Vereinsnachrichten

Bericht aus Haiti – September 2019

Wie geht es nach der Schule weiter? Was machen Schüler*innen, wenn sie mit der Schule fertig sind und aus dem Waisenhaus ausziehen?

„Dieses Jahr werden 7 Jugendliche eine Berufsausbildung beginnen, davon 4 Abiturienten, für 5 weitere (vor allem Behinderte) suchen wir nach einer einfachen handwerklichen Ausbildung neben der Schule. Diesmal sind es überwiegend junge Erwachsene, die keine Familie haben. Deswegen müssen wir ihnen Wohnraum anbieten, wenn wir sie nicht auf die Straße setzten wollen. Nach viel hin und her haben wir uns entschlossen, uns nach Les Cayes zu orientieren. Alternativen wären Jeremie und PauP gewesen. Jeremie ist recht teuer und hat weniger Auswahl. PauP ist weiter sehr gefährlich, besonders Wohnraum sehr teuer, sehr weite teure und zeitraubende Anfahrtswege (oft 2 Stunden einfache Fahrt mit mehreren Verkehrsmitteln durch Staus.). In Les Cayes haben wir für alle 7 einen möglichen Ausbildungsplatz ausgewählt. Gemieteter Wohnraum ist überall unverhältnismäßig teuer, aber als Übergangslösung unvermeidbar.  Wir haben das Viertel ausgesucht, wo die Schwester eines Mitarbeiters mit ihrer Familie lebt und so ab und zu nach dem Rechten sehen könnte. Für Bauplätze hätten wir mind. 2 Angebote. Baukosten hängen von der Bauart ab, ich will aber erst einmal nur 2 Räume für Jungs und Mädchen bauen und dann nach und nach ergänzen,“ beschreibt Frau Brügmann. Fächer, die die Schüler*innen für die Ausbildung oder für das Studium ausgewählt haben sind: Verwaltungswissenschaften, Buchhaltung, Erziehungswissenschaften, Agronomie, Fliesenleger, Kindergartenhelferin, und einmal Näherin.

Ein Abiturient würde gerne in einen Orden eintreten, der eine Schule unterhält und Priester werden.

Schulbeginn in unserer Schule:

Die Menkontre-Schule wurde am 9.9. eröffnet. Zum Schulanfang sind immer viele Sonderausgaben, nicht nur für die Menkontre-Schüler*innen, sondern auch für die Kinder in weiterführenden Schulen: Uniformen, Bücher, Schulmaterial, Schulgelder usw.
Die Lehrer der ersten und zweiten Klasse hatten ein einwöchiges staatliches Seminar kurz vor Schulanfang, für die Teilnehmer des Nèt-ale-Programms. Dadurch bekommen wir gute Schulbücher und Arbeitshefte gratis.

Lebenshaltungskosten sind gestiegen.

Leider mussten die Gehälter kräftig erhöht werden, da die Lebenshaltungskosten massiv gestiegen sind. Frau Dr. Brügmann berichtet: „Die Kinder bekommen nur einmal in der Woche etwas Fruchtsaft und nur selten Obst.“

Waisenhaus

Im Waisenhaus gab es freie Plätze, da Jugendliche ausgezogen sind. 3 neue Kinder wurden aufgenommen. Für diese werden noch Paten gesucht.

Baustelle:

Die Grube für die Zisterne wurde von einem großen Bagger in 3 Tagen ausgehoben. Ansonsten konzentrieren sich die Engineers without Boarders auf die Fertigstellung der Kantine. Insbesondere wurden jetzt die Fundamente für den Speisesaal erstellt.
„Wir haben die Vorschulklassenzimmer fertig angestrichen, die anderen haben leider noch nicht die richtige Farbe. Außerdem haben wir angefangen, das Lebensmitteldepot mit Regalen auszustatten. Die dringenden Reparaturen im Waisenhaus Nan Ginen laufen im Moment. Zum Schulanfang waren wieder Reparaturen und Ergänzung von Schulmöbeln notwendig, aber durch das Material aus Deutschland nicht so viel wie sonst,“ erzählt Frau Brügmann.

Besuch von der Medizinstudentin Leandra Haas

Seit August hilft Leandra Haas an allen Ecken und Enden mit. Sie ist ein sehr großer Gewinn und eine riesige Unterstützung.

Medizin

Es kommen immer mehr Patienten. „Leider nimmt die Geburtshilfe immer mehr überhand. Zwischen dem 15. Juli und dem 6.September habe ich 44 Schwangere betreut, von einmaligen Untersuchungen bis engmaschiger Betreuung, und schließlich viele entbunden…

Neue Bilder, Bericht folgt

von Stefan Willeitner

Stefan Willeitner ist wieder zurück aus Haiti und hat einige Bilder mitgebracht. Ein ausführlicherer Bericht folgt. Er hat schon berichtet, dass die neuen Brettspiele, die SchülerInnen der Französische Schule extra hergestellt haben, sehr großen Anklang finden.

