Vereinsnachrichten

Einladung zum Treffen am Samstag, 29. September 2018

Wir laden Sie ganz herzlich zu unserem diesjährigen Treffen am

Samstag, 29. September 2018

in Oberwolfach am Hexenplatz ein.

Wie in den vergangenen Jahren soll dies eine für alle Interessierte offene, ungezwungene Veranstaltung werden.

Ab 14 Uhr werden wir für unsere Gäste Kaffee und Kuchen vorbereiten. Ab diesem Zeitpunkt stehen auch Mitglieder des Vorstands für Fragen zur Verfügung.

Um ca. 16 Uhr wird Anke Brügmann mit neuen Bildern über unsere Waisenhauskinder und die Schule in Haiti berichten. Unter anderem wird sie Informationen zu folgenden aktuellen Themen geben:

  • Fortschritt der Bauarbeiten für Kantine und Schule
  • Bezug des ersten Wohnhauses für die kleinen Mädchen auf dem neuen Gelände einschließlich der dazugehörigen Wasserversorgung und Entsorgung des Abwassers
  • Fortbildung der Lehrer und des Betreuungspersonals
  • Hilfe bei der Suche nach Ausbildungsplätzen für ausscheidende Jugendliche
  • Neuaufnahme von kleineren Kindern, teilweise im Babyalter, in das Waisenhaus

Freuen Sie sich mit uns auf einen schönen Tag mit vielen Informationen.

Bitte bringen Sie auch Ihre Kinder mit. Auf dem Hexenplatz ist ein wunderschöner Spielplatz.

Die Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt. Bei Regen können wir die Hütte auf dem Hexenplatz nutzen.

Den Hexenplatz finden Sie, wenn Sie in Oberwolfach direkt bei der Kirche links abbiegen (Richtung Besucherbergwerk). Nach ca. 300 Metern zweigt ein Weg nach links ab, der direkt zum Platz führt.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Herzliche Grüße

Vorstand
Pwojè men kontre Haiti Deutschland e.V.

Bericht unserer Vorstandsmitglieder Jörg Wulle und Stefan Willeitner vom August 2018 aus Beaumont

Wir haben heute Sonntag den 19.8.2018 und es sind jetzt zweieinhalb Wochen, dass Stefan Willeitner und ich mal wieder in Beaumont angekommen sind. Der Administrator unseres haitianischen Partnervereins Hugo Bazile holte uns, wie bei jedem Haiti-Besuch, zuverlässig am Flughafen ab und es ging sofort aus der Hauptstadt Port-au-Prince heraus auf die ca. 250 km lange Strecke in den Südwesten des Landes.

Nach freudiger Begrüßung durch die Waisenkinder und die Mitarbeiter bezogen wir unsere Zimmer in der nach dem Hurrikan Matthew wiederhergestellten alten Anlage des Waisenhauses im Ortsteil Nan Guinen von Beaumont.

Gleich am nächsten Tag zog es Stefan und mich jedoch zu unserer neuen Anlage im Ortsteil Fontrankil, wo uns unsere Vereinsvorsitzende Dr. Anke Brügmann, wieder mal, oder besser gesagt, wie immer, stark durch medizinische Notfälle in Anspruch genommen, begrüßte. Wir haben den anschließenden Rundgang auf dem Gelände deshalb ohne sie vorgenommen.

Ja, es hat sich da einiges getan seit meinem letzten Haiti-Aufenthalt im Dezember 2017. Die angehenden Bauingenieure vom Verein “Engineers Without Borders” (EWB) aus Karlsruhe haben für uns weitere Schul- und Vorschulgebäude errichtet. Es stehen jetzt insgesamt fünf dieser Gebäude, in zweien davon fand bislang aber noch kein Unterricht statt.

Und zwar auch deshalb nicht, weil wir im Moment nicht genügend Schulmöbel zur Vefügung haben. Das wird sich aber bald ändern, denn kurz vor der Abreise von Stefan und mir wurde in Wolfach ein weiterer Container unter anderem auch mit Schulmöbeln auf die Reise nach Haiti geschickt. Die Frachtpapiere für den Zoll in Port-au-Prince habe ich nach Beaumont mitgebracht.

Stefans und mein Rundgang führte uns weiter zum ersten Wohnhaus für unsere Waisenkinder auf dem neuen Gelände, das die Ingenieure von EWB zum ganz großen Teil bereits im vergangenen Jahr errichtet hatten. Nachdem zuletzt auch die Fensterläden eingebaut wurden, ist das Haus jetzt bewohnbar und zwei Betreungsgruppen mit 16 Mädchen im Alter von 7 Monaten bis ca. 9 Jahren konnten zu Beginn der Woche dort einziehen. Bezüglich der Fenster muss man wissen, dass in Haiti Glasfenster nicht üblich sind und besonders im Erdgeschoß es deshalb unerlässlich ist, Fensteröffnungen mit festen Läden verschließen zu können.

Ansonsten werden die Bewohnerinnen des neuen Hauses von allen beneidet, weil sie bislang die einzigen sind, die Toiletten und Duschen im Wohnhaus haben. Alle anderen Kinder unseres Waisenhauses und auch das Betreuungspersonal muss dazu mehr oder weniger weit über den Hof gehen. Auch Duschen waren bisher in unserer Anlage nicht bekannt. Man musste und die meisten müssen es immer noch, das Wasser im Eimer an der Wasserstelle holen und es im Sanitärraum mit der Schöpfkelle über sich schütten.

