euro für den Verein Pwojè men kontre. Die Vereinsvorsitzende Anke Brügmann bedankte sich bei einer Schulversammlung persönlich für dieses tolle Engagement der Kinder, vor allem dafür, dass die Kinder den Verein nun schon über mehrere Jahre unterstützen. „Wir sind froh über jeden Euro, weil wir wegen des Neubaus der Nationalstrasse an unserem Grundstück das Waisenhaus und die Schule an anderer Stelle neu aufbauen müssen“, sagte Brügmann vor den Schülern.

Bei einem Konzert des Welt-Ärzteorchesters in der Wallfahrtskirche St. Roman kamen über 1000 Euro an Spendengeldern zusammen. Das Offenburger Tagblatt berichtete im Vorfeld über das Benefizkonzert der Ärzte.

Welt-Ärzteorchester hilft mit Klassik den Kindern in Haiti

Ein voller Erfolg war das Benefizkonzert des Welt-Ärzteorchesters in der Wallfahrtskirche St. Roman. Rund 60 Zuschauer erlebten das Septett um Winfried Winkelhog (Horn/Allgemeinmedizin), den Sprecher der Musiker. Winkelhog betonte, wie sehr die Musiker von den Informationen Anke Brügmanns beeindruckt gewesen seien, und bat um Spenden.
Die Vereinsvorsitzende Anke Brügmann hatte im Rahmen des Konzerts die großen Herausforderungen geschildert, vor denen der Verein mit seiner Arbeit in Haiti im Moment steht. Mittlerweile unterhalten wir in Haiti ein Waisenhaus, eine Schule, ein Landwirtschaftsprogramm und ein Sozialhilfeprojekt. Direkt vor dem Heim wird eine neue Nationalstraße gebaut. Das bedeutet wegen des erwarteten Verkehrsaufkommens mit vielen Lkw Lebensgefahr für viele Kinder, besonders für die kleineren und teilweise behinderten Kinder, die jeden Tag ins Heim kommen. Wir haben uns daher entschlossen, mit Waisenhaus und Schule umzuziehen und den bisherigen Standort für die Weiterverarbeitung von landwirtschaftlichen Produkten, Werkstätten und Wohnraum für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu nutzen.
Am Ende kamen Spendengelder von mehr als 1000 Euro zusammen. Die Musiker waren sehr beeindruckt von der Arbeit des Vereins in Haiti und kündigten an, für die Hilfsarbeit von Pwoje men kontre werben zu wollen (siehe auch die Presseberichte “Ärzte-Septett bietet Hochgenuss” auf der Webseite von baden online und beim Offenburger Tagblatt).
Die Musiker Winfried Winkelhog, Julia Weissmann (Geige), Stefan Junker (Klarinette /Internist), Johannes Heusgen (Fagott/Orthopäde), Klaus Laumen (Viola /Amtsarzt), Elfriede Wittschier (Cello/Allgemeinmedizin, Psychotherapie) und Winfried Westermann (Kontrabass/Allgemeinmedizin) spielten Stücke von Ludwig van Beethoven (Septett op. 20 Es-Dur für Klarinette, Horn, Fagott, Violine, Viola, Violoncello, Kontrabass) und Franz Berwald (Septett B-Dur für Klarinette, Horn, Fagott, Violine, Viola, Violoncello und Kontrabass).


Leonie Riegger berichtet bei Schülerwettbewerb über Menkontre

Leonie Riegger, eine Schülerin der Klasse 7a am Sankt-Meinrad-Gymnasium in Rottenburg am Neckar, schrieb im Oktober 2010 einen Bericht über die Arbeit der Vereinsvorsitzenden Anke Brügmann. Der Bericht entstand im Rahmen des Europäischen Wettbewerbs, einem der ältesten und renommiertesten Schülerwettbewerbe Deutschlands. Näheres zum Wettbewerb finden Sie auf der Homepage der Organisation.

Leonie führte ein Interview mit der Vereinsgründerin und -Vorsitzenden Anke Brügmann, das gut erklärt, wie der Verein entstanden ist und für welche Ziele er sich einsetzt.

Interview mit Dr. Anke Brügmann am 23. 10. 2010

Leonie: Wie bist du nach Haiti gekommen?
Anke: Ich habe für Hilfsorganisationen – u.a. Ärzte ohne Grenzen – als angestellte Ärztin auf Haiti gearbeitet. Bei einem Besuch auf Haiti baten mich Einheimische, die ich durch meine Arbeit als Ärztin kennengelernt hatte, um meine Mithilfe bei der Errichtung eines Waisenhauses. Dies war im November 2001. Wie du weißt, blieb es dann nicht bei dem Waisenhaus allein, sondern es kamen die anderen Projekte hinzu.