Spaß mit den neuen Spielen

In der Tropfsteinhöhle

Schwimmen im Meer

Englisch Nachhilfe

Bericht aus Haiti – Juli 2019

Bericht aus Haiti – Juli 2019

Einschreibung für das kommende Schuljahr: Frau Brügman: „In den letzten Wochen gab es wieder ganz viele Tränen: Verzweifelte Angehörige, die keinen Platz in unserer Schule bekommen haben…. Wir haben reingequetscht und gezirkelt was geht…Die Kapazität…“ (ist) „…schon lange an ihre Grenzen gestoßen…Auch wenn ich deutlich nein sagte, blieben die Leute einfach in der Hoffnung auf ein Wunder sitzen…`Sieh doch nochmal was du für mich machen kannst, die Kinder bleiben sonst wieder auf der Straße, der liebe Gott wird es dir vergelten.´”

Lehrerseminar: In den Ferien werden die Lehrkräfte von Frau Dr. Brügman weitergebildet.
Es sind alle interessiert und halten das, was präsentiert wird, für wertvoll. Themen waren dieses Jahr:
1. Die Geschichte Haitis einschließlich Methoden, diese zu vermitteln.
2. Der menschliche Körper.
3. Konstruktion und Berechnung von geometrischen Figuren.
4. Mathematische Textaufgaben.
5. Einfache Zeichnungen von Gesichtern und Personen in verschiedenen Situationen.
6. Verschiedene kreolische und französische Lieder.
7. Rollenspiele.
8. Korrektes Schreiben von Druckbuchstaben.
9. Arbeiten mit Arbeitsblättern.
10. Vorbereitung von Unterrichtsstunden.

Lehrkräfte: Wieder haben sich viele Lehrkräfte beworben. Auch ein junger Mann, der bei uns im Waisenhaus aufgewachsen ist, den wir einstellen werden. Die Qualifikationen der Bewerber*innen sind sehr unterschiedlich. Es werden zwei unserer Lehrer als Staatsbeamte bei Menkontre eingesetzt, dabei wurde vom zuständigen Direktor bemerkt, dass das auf den guten Ruf der Menkontre-Schule zurückzuführen ist.

Ferienkurse: Auch dieses Jahr haben wir wieder Mathematiknachhilfe für 4-6.-Klässler laufen. Dazu haben wir 5 Lehrer eingeteilt, die nach Stunden bezahlt werden.

Unsere Sekundarschüler: 4 waren im Abitur, 3 im Hauptschulabschluss, es gibt noch keine Ergebnisse. Die Sekundarschüler in Beaumont haben alle bestanden, teilweise mit guten Noten. Von unseren Waisenkindern, die dieses Jahr unsere eigene Schule verlassen, hat ein Mädchen die Aufnahmeprüfung des Seminaire College de Mazenod versucht und auch bestanden.
Frau Dr. Brügman zur Zukunft nach der Schule für unsere Abgänger*innen: „Wir müssen nun dringend nach Berufsmöglichkeiten und Ausbildungsplätzen suchen. Es gibt einfach gar keine Optionen. Überall höre ich von arbeitslosen Uniabgängern.“

Ausflüge mit den Kindern: Ziel ist es, dass jede Klasse einmal im Jahr einen Tag einen Ausflug machen darf. Wir fahren dann mit dem Auto zum Baden. Aber dieses Jahr ist es schwierig laut Frau Dr. Brügman: „Es wird wieder sehr knapp, mit allen Gruppen mit den Ausflügen durchzukommen… Im Prinzip finden sie jeden Mittwoch statt, aber einmal hatte ich die vielen Entbindungen und einmal war ich mit einer Schülerin bei der Aufnahmeprüfung am Seminaire College de Mazenod unterwegs. Ausflüge können wegen der Unruhen diesmal nur in Richtung Grand-Anse stattfinden.“

Unterhaltung für die Kinder: Bei einem Waisenhausgeburtstagsfest haben 8 der 9 Gruppen die von den Schülern der Französischen Schule gebastelten Mensch-ärgre-dich-nicht-Spiel bekommen. Seither sind die Bretter fast rund um die Uhr in Betrieb. Ständig sind 2-3 Teams am Spielen. Auch die Kleinsten machen mit und lernen dabei zählen. Ansonsten gibt es Filmvorführungen auf einem Laptop. Der Chor hat seine Arbeit aufgenommen.