Derzeit sind auch in Haiti Schulferien. Um unseren Waisenkindern etwas Abwechslung zu bieten, hat sich der haitianische Vorstand entschlossen, unseren Betreuungsgruppen im Rahmen eines kleinen Ferienprogramms einen jeweils dreitägigen Aufenthalt in unserem Wohnheim Camp Perrin in der Nähe der größeren Stadt Les Cayes anzubieten. Dort sind das Jahr über ältere Jugendliche untergebracht, die in Les Cayes weiterführende Schulen bzw. eine Ausbildung absolvieren, jetzt aber auch Ferien haben und solange in unserer Anlage in Beaumont wohnen.

Weil wir zu wenige Mitarbeiter mit Führerschein haben, werde ich mich morgen Nachmittag wieder auf die ca. 50 km lange Strecke machen um die nächste Gruppe nach Camp Perrin zu bringen und dort die Jungs-Gruppe abholen, die ich vorgestern hingefahren habe. Zuvor soll jedoch noch auf dem Markt in Beaumont eine kleine Ziege gekauft werden, die einer unserer Mitglieder bzw. dessen Tochter gespendet haben und zwar dadurch, dass die Tochter auf das ihr eigentlich zugedachte Geschenk zum 40. Geburtstag verzichtet hat. Das hilft uns jetzt weiter bei der Ziegenzucht in unserer Landwirtschaft.

 

Bericht aus Haiti von Stefan Willeitner 15.08.2018

Auch wenn die EWB aus Karlsruhe noch nicht da sind, gehen bei uns die Bauarbeiten auf dem neuen Gelände trotzdem weiter. Gerade wurde der Pausenhof zwischen den Vorschulgebäuden asphaltiert. Manche Schüler erhalten Zusatzunterricht in Klein- und Großgruppen, um Gelerntes nachzuarbeiten. In der Zyklonzeit fiel ja viel Unterricht aus.

Stefan Willeitner

Protokoll der Jahreshauptversammlung 2018

Protokoll der Jahreshauptversammlung des
Vereins Pwojè men kontre Haiti-Deutschland e.V.
in Wolfach am Samstag, dem 10. März 2018 um 16 Uhr
im katholischen Gemeindehaus Wolfach, Kirchstrasse 16

Die Einladung der Mitglieder erfolgte fristgerecht.

TAGESORDNUNG:

1. Begrüßung

2. Jahresbericht Deutschland 2017

3. Jahresbericht Haiti 2017

4. Kurze Bildpräsentation

5. Kassenbericht 2017

6. Geplante Aktivitäten Deutschland 2017

7. Geplante Aktivitäten Haiti 2017

8. Vorstandswahl

9. Verschiedenes

1. Begrüßung (Sigrid Fridrich)

Frau Fridrich eröffnet die Jahreshauptversammlung und begrüßt die Anwesenden.
Sie begrüßt insbesondere einen Vertreter der Stadt Wolfach sowie die Vertreter der Engineers without borders aus Karlsruhe.
Ihr Dank gilt auch der katholischen Kirchengemeinde Wolfach für die unentgeltliche Nutzung des Gemeindesaales.

Von der Presse sind jeweils ein Vertreter vom Offenburger Tagblatt und vom
Schwarzwälder Boten anwesend. Es sind 22 Mitglieder und 11 Interessierte gekommen.
(Anmerkung: wegen der Länge der Sitzung waren zum Zeitpunkt der Wahlen
TOP 8 nicht mehr alle Mitglieder anwesend).

Als Protokollführer der Jahreshauptversammlung wird einstimmig Stefan Willeitner gewählt, als Wahlleiter für die Vorstandswahl werden Irmela Fritsch und
wenn es zeitlich zu spät wird Georg Lehmann einstimmig gewählt.
Es wird einstimmig beschlossen, dass abweichend von der Satzung die Jahreshaupt-
versammlung 2018 nicht direkt 3 Wochen vor Ostern stattfinden wird, sondern am 16. oder 23. März.

Das Sitzungsprotokoll und der Kassenbericht werden auf der Homepage des
Vereins veröffentlicht.

2. Jahresbericht Deutschland (Lutz Didrichs)

15 Schulen waren für uns aktiv und haben insgesamt 30.000€ gespendet, Vorträge
von Frau Dr. Brügmann gab es an 7 Schulen.

Ein Benefizkonzert mit dem Krankenhauschor fand im März in Schramberg statt.

Die Kreuzsattelhütte wurde zweimal vom Verein bewirtschaftet.
Im Juni fand das Haitifest am Hexenplatz in Oberwolfach statt.

Es gab 4 ganztätige Vorstandssitzungen sowie 2 Arbeitssitzungen mit den EWB.

Es wurden wieder Lebkuchen gebacken und für den Verein verkauft.

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3. Jahresbericht Haiti (Dr. Anke Brügmann)

Noch immer kämpft der Verein in Haiti mit den Folgen des Hurricans. Vieles ist
noch provisorisch, weil außer Natur und Gebäuden auch viele schriftliche Unterlagen zerstört wurden.
Das Planungsministerium hat ohne Vorankündigung vielen Hilfsorganisationen
die Gemeinnützigkeit aberkannt, weil sie geforderte Unterlagen nicht rechtzeitig
beibringen konnten. Mittlerweile sind alle Unterlagen auf dem Ministerium und wir warten auf die Anerkennung.
Schwierig gestaltet sich die Buchhaltung, da durch die Beseitigung der Hurrican- schäden und die Bautätigkeit immer mehr Zahlungen erfolgt sind, die abgerechnet und dokumentiert werden müssen.
Der Autokauf im März war für den Verein ein großer Gewinn. Jetzt gibt es ein
zuverlässiges Transportmittel für Kranken- und Materialtransporte und für Ausflüge.
Mit 64 Mitarbeitern sind wir der größte Arbeitgeber in Beaumont. 5 davon sind ehe-
malige Waisenkinder. 3/4 der Angestellten sind Frauen.