Leonie: Wie kamst du auf die Idee einen Verein zu gründen und woher kommen die Mitglieder?
Anke: Ich habe mit Freunden und Bekannten über das Waisenhaus und die Lage auf Haiti gesprochen. Dabei boten einige ihre Hilfe an. Wir kamen auf die Idee, bei einer öffentlichen Veranstaltung im Gemeindehaus in Wolfach über die Lage Haitis und dem Waisenhaus zu berichten. Allein nach dieser Veranstaltung kamen 20 neue Leute dazu. Dies war der Anfang unseres Vereines. Daher kommen die meisten Mitglieder aus Wolfach und Umgebung. Darüber hinaus habe ich in der Zeit vor dem Erdbeben auf Einladung von Schulen, Vereinen etc. Informationsveranstaltungen abgehalten und so auch außerhalb z.B. in Rottenburg Mitglieder gewonnen.

Leonie: Wie oft warst du vor dem Erdbeben pro Jahr auf Haiti und wie hast du das mit deinem Beruf dann geregelt?
Anke: Ich war pro Jahr dreimal auf Haiti und habe meine sichere Stelle gegen flexible Einsätze als Notärztin eingetauscht. Seit Januar dieses Jahres war ich ständig auf Haiti, da es dort sehr viel zu tun gab. Seither habe ich kein eigenes Einkommen mehr.

Leonie: Können alle Kinder auf eure Schule gehen?
Anke: Auf unsere Schule können alle Kinder, die sich keine Schule leisten können, gehen.

Leonie: Woher kommen die Lehrer, Mitarbeiter im Waisenhaus etc. ?
Anke: Es sind Einheimische. Ich bezahle z.B. jungen Leuten die Ausbildung zu guten Lehrern. Alle übrigen Mitarbeiter – wie z.B. auch unsere Köche/innen werden ausgewählt und auf ihre Jobs vorbereitet. Bei Reparaturarbeiten unserer Häuser helfen auch Vereinsmitglieder, die ihren Urlaub dafür einsetzen.

Leonie: Wie veränderte sich die Situation nach dem Erdbeben?
Anke: Wir kochen täglich für 300 Leute und das Alter der Kinder im Waisenhaus liegt zwischen 1-21 Jahren. Es werden immer mehr Leute.

Leonie: Wann fliegst du wieder nach Haiti ?
Anke: Am Sonntag, den 31.10.10, weil ich mit Silvens, einem 15 jährigen Jungen zu seiner vierten Operation nach Kuba fliegen werde. Mit Silvens war ich im Januar auch auf dem Weg zum Flughafen in Port-au-Prince als wir vom Erdbeben überrascht wurden. Silvens ist ein Junge, der mir sehr ans Herz gewachsen ist und dem ich mit den Operationen schon sehr helfen konnte.

Leonie: Gibt es schon Pläne für ein nächstes Projekt?
Anke: Oh ja, die gibt es. Wir wollen eigene Ressourcen nutzen.

Leonie: Hä?!?! Was sind Ressourcen?
Anke: Wir haben bei unseren Häusern viele landwirtschaftlichen Flächen mit z.B. Früchten. Diese könnten zur Herstellung von Marmelade und Fruchtsaft für die eigene Ernährung genutzt werden. Und es würde Arbeitsplätze für unsere Kinder, die mit der Schule fertig sind, schaffen. Wir könnten damit zwei Bereiche – Schaffung von Arbeitsplätzen und Unabhängigkeit bei der Nahrungsversorgung – sinnvoll miteinander verknüpfen.

Leonie: Es gibt bestimmt noch sehr viel zu fragen, aber ich denke, dass du mir mit diesem Interview einen Einblick in deine bisherige und zukünftige Arbeit gegeben hast. Ich wünsche dir weiterhin viel Kraft bei deiner Arbeit und bewundere dich für deinen Einsatz.

 

Vereinsgründerin Anke Brügmann nutzte den Besuch von Präsident Michel Martelly, um das Problem mit der Verlegung von Schule und Waisenhaus wegen des Baus der neuen Nationalstrasse anzusprechen. Mit Erfolg: Dem Verein wurde ein geeignetes Stück Land in Aussicht gestellt. Präsident Martelly begrüßte die Kinder im Heim auf haitianisch-herzliche Art Präsident Martelly, ein Profi-Musiker, ließ es sich nicht nehmen, zusammen mit den Kindern zu singen und zu tanzen

Präsident Michel Joseph Martelly besucht Menkontre in Beaumont

Im Juni 2012 hat der Präsident der Republik Haiti, Michel Joseph Martelly, die Stadt Beaumont besucht, um sich über die Entwicklungsmöglichkeiten in diesem Teil des Landes zu informieren.