Medizin: Frau Dr. Brügman: „Ich versuche zu reduzieren wo es geht. Es werden viele Patienten abgewiesen, und trotzdem wird es eher mehr. Es ist immer schwierig, die Patienten am Tor nach schlimm und harmlos aussortieren zu lassen….Wenn es nicht lebensbedrohlich ist, empfange ich erst ab 17 Uhr. Was rasant überhandnimmt, ist die Geburtshilfe und Schwangerschaftsvorsorge, zumal ich weit und breit den einzigen Ultraschall habe und sich das überall rumspricht. Oft kommen die Patientinnen von weit her. An einem Tag hatte ich 3 Entbindungen…. Ein Baby kam ganz schlaff und ohne Atmung auf die Welt, nach 15 Minuten Wiederbelebung tat es dann den ersten Atemzug. Da war ich dann unendlich froh, der Mutter doch noch…“ (ihr Kind)… „in den Arm legen zu können.“
Frau Dr. Brügman hat es geschafft zum Departmentsdirektor des Gesundheitsministeriums vorgelassen zu werden und ihm den offiziellen Antrag auf Arbeitserlaubnis als Ärztin in Haiti vorzulegen. Außerdem konnte sie ihre Bitte um größere Mengen Verhütungsmittel unterstreichen.

Landwirtschaft: Man kann im Moment nicht viel tun. Es ist viel zu trocken. „Es gibt kaum Wasser für das Nötigste,“ sagt Frau Dr. Brügman. „Auch viele Bauern aus den Bergen erzählten, dass bei dieser Trockenheit die Ernten ausfallen und sie von ihren Feldern in die Stadt flüchten. In Fontrankil gibt es immer wieder Feuer.“

Baustelle: Eine Delegation von Rotary Les Cayes hat sich vor Ort ein Bild gemacht, um einen Bericht über das Wasserprojekt zu schreiben.
Durch das neu integrierte Land konnten zwei Klassenzimmerbauplätze dazugewonnen werden, die den ursprünglichen sehr engen Bauplatz entlasten. „Wir haben dort schon viel eingeebnet. In sehr mühsamer Handarbeit werden die großen Felsbrocken, die die Ingenieure aus dem Kantinengelände geholt haben, kleingehauen, um das Material abtransportieren zu können. Im großen Saal haben wir jetzt schon viel gestrichen und Schränke in die Erdbebenschlitze eingebaut,“ erzählt Frau Dr. Brügman.
Mit Arbeiterteams wird der Baugrund vorbereitet und Felsen zerkleinert. Das entlastet die EWB’s mit ihrem knappen Zeitplan. Die Ingenieure von EWB und eine Medizinstudentin kommen am 13.8.19 nach Haiti.
Dann geht es wieder weiter! ?

Folgen des Zyklons: „Es gibt immer noch Familien die seit dem Zyklon immer noch kein richtiges Dach über dem Kopf haben. Speziell unsere eigenen Schüler die am Ortsrand in Digotri wohnen und z.B. ein gelähmter Mann aus unserer unmittelbaren Nachbarschaft. Wir bräuchten mindestens 1000 Euro für den Kauf von Wellblechen, wenn es etwas mehr wäre, würde es auch für die Dachbalken reichen,“ berichtet Frau Dr. Brügman.

Rundbrief Februar 2019

Rundbrief_Februar_2019-druck

Protokoll der Jahreshauptversammlung 2019

Protokoll der Jahreshauptversammlung des

Vereins Pwojè men kontre Haiti-Deutschland e.V.

in Wolfach am Samstag, dem 23. März 2019 um 16 Uhr

im katholischen Gemeindehaus Wolfach, Kirchplatz 5

Die Einladung der Mitglieder erfolgte fristgerecht.

TAGESORDNUNG:

1. Begrüßung

2. Jahresbericht Deutschland 2018

3. Jahresbericht Haiti 2018

4. Kurze Bildpräsentation

5. Kassenbericht 2018

6. Geplante Aktivitäten Deutschland 2018

7. Geplante Aktivitäten Haiti 2018

8. Vorstandswahl

9. Verschiedenes

1. Begrüßung (Sigrid Fridrich)

Frau Fridrich eröffnet die Jahreshauptversammlung und begrüßt die Anwesenden.
Sie begrüßt insbesondere einen Vertreter der Stadt Wolfach, sowie die Vertreter der Engineers without borders aus Karlsruhe.
Ihr Dank gilt auch der katholischen Kirchengemeinde Wolfach für die unentgeltliche Nutzung des Gemeindesaales.
Von der Presse sind jeweils ein Vertreter vom Offenburger Tagblatt und vom Schwarzwälder Boten anwesend. Es sind 30 Mitglieder und 10 Interessierte gekommen.
(Anmerkung: wegen der Länge der Sitzung waren zum Zeitpunkt der Wahlen TOP 8 nicht mehr alle Mitglieder anwesend).
Als Protokollführer der Jahreshauptversammlung wird einstimmig Stefan Willeitner gewählt, als Wahlleiterin für die Vorstandswahl einstimmig Irmela Fritsch.
Das Sitzungsprotokoll wird auf der Homepage des Vereins veröffentlicht.