Im Waisenhaus sind 75 Kinder und Jugendliche untergebracht, davon 43% Jungs.
11 sind in der Kinderkrippe, 35 in Kindergarten und Schule, 15 im örtlichen
Gymnasium, 10 in einem besseren Gymnasium in Camp Perrin, 8 sind in der
Berufsausbildung, darunter 5 extern. 4 unserer Jungendlichen bereiten sich auf den Hauptschulabschluss vor, einer aufs Abitur. 10 unserer Kinder sind behindert
oder chronisch krank.

Unsere Sozialwohnungen werden nach und nach renoviert.
Es gibt externe Hilfe für Familien in Not, v.a. bei Krankheit.
Jugendliche werden in der Ausbildung finanziell unterstützt.

In der Schule ist es schwierig, das Niveau zu halten, weil durch den Hurrican viele
Unterrichtsstunden nicht erteilt werden konnten. Wieder sind einige gute Lehrer
kurzfristig abgesprungen und mussten schnell durch Lehrer 2. Wahl ersetzt werden.
Zusammen mit der Kinderkrippe werden etwa 280 Schüler unterrichtet. Das teilt sich auf in Kinderkrippe, 4 Vorschulklassen, die Klassen 1 – 4 zweizügig, die Klassen
5 und 6 einzügig. Es mussten über 100 Schüler abgelehnt werden.
Die Hälfte der Klassen wird am neuen Standort unterrichtet, allerdings sind sie dort erstmal nur provisorisch untergebracht.

In der Landwirtschaft ist die Ernte nur gering, weil nach dem Hurrican nichts mehr stand. Die Ernte trägt aber zur qualitativen Verbesserung der Ernährung bei.
Obst und Gemüse sind auf dem Markt mittlerweile teurer als Fleisch.
Der Agrartechniker wurde zum Jahresende entlassen, weil er nichts organisieren kann.
Es wurde eine 9 ha kahle Bergfläche erworben. Die Aufforstung dort kommt gut voran.
– 3 –
Die medizinische Arbeit ist sehr aufwändig. Es werden nur externe Notfälle be-
handelt, aber es warten immer sehr viele Patienten auf Hilfe, weil es keine rich-
tige ärztliche Versorgung gibt.

4. Kurze Bildpräsentation (Dr. Anke Brügmann, Maren Mistele (EWB))

Frau Dr. Brügmann zeigt Bilder aus den unterschiedlichen Bereichen der Vereins-
aktivitäten in Haiti. Sie lobt die Arbeit der engineers without borders, die auf dem neuen Vereinsgelände weitergebaut haben.
Maren Mistele zeigt anhand ihrer Bilder die Baufortschritte, die seit der letzten
Jahreshauptversammlung gemacht wurden. Nenen den 27 Studenten, die in Haiti
aktiv waren, gibt es eine Gruppe von 60 Mitgliedern in Deutschland, die die Bauarbeiten vorplanen.

5. Kassenbericht 2016 (Ingrid Bräutigam, Dr. Anke Brügmann)

a) Kassenbericht Deutschland (Ingrid Bräutigam)

Ingrid Bräutigam erläutert die deutsche Kasse. Weil der Verein ehrenamtlich aufgebaut ist, geht das allermeiste Geld nach Haiti. Nur ein kleiner Bruchteil der
Einnahmen wird für Verwaltung und Flüge verwendet.
Die genauen Zahlen entnehmen Sie bitte dem detaillierten Kassenbericht.

b) Kassenbericht Haiti (Dr. Anke Brügmann)

Frau Dr. Brügmann erklärt das Prinzip der verschiedenen haitianischen Kassen.
Gerechnet werden muss mit vier verschiedenen Währungen (Euro, US-Dollar,
haitianische Dollar und haitianische Gourdes). Der bessere Wechselkurs fängt höhere Ausgaben in Haiti wieder auf. Wir zahlen dadurch nicht mehr in Euro.
Auch hier wird auf den detaillierten Kassenbericht verwiesen.

c) Bericht Kassenprüfung (Gerhard Hansert)

Die Kasse wurde sehr sorgfältig von Gerhard Hansert geprüft. Herr Echle konnte
krankheitsbedingt nicht dabei sein.
Es lagen neben den Kassenberichten die Kontoauszüge sowie Quittungen und Rech-
nungsbelege aus Deutschland und Haiti vor. Die Stichproben ergaben keine Bean-standungen. Daher wurde die Entlastung des Vorstands vorgeschlagen. Diese
wurde von der Versammlung bei Enthaltung des Vorstandes und zwei weiteren Enthaltungen angenommen.

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6. Geplante Aktivitäten Deutschland 2018 (Stefan Willeitner)

Wenn die Gemeinnützigkeit des Vereins offiziell anerkannt ist, soll der fertig ge-
packte Container auf die Reise geschickt werden.

Es wird wieder Vorträge an Schulen geben.

Im Frühjahr ist ein Benefizkonzert im Blauen Saal in Wolfach geplant.