Dabei besuchte der Präsident auch unser Hilfsprojekt Menkontre und sprach mit der Gründerin des Vereins, Anke Brügmann. Anke Brügmann nutzte die Gelegenheit, um den Präsidenten auf das große Problem mit dem Bau der Nationalstrasse anzusprechen. Der Neubau der Strasse führt direkt an der Schule und dem Waisenhaus von Menkontre in Beaumont vorbei. Aus Sicherheitsgründen und wegen der enormen Lärmbelastung, die daraus resultiert, muss der Verein einen neuen Standort für das Heim und die Schule finden. Das Gespräch von Anke Brügmann mit dem Präsidenten verlief vielversprechend. Dem Verein wurde ein gut geeignetes Stück Land für den Schulneubau in Aussicht gestellt.

Auf seinem Internet-Blog informiert Präsident Martelly über seinen Besuch in Beaumont (in französicher Sprache), außerdem haben seine Mitarbeiter auf der Bilderwebseite Flickr einige Fotos von seinem Besuch in Beaumont und dem Zusammentreffen mit Anke Brügmann auf dem Gelände von Menkontre eingestellt.

Auch die haitianische Presse hat über den Besuch des Präsidenten berichtet, unter anderem Haiti Libre und das Caribbean Journal.

Jahresrückblick 2011 Anke Brügmann

Das verheerende Erdbeben in Haiti jährte sich am 12. Januar 2012 zum zweiten Mal. Was ist seitdem geschehen in Haiti, um das Leid der Menschen zu lindern? Hier schildert die Vereinsvorsitzende Anke Brügmann, was Pwoje Men kontre unternehmen konnte und weiter unternimmt, um den Menschen zu helfen. Im Namen des Vereins möchte sie an dieser Stelle allen Spendern ein großes Dankeschön aussprechen für die riesige Unterstützung und Anteilnahme in den letzten zwei Jahren. Anke Brügmann: „Wir konnten dadurch vielen Menschen helfen.“

Erdbeben noch immer präsent im Leben der Menschen in Haiti

Für die Menschen in Haiti ist das Erdbeben immer noch sehr präsent, denn es gibt praktisch niemanden, der nicht Verwandte oder Freunde verloren hat. Die Überlebenden, auch die Kinder, haben Furchtbares gesehen. Viele wurden schwer verletzt. Bei uns auf dem Lande sind die Folgen des Erdbebens nicht mehr unmittelbar sichtbar. Immer mehr Familien, die nach dem Erdbeben in ihre Heimatorte auf dem Land geflüchtet waren, kehren nun in die Hauptstadt zurück, weil es in der Peripherie keine Arbeitsplätze gibt. Das tägliche Leben hat sich weitgehend normalisiert.

Erdbeben-Spendengelder komplett ausgegeben

Wir haben das für die Erdbebenhilfe gespendete Geld komplett ausgegeben. Da wir zufällig während des Erdbebens in der Nähe der Hauptstadt waren, konnten wir ab dem ersten Tag mit der Hilfe beginnen, wenn wir nicht die Mittel der großen Organisationen hatten. Wir haben ja selbst obdachlos auf der Straße gelebt. Verletzte erhielten erste Hilfe, und wurden im Krankenhaus mit Mahlzeiten versorgt. Über 16 000 Obdachlose haben wir in ihre Heimatorte in ganz Haiti evakuiert. Im Departement Grande Anse wurden bis Ende April 2011 täglich ca. 200 Lebensmittelpakete über 19 Verteilungsposten an Flüchtlingsfamilien abgegeben. Mit Verteilungen von Werkzeugen und Saatgut haben wir mehreren hundert Flüchtlingsfamilien der Region die Reintegration in die heimatliche Landwirtschaft ermöglicht. In unserer kurzfristig improvisierten Flüchtlingsschule konnten etwa 200 Schüler nach dem Erdbeben bis Anfang Juli 2010 den Unterricht fortsetzen, und teilweise sogar den Schulabschluss machen. Andere Schulen unterstützten wir mit Material, Lehrergehältern und Lebensmitteln bei der Aufnahme von Flüchtlingen. 17 Familien leben in unseren neu erbauten Flüchtlingshäusern in Beaumont und Pestel. Viele Flüchtlinge haben Matratzen, Decken und warme Kleidung bekommen. Unser Erdbebenprogramm ist zum 1. Januar 2012 ausgelaufen. Die Flüchtlinge, die noch weiter von Hilfe abhängig sind, werden in andere Programme übernommen. Hierzu gehören einige Sekundarschüler, die wir noch beim Schulbesuch unterstützen, Flüchtlingsfamilien, die unsere Sozialwohnungen bewohnen, und alte und kranke Menschen, die weiter regelmäßig Lebensmittel bekommen. Eine Gruppe von Bauern, denen wir beim Neuaufbau ihrer Landwirtschaft geholfen haben, werden nun gezielt Lebensmittel anbauen, die wir ihnen zu fairen Preisen für unsere Weiterverarbeitung abkaufen. In der ersten Phase sollen vor allem Maniok und Erdnüsse produziert werden.