2. Jahresbericht Deutschland (Lutz Didrichs)

Herr Didrichs bedankt sich bei den zahlreichen Spendern, durch deren Hilfe über 30.000€ zusammengekommen sind. Es gab Präsentationen an verschiedenen Schulen, z.B. der Grundschule in Biberach, der französischen Schule in Tübingen, Schulen in Bonn, Detmold und Rottenburg. Frau Jung-Ostermann stellte an der Grundschule in Wallerfangen die Arbeit des Vereins und den Alltag der haitianischen Kinder im Heim vor. Auch anderen interessierten Institutionen wurde von unserer Arbeit berichtet, wie dem Eine Welt Kreis in Heidelberg, den Erstkommunionskindern in Steinach oder dem Lionsclub in Rottenburg, der sich an der Wasserversor-gung auf dem neuen Gelände beteiligen möchte. Ein besonderer Dank geht an Frau Wölfl, die ehemalige Rektorin der Schule in Wallerfangen. In ihrer Amtszeit wurden über 25.000€ gespendet.

Die Hüttenbewirtung auf der Kreuzsattelhütte und das Haitifest auf dem Hexenplatz waren weitere Möglichkeiten, von unserer Arbeit zu berichten. Es fanden wieder 4 Vorstandssitzungen statt, sowie Treffen mit den Ingenieursstudenten aus Karlsruhe (EWB).

3. Jahresbericht Haiti (Dr. Anke Brügmann)

Im Waisenhaus sind 68 Kinder und Jugendliche auf 3 Standorte verteilt unterge-bracht. 7 sind in der eigenen Kinderkrippe, 8 in der eigenen Vorschule, 28 in der Menkontreschule, 15 im örtlichen Gymnasium und 10 in einem besseren Gymnasium in Camp Perrin, wo wir noch ein Studentenwohnheim haben.
Unsere Sozialwohnungen werden nach und nach renoviert. Es gibt externe Hilfe für Familien in Not, v.a. bei Krankheit. Jugendliche werden in der Ausbildung finanziell unterstützt.
In unserer Schule werden 400 Schüler unterrichtet; 125 in der Vorschule und 275 in der Primarschule. Es gibt 5 Vorschulgruppen, die Klassen 1 bis 4 sind gedoppelt.
Die Teilung der Schule in 2 Standorte ist mit erheblicher Mehrarbeit und Aufsichtslücken verbunden. Deshalb hat der Bau von Klassenräumen Vorrang vor dem Waisenhaus.
In der Landwirtschaft ist die Ernte nur gering, weil nach dem Hurrican nicht mehr so viel wächst und einiges auch gestohlen wird. Die Ernte trägt aber zur qualitativen Verbesserung der Ernährung bei. Denn Obst und Gemüse sind auf dem Markt mittlerweile teurer als Fleisch.
Durch Brandrodung wurde unsere Aufforstungsfläche zum größten Teil abgefackelt. Hoffnung gibt, dass aus den abgebrannten Bäumchen wieder Knospen treiben.
Die medizinische Arbeit ist sehr aufwändig. Es werden nur externe Notfälle behandelt, aber es warten immer sehr viele Patienten auf Hilfe, weil es in der Gegend keine richtige ärztliche Versorgung gibt.

4. Kurze Bildpräsentation (Dr. Anke Brügmann, EWB

Frau Dr. Brügmann zeigt Bilder aus den unterschiedlichen Bereichen der Vereinsaktivitäten in Haiti. Sie lobt die Arbeit der engineers without borders, die auf dem neuen Vereinsgelände weitergebaut haben.
Die neue Schullatrine ist fertiggestellt worden. Jetzt fehlt noch die Installation der Kloschüsseln.
Die Einebnung des Kantinenplatzes war sehr schwierig, weil so große Steinbrocken im Boden waren, dass der Bagger sie nicht abtransportieren konnte.
4 Leercontainer wurden gestellt, aus denen die Küche gebaut wird. Es wurde damit begonnen, Türen und Fenster hineinzuschneiden. Es fehlen noch der Speisesaal und die Gasinstallation.