Am Pfingstsonntag wird die Kreuzsattelhütte vom Verein bewirtschaftet.
Im Juni wird es auf dem Hexenplatz wieder ein Vereinsfest geben.

Ein Lebkuchenteam wird wahrscheinlich wieder Lebkuchen backen und für den Verein verkaufen.

Neben den Vorstandssitzungen finden auch wieder Arbeitssitzungen mit den EWB statt.

7. Geplante Aktivitäten Haiti 2017 (Jörg Wulle)

Alle Kräfte werden auf den Neubau konzentriert, um den Umzug voranzutreiben.
Vorher können keine neuen Projekte in Angriff genommen werden.

Frau Dr. Brügmann wird wieder viermal nach Haiti reisen und damit über 7 Monate vor Ort sein. Außerdem werden Jörg Wulle zweimal und Stefan Willeitner nach
Haiti kommen.

8. Vorstandswahl

Der Wahlleiter Georg Lehmann stellt fest, dass bei keinem Wahlgang eine geheime Wahl gewünscht wird bei Zustimmung aller Mitglieder.

Nach der Vorstellung der Kandidaten werden die Wahlen durchgeführt.

Die erste und zweite Vorsitzende, die Kassenwartin und der Schriftführer werden
einzeln gewählt, die Beisitzer gemeinsam. Die Wahlen wurden ordnungsgemäß
durchgeführt. In den Vorstand gewählt wurden:

1. Vorsitzende Dr. Anke Brügmann, Ärztin
St. Roman 1b, 77709 Wolfach

2. Vorsitzende Sigrid Fridrich, Rechtsanwältin
Zehntscheuerweg 5, 72070 Tübingen

Kassenwartin Ingrid Bräutigam, Betriebswirtin
Unterwöhrlehofweg 18
77709 Wolfach

Schriftführer Stefan Willeitner, Lehrer
Lupinenweg 6,
74629 Pfedelbach

Beisitzer Dr. Gerd Brügmann, Chemiker
Taubenstr. 32, 72108 Rottenburg

Lutz Diedrichs,
Talstr. 78, 77709 Wolfach

Gabriele Kinle, Lehrerin
Paula Hollenwegerstr. 35, 79379 Müllheim

Jörg Wulle, Verwaltungsbeamter
Völkerweg 7, 72072 Tübingen

Alle gewählten Vorstandsmitglieder nehmen die Wahl an.

Zu Kassenprüfern werden Herr Hansert und Herr Echle gewählt.

Genaue Angaben zu den Wahlen finden sich im gesonderten Wahlprotokoll, das dem
Original des Protokolls der JHV angeheftet ist.

9. Verschiedenes (Gabriele Kinle)

Nachdem es keine weiteren Fragen gibt dankt Gabriele Kinle allen Teilnehmern für ihr Kommen und schließt die Sitzung um 19.20 Uhr.

Dr. Anke Brügmann Stefan Willeitner
1. Vorsitzende Protokollführer

Zu Ostern ein Ei

Am Gründonnerstag haben unsere Schüler wieder Lebensmittelpakete für je umgerechnet etwa 7 Euro für die Osterferien bekommen. In den Osterferien gibt es keine Kantine, deswegen müssten viele über die Feiertage hungern. Diesmal hatten wir zum ersten Mal ein Ei dabei. Das ist für die Schüler etwas ganz besonderes, was sonst nicht erschwinglich ist, aber man kann sich vorstellen, wieviel jeder in einer vielköpfigen Familie von dem Rührei bekommt. Wir haben nach Abzug der Waisenhauskinder 331 Pakete gepackt. Nach dem Wirbelsturm 2016 hat sich die Lage in der Landwirtschaft noch lange nicht erholt. Viele unserer Schüler leiden unter Eiweiß- und Vitaminmangel.

Jahreshauptversammlung 2018


Pwojè men kontre e.V., Dr. Anke Brügmann,
St. Roman 1 B, 77709 Wolfach
Einladung zur Jahreshauptversammlung am Samstag, den 10. März 2018
um 16 Uhr im katholischen Gemeindehaus, Kirchstr.16, in Wolfach
(bei der katholischen Kirche, Richtung Oberwolfach)
Achtung! Anderer Veranstaltungsort als bei den letzten Versammlungen!


Tagesordnung:
1. Begrüßung
2. Jahresbericht Deutschland 2017
3. Jahresbericht Haiti 2017
4. Kurze Bildpräsentation
5. Kassenbericht 2017
6. Geplante Aktivitäten Deutschland 2018
7. Geplante Aktivitäten Haiti 2018
8. Vorstandswahl
9. Verschiedenes
Wir möchten Sie über unsere Aktivitäten im Jahr 2017 informieren und laden Sie herzlich zu unserer Jahreshauptversammlung ein. Wir würden uns freuen, wenn auch diesmal wieder viele Interessierte kommen würden.
Das Protokoll der Versammlung können Sie anschließend bei uns anfordern oder im Internet nachlesen.
Wir freuen uns auf Ihr Kommen. Herzliche Grüße
Dr. Anke Brügmann

Weihnachten 2017

Weihnachten im Waisenhaus

Weihnachten ist ein wichtiges Fest für unsere Waisenkinder. Leider habe ich von diesem Jahr noch keine Bilder, aber letztes Jahr war ich in Haiti und kann so doch einen Eindruck geben.

In vielen armen Familien auf dem Lande gibt es kein Weihnachten, die Kinder wissen gar nicht, was das ist, obwohl sich praktisch alle als Christen bezeichnen. Für ein besonderes Essen oder Geschenke fehlt das Geld, ein Christbaum ist sowieso in den Tropen keine Tradition. Wer die Möglichkeit hat, geht in die Kirche, aber wer nichts Ordentliches zum Anziehen hat, traut sich oft nicht.