Probleme beim richtigen Einsatz der Spendengelder

Unmittelbar nach dem Erdbeben, war es für extrem schwierig, die Hilfe zu organisieren. Das gesamte Telefonsystem war zusammengebrochen, Kommunikation und damit Koordination war nur über persönliche Besuche möglich. Dabei war alle Fortbewegung im Erdbebengebiet eine Geduldsprobe. Viele Straßen waren durch Trümmer blockiert, auf den wenigen freien Wegen stand man im Stau. Um ein paar Liter Benzin aufzutreiben, war man fast einen Tag lang unterwegs. Das öffentliche Personal, das eigentlich dringend gebraucht wurde, um für Ordnung zu sorgen und die Hilfe koordinieren zu helfen, wie Ärzte, Polizei, Politiker, stand nicht zur Verfügung, da diese Leute selber tot oder verletzt waren, oder sich um verletzte Angehörige kümmern mussten, oder aber nicht bis zu ihrem Arbeitsplatz durchkamen. Jede Hilfsaktion war mit einem hohen Risiko für Gewalt und Plünderung verbunden. Trotzdem wurde gerade in der ersten Zeit viel geleistet, sowohl von den Hilfsorganisationen, als auch von haitianischen Helfern, die oft rund um die Uhr gearbeitet haben, obwohl sie selbst Opfer waren. Der schleppende “Wiederaufbau” wurde viel kritisiert, aber da möchte ich mir kein Urteil erlauben, da wir uns nach der Anfangsphase auf die Flüchtlingshilfe in der Peripherie konzentriert haben. Ein Grund für die Schwierigkeiten war, dass die Hauptstadt Port-au-Prince auch schon vor dem Erdbeben in keinem guten Zustand war. In vielen Fällen handelt es sich also gar nicht um einen “Wiederaufbau”, sondern um einen “Aufbau”. Viele der Menschen, die auch heute noch in Zelten leben, hatten auch früher keine menschenwürdige Unterkunft. Wo soll man Häuser für sie bauen? In der Stadt ist es schwierig freien Grund mit geklärten Eigentümerverhältnissen zu finden und aus der Stadt raus wollen die Leute nicht, weil sie nur in der Stadt eine Arbeit finden. Es mussten auch erst einmal viele Trümmer beseitigt werden, die verbliebenen Häuser auf Sicherheit überprüft, und Regeln für erdbebensicheres Bauen definiert werden.

Erdbeben brachte dem Verein viele regelmässige Spender

Wir erhalten natürlich nicht mehr so viele Spenden wie im Erdbebenjahr, aber es haben doch viele Erdbebenspender Haiti besser kennengelernt und unterstützen uns nun regelmäßig. Unsere Spenden im Jahr 2011 liegen etwas höher als im letzten Jahr vor dem Erdbeben. Wir sind immer noch von der großen, sehr persönlichen Anteilnahme und Hilfsbereitschaft der Menschen in Deutschland überwältigt.

Cholera-Gefahr noch immer nicht gebannt

Wir haben immer wieder Cholerafälle in unserer Region und auch unter unseren eigenen Kindern. Manchmal sind die Choleracamps leer, aber die Epidemie flammt immer wieder auf. Ohne Hilfe können die Patienten innerhalb von drei Stunden sterben. Viele Kranke aus den abgelegenen Dörfern schaffen es nicht bis zum Krankenhaus. Da auch gesunde Menschen den Keim in sich tragen und somit andere anstecken können, wird die Cholera auch in den nächsten Jahren nicht auszurotten sein in Haiti.

Beste Hilfe sind Ausbildungs- und Arbeitsplätze

Der beste Weg der Menschen zu helfen ist eindeutig die Schaffung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen im Produktionssektor. Viele Basisprodukte des täglichen Lebens kommen in Haiti nach wie vor aus dem Ausland. In unserer Organisation setzen wir vor allem auf die Weiterverarbeitung von landwirtschaftlichen Produkten. Wir wollen mit den vor Ort angebauten Rohstoffen vor Ort etwas herstellen, was auch vor Ort für das tägliche Leben gebraucht wird.