5. Kassenbericht 2016 (Ingrid Bräutigam, Dr. Anke Brügmann)

a) Kassenbericht Deutschland (Ingrid Bräutigam)

Ingrid Bräutigam erläutert die deutsche Kasse. Weil der Verein ehrenamtlich aufgebaut ist, geht das allermeiste Geld nach Haiti. Nur ein kleiner Bruchteil der Einnahmen wird für Verwaltung und Flüge verwendet. Die genauen Zahlen entnehmen Sie bitte dem detaillierten Kassenbericht.

b) Kassenbericht Haiti (Dr. Anke Brügmann)

Frau Dr. Brügmann erklärt das Prinzip der verschiedenen haitianischen Kassen. Gerechnet werden muss mit vier verschiedenen Währungen (Euro, US-Dollar, haitianische Dollar und haitianische Gourdes). Der bessere Wechselkurs fängt höhere Ausgaben in Haiti wieder auf.
Auch hier wird auf den detaillierten Kassenbericht verwiesen.

c) Bericht Kassenprüfung (Werner Echle)

Die Kasse wurde sehr sorgfältig von Herrn Echle und Herrn Hansert geprüft.
Es lagen neben den Kassenberichten die Kontoauszüge sowie Quittungen und Rechnungsbelege aus Deutschland und Haiti vor. Die Stichproben ergaben keine Beanstandungen. Daher wurde die Entlastung des Vorstands vorgeschlagen. Diese wurde von der Versammlung bei Enthaltung des Vorstandes angenommen.

6. Geplante Aktivitäten Deutschland 2018 (Stefan Willeitner)

Es wird wieder Vorträge an Schulen und bei interessierten Organisationen geben.
Am Pfingstsonntag, 9. Juni, wird die Kreuzsattelhütte wieder vom Verein bewirtschaftet. Geplant ist auch wieder ein Haitifest. Zeit und Ort stehen allerdings noch nicht fest.
Neben den Vorstandssitzungen werden auch wieder Arbeitssitzungen mit den EWB stattfinden.

7. Geplante Aktivitäten Haiti 2017 (Jörg Wulle)

Der Weiterbau auf unserem neuen Gelände ist das vorrangige Projekt.
Frau Dr. Brügmann wird wieder viermal nach Haiti reisen und damit über 7 Monate vor Ort sein. Außerdem werden Jörg Wulle und Stefan Willeitner nach Haiti kommen.

8. Vorstandswahl

Die Wahlleiterin Irmela Fritsch stellt fest, dass bei keinem Wahlgang eine geheime Wahl gewünscht wird bei Zustimmung aller Mitglieder.
Nach der Vorstellung der Kandidaten werden die Wahlen durchgeführt. Frau Haupt ist nicht anwesend, hat aber schriftlich ihre Bereitschaft zur Wahl erklärt.
Die erste und zweite Vorsitzende, die Kassenwartin und der Schriftführer werden einzeln gewählt, die Beisitzer gemeinsam. Die Wahlen wurden ordnungsgemäß durchgeführt. In den Vorstand gewählt wurden:

1. Vorsitzende Dr. Anke Brügmann, Ärztin

St. Roman 1b, 77709 Wolfach

2. Vorsitzende Sigrid Fridrich, Rechtsanwältin

Zehntscheuerweg 5, 72070 Tübingen

Kassenwartin Ingrid Bräutigam, Betriebswirtin

Unterwöhrlehofweg 18, 77709 Wolfach

Schriftführer Stefan Willeitner, Lehrer

Lupinenweg 6, 74629 Pfedelbach

Beisitzer Dr. Gerd Brügmann, Chemiker

Taubenstr. 32, 72108 Rottenburg

Lutz Diedrichs,

Talstr. 78, 77709 Wolfach

Ulrike Haupt, Lehrerin

Haydnstr. 7/1, 72810 Gomaringen

Michael Schmidt-Maier, Lehrer

Haydnstr. 7/1, 72810 Gomaringen

Jörg Wulle, Verwaltungsbeamter

Völkerweg 7, 72072 Tübingen

David Straub, Psychologe

Scheffelstr. 10, 78727 Oberndorf  

Dr. Ingrid Barkow, Professorin

Dietrich-Bonhoeffer-Str. 40, 72762 Reutlingen

Danielle Engel,

Spitzbergweg 2, 77709 Wolfach

Alle gewählten Vorstandsmitglieder nehmen die Wahl an.
Zu Kassenprüfern werden Herr Hansert und Herr Echle gewählt.
Genaue Angaben zu den Wahlen finden sich im gesonderten Wahlprotokoll, das dem Original des Protokolls der JHV angeheftet ist.