In den bürgerlichen Familien, steht schon seit November ein künstlicher Christbaum im Wohnzimmer, blinkt in allen Farben bunter Lichterketten und jault oft noch schief und grell die Jingle-bells-Melodie. Am ehesten spricht und singt man noch vom Weihnachtsmann (Tonton Nwèl). Da es zu Weihnachten zwar kühl aber nicht kalt ist, sind viele draußen. Wer Zugang zu der Stadt Beaumont hat, genießt das Treiben auf den Straßen. Es wird überall laute Discomusik gespielt und getanzt. Das ist alles sehr laut, fröhlich und bunt.

Bei uns im Waisenhaus ist das etwas anders. Wir haben natürlich einen Christbaum, letztes Jahr eine kleine Kiefer, sonst meistens eine Kasuarine, die in einen sandgefüllten Eimer gesteckt wird. Die Dekoration ist bunt und glitzernd, Luftballons sind absolut obligat, aber einige Kinder haben auch schon gelernt aus deutschem Goldpapier deutsche Sterne zu basteln. Und auf dem Baum brennen ein paar echte Christbaumkerzen.

Ein besonderer Spaß sind die Wunderkerzen, die nicht erst  zu Silvester vorkommen.

Neben dem Christbaum steht die Krippe, in einer tropischen Vegetation, und damit lässt sich den Kindern tatsächlich am besten die Weihnachtsgeschichte erklären.

Am heiligen Abend zogen die Kinder in den dunklen Saal ein und sangen „Ti pitit la kouche nan krèch la, ann ale.“ (Das kleine Kind liegt in der Krippe, lasst uns gehen.) An diesem Tag gibt es noch keine Bescherung. Es wird die Weihnachtsgeschichte gelesen getanzt, gespielt und gesungen. Die größeren kriegen mit ein bisschen Üben ein paar Lieder sogar vierstimmig hin, ich habe einiges ins Kreolische übersetzt.

Das Krippenspiel im letzten Jahr versetzte die Weihnachtsgeschichte nach Haiti. Maria und Josef waren keine Reisenden, sondern Zyklonopfer, die in einem Unterstand aus zerrissenen Wellblechen hausten. Die Hirten brachten ihnen eine Plastikplane mit, damit sie nicht nass werden. Und da es uns nie an Babys im Waisenhaus fehlt, war auch das Christkind echt.

Das typische Essen zu heilig Abend ist pate, ein heißes Gebäck, das zur Feier des Tages mit Fisch oder Fleisch gefüllt ist.

Zum Abschluss gehen die Größeren zur Christmette, eine Veranstaltung die mehrere Stunden dauert.

Am 25. Dezember ist das eigentliche Weihnachtsfest. Nach der Kirche am Morgen treffen sich alle zum gemeinsamen Festessen, alle Gruppen zusammengefasst, auch Ehemalige sind eingeladen, externe Patenkinder, und ein paar besonders Bedürftige. Das Essen ist etwas ganz Besonderes, auf das sich jeder freut. Am Nachmittag gibt es dann Gruppenspiele, bei denen alle mitmachen. Auch die Großen kann man noch mit Topfschlagen begeistern. Wenn es dämmert, gibt es dann noch mal ein ähnliches Weihnachtsprogramm wie an Heilig Abend. Jetzt aber kommt endlich die Bescherung: Da wir uns kein Geschenkpapier leisten können, haben wir die Geschenke in die Plastikwaschschüsseln gepackt, die die Kinder sowieso dringend brauchten. Weihnachten wird vor allem genutzt, etwas Schönes zum Anziehen zu kaufen. Das ist allen sehr wichtig. Die Großen haben sich ihre Sachen selber ausgesucht. Im Advent organisieren wir immer eine Fahrt mit einem Kleinlaster nach Les Cayes, das ist ein seltener und schöner Ausflug für die Jugendlichen und sie können sich etwas aussuchen, was ihnen wirklich gefällt und passt. Auch die Kleineren bekommen etwas zum Anziehen aber zusätzlich noch ein Spielzeug. Leider ist das Spielzeug, das ich in Haiti zu kaufen bekomme, so minderwertig, dass alles schnell wieder kaputt geht. Zu Ostern ist meistens nichts mehr davon da. Trotzdem sind die Kleinen eine Weile selig mit ihren Puppen und Spielzeugautos.

Falls ich in Deutschland bin, skype ich an den Weihnachtstagen die halbe Nacht mit den Kindern. Bis alle, die mit mir reden vollen, durch sind, ist es durch die Zeitverschiebung meist nach 3 Uhr, und es ist sehr schön, mit allen sprechen zu können.

Christbaum und Krippe

Christbaum und Krippe

Heilig Abend in Fontrankil

Heilig Abend in Fontrankil

Christbaum

Christbaum

Lucsay, David, Erik und Anderson bestaunen die Krippe

Lucsay, David, Erik und Anderson bestaunen die Krippe

Tanzspiele mit Sonie

Tanzspiele mit Sonie

Joseph Maria und das Kind (Guichard, Lucie und Noé)

Joseph Maria und das Kind (Guichard, Lucie und Noé)

Fabrina als Engel

Fabrina als Engel

Die Könige werden eingekleidet, Pierre-Michel, Ancela und Rhusson

Die Könige werden eingekleidet, Pierre-Michel, Ancela und Rhusson

Bescherung

Bescherung

Die Großen haben sich ihr Geschenk selber in der S

Die Großen haben sich ihr Geschenk selber in der S

Dieuné mit Geschenk

Dieuné mit Geschenk

Dr. Anke Brügmann zum Jahreswechsel 2017/2018

Passend zu Weihnachten zeige ich einige meiner gesammelten Babys.

Eigentlich haben wir offiziell keine Ambulanz, aber seit dem Zyklon kommen täglich Patienten, weil es sonst für 30 000 Menschen keinen Arzt in Beaumont gibt. Das nimmt leider viel zu viel Zeit in Anspruch. Besonders, wenn eine Frau mit Wehen vor dem Tor liegt, kann man die Leute schlecht zurückweisen. So hatte ich in der letzten Zeit immer wieder Entbindungen. Manche Frauen werden aus abgelegenen Bergdörfern ohne Straßenanbindung auf improvisierten Tragen zu uns gebracht, weil es Komplikationen gibt oder die Geburt nicht voran geht. Aus Beaumont kommen manchmal die lokalen Hebammen mit ihren Patientinnen, wenn sie selber nicht weiterkommen. In Ausnahmefällen habe ich die Frauen schon während der Schwangerschaft betreut. Da ich weit und breit den einzigen Ultraschall habe, wünschen sich sehr viele Frauen eine Vorsorgeuntersuchung und betrachten fasziniert den Herzschlag ihres ungeborenen Kindes. Immer wieder sind ganz junge Mädchen dabei, die eigentlich noch Schülerinnen sind und keinen Vater für ihr Kind haben.

Wir sind eigentlich nicht für Geburtshilfe ausgerüstet, haben keine geeigneten Räume, keine Helfer, miserable Hygienebedingungen und können natürlich auch keinen Kaiserschnitt machen. Manchmal gibt es auch richtig gefährliche Situationen für Mutter und Kind.

Anfangs habe ich mich kaum getraut, unter solchen Bedingungen Entbindungen anzunehmen. Ich hatte versucht, soweit ein Auto zur Verfügung stand, die Frauen in die Stadt ins Krankenhaus zu bringen. Da waren sie dann aber oft noch schlechter versorgt und konnten außerdem die Behandlung nicht bezahlen. Die Reise kann nachts auch gefährlich sein, immer wieder gibt es Überfälle. Und letztlich musste ich dann auch schon mal bei Nacht und Nebel auf dem Beifahrersitz entbinden. Deswegen versuche ich es jetzt wenn irgend möglich ohne Transporte.

Die Entbindungen mache ich auf einem mit einer Stoffplane bespannten Feldbett. Wenn es mal ausnahmsweise zwei sind muss eine ins Zelt. Oft kommen die Leute mitten in der Nacht, oft in strömendem Regen. Nicht immer hatten wir Strom. Einmal war die beste verfügbare Beleuchtung ein Teelicht.

Manchmal besaß die Familie noch nicht mal ein Handtuch um das Kleine einzuwickeln, aber glücklicherweise hatte ich etwas Babywäsche in Deutschland gesammelt.

Die Menschen sind sehr dankbar, wenn es dann gut gegangen ist, und für mich ist es auch immer wieder ein Erlebnis, wenn ich das Baby im Hof rumzeigen kann. Die Waisenhauskinder kommen dann gleich angelaufen und bestaunen das Neugeborene.

Bericht von Herrn Wulle vom August 2017

Bericht Waisenhaus Menkontre von Jörg Wulle, Vorstandsmitglied

August 2017

Wir haben heute den 14. August 2017 und es liegt jetzt genau zwei Wochen zurück, dass die Vorstandsmitglieder Stefan Willeitner und Jörg Wulle in Beaumont angekommen sind. Ein besonderes Ereignis habe ich zum Anlass genommen, gerade heute diesen Bericht zu schreiben. Es ist die Geburt von zwei Mädchen, also Zwillingen, deren Mutter aus einem sehr entfernten Dorf stammt. Ja, es hat sich weit herumgesprochen, dass unsere Vereinsvorsitzende Dr. Anke Brügmann sich als Medizinerin verantwortlich fühlt, Menschen in medizinischen Notlagen die am Tor des Waisenhauses anklopfen, zu helfen.

Derzeit haben wir eigentlich genügend anderes zu tun. Zum Beispiel mit dem Bau weiterer Gebäude auf unserem neuen Gelände in Fontrankil (es steht jetzt der Neubau des ersten Kinderwohnhauses für Mädchen kurz bevor, zusätzlich zu der großen Halle und den ersten vier Klassenzimmer-Gebäuden, die bereits im letzten und vorletzen Jahr gebaut wurden), oder mit den Anmeldungen zu unserer Schule. Diese Anträge auf Schulanmeldung haben sich weiter erhöht, auch durch den Zuzug von Familien aus entlegenen Bergdörfern, die durch den Hurrikan Matthew ihr Dach über dem Kopf verloren haben. Eine Ablehnung dieser Anträge hat oft zur Folge, dass die Kinder dieser in der Regel ärmeren Familien aufgrund des deutlich höheren Schulgeldes anderer Schulen überhaupt nicht zu Schule gehen können und ein Leben lang Analphabeten bleiben.