9. Verschiedenes (Gabriele Kinle)
Nachdem es keine weiteren Fragen gibt dankt Gabriele Kinle allen Teilnehmern für ihr Kommen und schließt die Sitzung um 19.40 Uhr.

Dr. Anke Brügmann Stefan Willeitner
Vorsitzende Protokollführer

 

Jahreshauptversammlung 2019


Pwojè men kontre e.V., Dr. Anke Brügmann,
St. Roman 1 B, 77709 Wolfach

Einladung zur Jahreshauptversammlung
am Samstag, den 23. März 2019

um 16 Uhr im katholischen Gemeindehaus, Kirchstr.16, in Wolfach
(bei der katholischen Kirche, Richtung Oberwolfach)

 


Tagesordnung:

1. Begrüßung
2. Jahresbericht Deutschland 2018
3. Jahresbericht Haiti 2018
4. Kurze Bildpräsentation
5. Kassenbericht 2018
6. Geplante Aktivitäten Deutschland 2019
7. Geplante Aktivitäten Haiti 2019
8. Vorstandswahl
9. Verschiedenes

Wir möchten Sie über unsere Aktivitäten im Jahr 2018 informieren und laden Sie herzlich zu unserer Jahreshauptversammlung ein.
Wir würden uns freuen, wenn auch diesmal wieder viele Interessierte kommen würden.

Das Protokoll der Versammlung können Sie anschließend bei uns anfordern oder im Internet nachlesen.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen.

Herzliche Grüße

Dr. Anke Brügmann

 

Weitere Neuigkeiten Dr. Anke Brügmann

Die Baustelle in Fontrankil:

In der letzten Bauphase ist die neue Schul-Latrine fast fertig gestellt worden. Die Aufbauten sind Anfang Dezember fertig geworden. Jetzt fehlt noch die Installation der Toilettenschüsseln und eines Regenwasserbehälters zum Händewaschen. Alles ist gut gelungen.

Nach Abschluss der vier Vorschulklassenzimmer (fast, es fehlen überall noch Kleinigkeiten und vor allem der Schutzanstrich), stehen jetzt die ersten beiden Klassenzimmer der Grundschule, eines aus Holz und eines aus Beton. Am letzten werden die Wände verputzt, Fenster und Türen fehlen noch, beim ersten wurde jetzt die Innenverkleidung fertiggestellt. Sobald die Möbel da sind, kann die 2b umziehen. Die Gebäude sind sehr schön geworden. Viel Arbeit ist auch noch um die Gebäude herum. Die übrigen Klassenzimmer wurden eingemessen, aber es gibt noch manches nach zu korrigieren. Es gehen nicht so viele Klassenzimmer auf das Gelände, wie erhofft. Wir suchen also nach Flächen zum Ausweichen, vor allem im Westen.
Der Kantinenplatz wurde fertig eingeebnet. Das war sehr schwierig, weil da überraschend große Brocken im Boden waren, die der Bagger nicht transportieren konnte.  Wir hatten uns entschlossen, Leercontainer in das Gebäude zu integrieren, damit wir den Lebensmittelbereich besser gegen Insekten und Ratten schützen können. Wir mussten vier Container kaufen. Unser eigener war leider noch nicht da. Die vier sehen ziemlich gammelig aus, aber wir hoffen, dass wir das mit Schleifen und Streichen einigermaßen hinkriegen. Die Betonsockel dafür wurden betoniert. Dann hatten wir einen Tag lang einen Kran gemietet. Das ist erstaunlich gut gegangen. Der kompetente Kranfahrer hat die schweren Container millimetergenau platziert. Im Moment wird am Boden und am Dach gearbeitet und außerdem die Türen und Fenster eingeschnitten. Das heißt, es geht erfreulich gut voran mit diesem Projekt. Das ist auch das dringlichste, weil unsere Notküche  unhygienisch ist und auf keinen Fall noch mehr Kinder bekochen kann. Alle Lebensmittel sind auch bei Lagerung im Büro gefährdet von Ungeziefer besucht zu werden.
Hütte vor die Verantwortlichen:

Nachdem das Zelt von Frau Dr. Brügmann mehr einer Dusche als einem Schlafzimmer glich, wurde nun eine einfache Hütte gebaut. Das Ganze steht auf Kokospalmenstelzen, Bretterboden, Wand aus Zweiggeflecht der kubanischen Königspalme und ansonsten viel Bambus. Besucher, die  auch dort schlafen, müssen sich allerdings mit den beiden Ziegen arrangieren, die sich angewöhnt haben, unter der Hütte zu schlafen. Auch die Schweine brechen immer wieder aus, und schlafen dann friedlich mit den Ziegen zusammen. Dem Vorstand dient die Hütte als Sitzungsraum.