Wie immer im Sommer geht es bei den aktuellen Sitzungen und Besprechungen zu einem großen Teil um die älteren Waisenkinder, die den Schulbesuch jetzt beendet haben und nun eine Berufsausbildung anstreben. Je nach Neigung, Fähigkeiten und zu erwartenden Lernerfolgen versuchen wir hierbei für die Jugendlichen das Richtige zu finden. Da es in Beaumont selbst nicht viele Ausbildungsplätze gibt, ist das oft nicht ganz einfach.

Die derzeitigen Ferien werden auch genutzt um mit einem Teil der Kinder Ausflüge zu unternehmen. Stefan und ich fuhren hierbei letzte Woche mit den etwas älteren Jungs an einen tollen Strand an das karibische Meer und mit den kleineren Mädchen an einen flachen Kiesstrand an einem Fluß. Beide Touren haben den Kindern großen Spaß gemacht.

Jörg Wulle, Vorstandsmitglied

In weitem Umkreis um Beaumont gibt es keine zweite solche Badestelle für kleine Nichtschwimmer. Zu Fuß geht es schon gar nicht, da kommt man nur mit dem Auto hin. Für sie war es das Highlight der Sommerferien.

Rundbrief Februar 2017

Februar 2017 – Liebe Freunde, Mitglieder, Paten und Spender,
ein ereignis- und arbeitsreiches Jahr liegt hinter uns, das sehr stark durch den schweren Hurrikan im Oktober geprägt war.

Danke
Als Erstes bedanken wir uns sehr herzlich für die überwältigende Spendenbereitschaft so vieler Mitglieder und Freunde, durch deren Unterstützung die Hilfe in Beaumont erst möglich ist!

Lage nach dem Hurrikan
7 Jahre nach dem verheerenden Erdbeben und gut 100 Tage nach dem Hurrikan ist in Haiti wenig zu sehen von Wiederaufbau oder einem guten Neustart. Der Inselstaat in der Karibik ist das ärmste Land der westlichen Hemisphäre, drei Viertel der Haitianer leben von weniger als zwei Dollar am Tag. Es gibt Hunger und Mangelernährung. Aus den Schlagzeilen ist Haiti weitgehend verschwunden und dennoch brauchen die Menschen dort nach wie vor Hilfe.
Kurz vor dem Hurrikan reiste Dr. Anke Brügmann nach Beaumont und hilft seither an sehr vielen Stellen, wobei das Leben vor Ort weiterhin sehr mühsam und beschwerlich ist. Die Folgen des Wirbelsturms werden die Menschen noch eine Weile beschäftigen und Hilfe von außen wird dringend benötigt, weil es vor Ort nicht immer möglich ist, alles Lebensnotwendige zu beschaffen.
Die neue Halle (Schäden am Dach konnten sofort von den Ingenieuren aus Karlsruhe repariert werden) war nach dem Hurrikan der einzige trockene Platz für viele, da auch unsere Gebäude und die der ganzen Stadt vom Wirbelsturm zerstört worden sind. Da auch die landwirtschaftlich genutzten Flächen verwüstet und alle Bäume in der Region umgerissen wurden, ist inzwischen die Beschaffung von frischen Lebensmitteln ein großes Problem.
Eine Mail von Dr. Anke Brügmann vom Januar gibt diese Lebenssituation teilweise wieder: „Konserven gibt es: Büchsenmilchdöschen, Fischkonserven (ich kann sie nicht mehr sehen), und Tomatenmark. Das war’s. Saftflaschen kaufen wir hier oft, ist bestes Plastik drin und so schmeckt’s auch. Glaube nicht, dass da ein Molekül Frucht drin ist. Mittlerweile schaffen wir es, sehr teuer aus der nächsten großen Stadt ein paar Pampelmusen zu ergattern, das reicht dann für jedes Waisenkind einmal in der Woche einen halben Becher Saft. Für die Schüler hatten wir Pampelmusen im Neujahrspaket, hat ein Vermögen gekostet.“
Unser Verein mit Anke Brügmann an der Spitze mit Helfern vor Ort hat seit Oktober Hilfe geleistet bei der schnellen Versorgung von Kranken und Verletzten (das kleine Zelt- Krankenhaus auf unserem Gelände wird immer noch benötigt). Es wurde die gerechte Verteilung von Lebensmitteln organisiert, die
von anderen Organisationen per Hubschrauber gebracht und von unseren Leuten portioniert, verteilt und auch in abgelegene Dörfer transportiert wurden. Wir leisteten Hilfe beim Dachdecken, damit die Menschen wieder einen trockenen Platz zum Leben finden.
Neben der vielen Arbeit in unserem Waisenhaus und Schule ist es auch wichtig, die Hilfe in der Stadt Beaumont und der Region in den Bergen weiterzuführen, da die Bauern immer noch hungern, immer noch viele obdachlos sind, und ihnen ihre Lebensgrundlage entzogen wurde.

Bauarbeiten
Im letzten Jahr gab es gute Baufortschritte auf dem neuen Gelände in Fontrankil durch die Hilfe der EWB aus Karlsruhe. Neben der Aula samt Nebengebäuden steht mittlerweile auch ein Vorschulgebäude.
Vorschulgebäude, das durch das Crowdfunding finanziert wurde. Es hielt dem Hurrikan stand.
An den anderen drei Vorschulhäusern wird gerade weitergebaut. Ende des Jahres konnte auch die lang ersehnte Solaranlage auf der neuen Halle installiert werden, so dass wir endlich auch Strom auf dem neuen Gelände haben.
Durch den Hurrikan mussten die Bauarbeiten im Herbst leider unterbrochen werden. Seit Januar 2017 sind aber verstärkt wieder Studenten bei uns vor Ort. Als nächstes stehen der Bau der Wohnhäuser und der Kantine an. Wir sind sehr glücklich darüber, dass wir die Studenten für dieses große Bauvorhaben gewinnen konnten. Wie solide sie bauen hat der Hurrikan Matthew gezeigt. Ihre Gebäude haben standgehalten.
Auch von dieser Stelle herzlichen Dank für das große Engagement der Studenten!