 

Neuigkeiten von Dr. Anke Brügmann

Lage auf Haiti:

Wir haben sehr mit dem Klimawandel zu kämpfen. Lange Trockenzeiten wechseln sich mit kurzen Überschwemmungen ab, die aber nicht reichen, die Wasserreserven wieder aufzubauen. Oft haben wir tagelang kein Wasser, in Nan Ginen, unserem ersten Standort noch schlimmer als in Fontrankil, unserem zweiten Standort. Die letzte Ernte ist ziemlich misslungen.

Bericht aus der Schule:

Die ersten Examen sind bereits geschrieben und korrigiert! Viele Schülerinnen und Schüler haben gut abgeschnitten. Die anderen bekommen noch Zeit zum Üben. Frau Dr. Brügmann konnte in den letzten Monaten drei weitere Lehrerfortbildungen halten. Je besser die Lehrerinnen und Lehrer fortgebildet sind, um so besser wird auch der Unterricht.

Der Bau in Fontrankil schreitet voran. Immer mehr Klassen können dort angesiedelt werden.

Im Moment bekommen unsere Schulkinder 5 Mahlzeiten pro Woche. Allerdings wurden uns die Subventionen für unsere Schulkantine gestrichen. Wir versuchen so gut es geht zu sparen.

Was uns noch fehlt sind Schulmöbel und Schulbücher. Unser Direktor Valleur und die Sozialarbeiterin Guerline konnten die vorhandenen Bücher sehr gut reparieren. So dass wir diese weiter verwenden können. Wir freuen uns, wenn der Container aus Deutschland mit den gebrauchten Schulmöbeln ankommt. Sie sind fest einkalkuliert.

Zu Weihnachten wird wieder jeder Schüler ein Lebensmittelpaket mit nach Hause bekommen. Damit ist sichergestellt, dass die Kinder über Weihnachten genug zu essen haben.

Einladung zum Treffen am Samstag, 29. September 2018

Wir laden Sie ganz herzlich zu unserem diesjährigen Treffen am

Samstag, 29. September 2018

in Oberwolfach am Hexenplatz ein.

Wie in den vergangenen Jahren soll dies eine für alle Interessierte offene, ungezwungene Veranstaltung werden.

Ab 14 Uhr werden wir für unsere Gäste Kaffee und Kuchen vorbereiten. Ab diesem Zeitpunkt stehen auch Mitglieder des Vorstands für Fragen zur Verfügung.

Um ca. 16 Uhr wird Anke Brügmann mit neuen Bildern über unsere Waisenhauskinder und die Schule in Haiti berichten. Unter anderem wird sie Informationen zu folgenden aktuellen Themen geben:

  • Fortschritt der Bauarbeiten für Kantine und Schule
  • Bezug des ersten Wohnhauses für die kleinen Mädchen auf dem neuen Gelände einschließlich der dazugehörigen Wasserversorgung und Entsorgung des Abwassers
  • Fortbildung der Lehrer und des Betreuungspersonals
  • Hilfe bei der Suche nach Ausbildungsplätzen für ausscheidende Jugendliche
  • Neuaufnahme von kleineren Kindern, teilweise im Babyalter, in das Waisenhaus

Freuen Sie sich mit uns auf einen schönen Tag mit vielen Informationen.

Bitte bringen Sie auch Ihre Kinder mit. Auf dem Hexenplatz ist ein wunderschöner Spielplatz.

Die Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt. Bei Regen können wir die Hütte auf dem Hexenplatz nutzen.

Den Hexenplatz finden Sie, wenn Sie in Oberwolfach direkt bei der Kirche links abbiegen (Richtung Besucherbergwerk). Nach ca. 300 Metern zweigt ein Weg nach links ab, der direkt zum Platz führt.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Herzliche Grüße

Vorstand
Pwojè men kontre Haiti Deutschland e.V.

Bericht unserer Vorstandsmitglieder Jörg Wulle und Stefan Willeitner vom August 2018 aus Beaumont

Wir haben heute Sonntag den 19.8.2018 und es sind jetzt zweieinhalb Wochen, dass Stefan Willeitner und ich mal wieder in Beaumont angekommen sind. Der Administrator unseres haitianischen Partnervereins Hugo Bazile holte uns, wie bei jedem Haiti-Besuch, zuverlässig am Flughafen ab und es ging sofort aus der Hauptstadt Port-au-Prince heraus auf die ca. 250 km lange Strecke in den Südwesten des Landes.

Nach freudiger Begrüßung durch die Waisenkinder und die Mitarbeiter bezogen wir unsere Zimmer in der nach dem Hurrikan Matthew wiederhergestellten alten Anlage des Waisenhauses im Ortsteil Nan Guinen von Beaumont.

Gleich am nächsten Tag zog es Stefan und mich jedoch zu unserer neuen Anlage im Ortsteil Fontrankil, wo uns unsere Vereinsvorsitzende Dr. Anke Brügmann, wieder mal, oder besser gesagt, wie immer, stark durch medizinische Notfälle in Anspruch genommen, begrüßte. Wir haben den anschließenden Rundgang auf dem Gelände deshalb ohne sie vorgenommen.

Ja, es hat sich da einiges getan seit meinem letzten Haiti-Aufenthalt im Dezember 2017. Die angehenden Bauingenieure vom Verein “Engineers Without Borders” (EWB) aus Karlsruhe haben für uns weitere Schul- und Vorschulgebäude errichtet. Es stehen jetzt insgesamt fünf dieser Gebäude, in zweien davon fand bislang aber noch kein Unterricht statt.

Und zwar auch deshalb nicht, weil wir im Moment nicht genügend Schulmöbel zur Vefügung haben. Das wird sich aber bald ändern, denn kurz vor der Abreise von Stefan und mir wurde in Wolfach ein weiterer Container unter anderem auch mit Schulmöbeln auf die Reise nach Haiti geschickt. Die Frachtpapiere für den Zoll in Port-au-Prince habe ich nach Beaumont mitgebracht.

Stefans und mein Rundgang führte uns weiter zum ersten Wohnhaus für unsere Waisenkinder auf dem neuen Gelände, das die Ingenieure von EWB zum ganz großen Teil bereits im vergangenen Jahr errichtet hatten. Nachdem zuletzt auch die Fensterläden eingebaut wurden, ist das Haus jetzt bewohnbar und zwei Betreungsgruppen mit 16 Mädchen im Alter von 7 Monaten bis ca. 9 Jahren konnten zu Beginn der Woche dort einziehen. Bezüglich der Fenster muss man wissen, dass in Haiti Glasfenster nicht üblich sind und besonders im Erdgeschoß es deshalb unerlässlich ist, Fensteröffnungen mit festen Läden verschließen zu können.

Ansonsten werden die Bewohnerinnen des neuen Hauses von allen beneidet, weil sie bislang die einzigen sind, die Toiletten und Duschen im Wohnhaus haben. Alle anderen Kinder unseres Waisenhauses und auch das Betreuungspersonal muss dazu mehr oder weniger weit über den Hof gehen. Auch Duschen waren bisher in unserer Anlage nicht bekannt. Man musste und die meisten müssen es immer noch, das Wasser im Eimer an der Wasserstelle holen und es im Sanitärraum mit der Schöpfkelle über sich schütten.

Derzeit sind auch in Haiti Schulferien. Um unseren Waisenkindern etwas Abwechslung zu bieten, hat sich der haitianische Vorstand entschlossen, unseren Betreuungsgruppen im Rahmen eines kleinen Ferienprogramms einen jeweils dreitägigen Aufenthalt in unserem Wohnheim Camp Perrin in der Nähe der größeren Stadt Les Cayes anzubieten. Dort sind das Jahr über ältere Jugendliche untergebracht, die in Les Cayes weiterführende Schulen bzw. eine Ausbildung absolvieren, jetzt aber auch Ferien haben und solange in unserer Anlage in Beaumont wohnen.

Weil wir zu wenige Mitarbeiter mit Führerschein haben, werde ich mich morgen Nachmittag wieder auf die ca. 50 km lange Strecke machen um die nächste Gruppe nach Camp Perrin zu bringen und dort die Jungs-Gruppe abholen, die ich vorgestern hingefahren habe. Zuvor soll jedoch noch auf dem Markt in Beaumont eine kleine Ziege gekauft werden, die einer unserer Mitglieder bzw. dessen Tochter gespendet haben und zwar dadurch, dass die Tochter auf das ihr eigentlich zugedachte Geschenk zum 40. Geburtstag verzichtet hat. Das hilft uns jetzt weiter bei der Ziegenzucht in unserer Landwirtschaft.

Eindrücke

Die Kinder und Jugendlichen spielen gerne in ihrer Freizeit …




In den Ferien wurden Ausflüge gemacht

  • … ans Meer

  • und in unser Wohnheim nach Camp-Perrin

  • Es wurde aber auch gelernt.

    In der Landwirtschaft geht es nach dem Hurrican weiter aufwärts.

  • Die EWB-Studenten aus Karlsruhe bauen weiter für uns und bereiten das Gelände für weitere Baumaßnahmen vor.

  • Tag für Tag

  • Es wurde Kommunion

  • und Firmung gefeiert.