Schule
Unsere Schule besuchen derzeit 346 Schüler. Wieder mussten zahlreiche Kinder abgewiesen werden, weil wir weder genug Räume noch Lehrer für alle haben. Der Unterricht findet zum Teil in den noch im Bau befindlichen neuen Gebäuden statt. Die alten Schulgebäude wurden zum großen Teil zerstört.
Die Schulspeisung unserer Schüler wurde auf 5 Tage ausgeweitet, damit sie wenigstens an diesen Tagen eine warme Mahlzeit zu essen bekommen.
Jetzt nach den Zerstörungen durch den Hurrikan brauchen unsere Schule und die Schulen der Umgebung neues Schulmaterial, weil alles zerstört und durchnässt wurde. Auch da hilft Pwojè men kontre bei anderen Schulen mit Leihmaterial aus.

Waisenhaus
Der Hurrikan hat das Waisenhaus stark beschädigt. Einige Gebäude konnten notdürftig wieder soweit gerichtet werden, dass sie wieder benutzbar sind. So schlafen, mehrere Kinder in einem Bett und alles ist sehr beengt. Insgesamt beherbergen wir 75 Waisenkinder. Die jüngsten Kinder sind bereits in der neuen Anlage untergebracht. Sobald Räumlichkeiten zur Verfügung stehen, werden weitere Gruppen auf das neue Gelände umziehen.

Landwirtschaft
Wir haben eine Saatgutbestellung zusammengestellt, sowohl für die Bevölkerung als auch für Menkontre. Am schlimmsten sind die abgelegenen Bergdörfer dran, die oft keine Hilfe abbekommen. Dort kann Gemüse wachsen, für das es in Beaumont zu heiß ist. Ab Januar 2017 werden wir wieder an der Menkontre- Landwirtschaft arbeiten und versuchen, die durch den Hurrikan entstandenen Zerstörungen zu beseitigen. Auch ein Aufforstungsprogramm wird von uns durchgeführt zum Schutz der Trinkwasserquellen, mit denen vor dem Hurrikan die ganze Stadt versorgt wurde, und die auch unsere neuen Einrichtungen versorgen sollen.

Arbeit unseres Vereins
Auf unserer Homepage unter www.menkontre.de können Sie sich immer wieder über die Arbeit von Pwojè men kontre in Haiti, aber auch Aktionen in Deutschland informieren. Auch den Link zum Interview des HR per Skype mit Dr. Anke Brügmann finden Sie dort. In Deutschland arbeitet der Verein weiterhin ehrenamtlich, die Gelder fließen in die Arbeit in Beaumont und unterstützen, auch durch die Gehälter dort, viele Menschen und geben ihnen eine Lebenschance.
Nochmal ein sehr herzliches Danke an alle, die vor Ort mitgearbeitet haben – allen voran sind da die Engineers without borders (EWB) vom KIT aus Karlsruhe zu nennen – und auch allen Spendern und Helfern in Deutschland, die die finanzielle Basis für die Arbeit in Haiti bilden.

Vorstand vor Ort in Haiti
Anke Brügmann war im Jahr 2016 fast 40 Wochen in Haiti. Besonders nach dem Hurrikan war ihre Arbeit vor Ort enorm wichtig, aber auch sehr anstrengend. Im Sommer waren auch die Vorstandsmitglieder Jörg Wulle und Stefan Willeitner wieder in Haiti und haben wertvolle Unterstützung geleistet.

Helfer für Haiti gesucht
Wir sind weiter auf der Suche nach ehrenamtlichen Mitarbeitern für Haiti vor Ort. Wenn Sie oder jemand aus Ihrem Bekanntenkreis Fachkenntnisse zum Beispiel aus den Bereichen Pädagogik, Landwirtschaft oder Medizin hat und sich vorstellen kann, für einen gewissen Zeitraum mit einem etwas einfacheren als dem mitteleuropäischen Lebensstandard auszukommen, wäre das vielleicht etwas für Sie. Sehr hilfreich wären hierbei französische Sprachkenntnisse. Bei Interesse schreiben Sie uns bitte eine Mail oder sprechen uns auf unserer Hauptversammlung an.

Spendenbescheinigungen
Die Spendenbescheinigungen werden per Post versendet. Falls Sie Fragen dazu haben oder eine Bescheinigung fehlen sollte, wenden Sie sich bitte direkt an unsere Kassiererin Ingrid Bräutigam, Tel. 07834/47105, Email: ingrid.braeutigam@t- online.de. Manchmal sind die Spenden auf den Kontoauszügen nicht eindeutig zuzuordnen, da nur die Angaben und Adressen im Feld „Verwendungszweck“ von den Banken weitergeleitet werden.

Rundbriefe per Email
Einfache Briefe verschicken wir während des Jahres gerne kosten- sparend als E-Mail. Vielleicht können wir Ihre Mailadresse noch ergänzen, sie wird vertraulich behandelt.

Herzliche Grüße
Ute Arndt, Schriftführerin; Ingrid Bräutigam, Kassiererin; Stefan Willeitner, Beisitzer; Jörg Wulle, Beisitzer