Vereinsnachrichten

Bericht Waisenhaus Menkontre August 2017

Bericht Waisenhaus Menkontre

August 2017

Wir haben heute den 14. August 2017 und es liegt jetzt genau zwei Wochen zurück, dass Stefan Willeitner und ich in Beaumont angekommen sind. Ein besonderes Ereignis habe ich zum Anlass genommen, gerade heute diesen Bericht zu schreiben. Es ist die Geburt von zwei Mädchen, also Zwillingen, deren Mutter aus einem sehr entfernten Dorf stammt. Ja, es hat sich weit herumgesprochen, dass unsere Vereinsvorsitzende Dr. Anke Brügmann sich als Medizinerin verantwortlich fühlt, Menschen in medizinischen Notlagen die am Tor des Waisenhauses anklopfen, zu helfen.

Derzeit haben wir eigentlich genügend anderes zu tun. Zum Beispiel mit dem Bau weiterer Gebäude auf unserem neuen Gelände in Fontrankil (es steht jetzt der Neubau des ersten Kinderwohnhauses für Mädchen kurz bevor, zusätzlich zu der großen Halle und den ersten vier Klassenzimmer-Gebäuden, die bereits im letzten und vorletzen Jahr gebaut wurden), oder mit den Anmeldungen zu unserer Schule. Diese Anträge auf Schulanmeldung haben sich weiter erhöht, auch durch den Zuzug von Familien aus entlegenen Bergdörfern, die durch den Hurrikan Matthew ihr Dach über dem Kopf verloren haben. Eine Ablehnung dieser Anträge hat oft zur Folge, dass die Kinder dieser in der Regel ärmeren Familien aufgrund des deutlich höheren Schulgeldes anderer Schulen überhaupt nicht zu Schule gehen können und ein Leben lang Analphabeten bleiben.

Wie immer im Sommer geht es bei den aktuellen Sitzungen und Besprechungen zu einem großen Teil um die älteren Waisenkinder, die den Schulbesuch jetzt beendet haben und nun eine Berufsausbildung anstreben. Je nach Neigung, Fähigkeiten und zu erwartenden Lernerfolgen versuchen wir hierbei für die Jugendlichen das Richtige zu finden. Da es in Beaumont selbst nicht viele Ausbildungsplätze gibt, ist das oft nicht ganz einfach.

Die derzeitigen Ferien werden auch genutzt um mit einem Teil der Kinder Ausflüge zu unternehmen. Stefan und ich fuhren hierbei letzte Woche mit den etwas älteren Jungs an einen tollen Strand an das karibische Meer und mit den kleineren Mädchen an einen flachen Kiesstrand an einem Fluß. Beide Touren haben den Kindern großen Spaß gemacht.

Am Tag ihrer Geburt, dem 14. August 2017 fotografiert: Klara (unten) und Nora haben wir sie mal genannt, zur Welt gekommen auf unserem neuen Gelände in Fontrankil. Da ihre Mutter psychisch behindert und mit der Versorgung der beiden wohl überfordert ist, war bei der Abreise von Stefan Willeitner und mir einige Tage später noch nicht ganz klar, wie sich das mit den beiden weiter entwickelt.

Rundbrief Februar 2017

Februar 2017 – Liebe Freunde, Mitglieder, Paten und Spender,
ein ereignis- und arbeitsreiches Jahr liegt hinter uns, das sehr stark durch den schweren Hurrikan im Oktober geprägt war.

Danke
Als Erstes bedanken wir uns sehr herzlich für die überwältigende Spendenbereitschaft so vieler Mitglieder und Freunde, durch deren Unterstützung die Hilfe in Beaumont erst möglich ist!

Lage nach dem Hurrikan
7 Jahre nach dem verheerenden Erdbeben und gut 100 Tage nach dem Hurrikan ist in Haiti wenig zu sehen von Wiederaufbau oder einem guten Neustart. Der Inselstaat in der Karibik ist das ärmste Land der westlichen Hemisphäre, drei Viertel der Haitianer leben von weniger als zwei Dollar am Tag. Es gibt Hunger und Mangelernährung. Aus den Schlagzeilen ist Haiti weitgehend verschwunden und dennoch brauchen die Menschen dort nach wie vor Hilfe.
Kurz vor dem Hurrikan reiste Dr. Anke Brügmann nach Beaumont und hilft seither an sehr vielen Stellen, wobei das Leben vor Ort weiterhin sehr mühsam und beschwerlich ist. Die Folgen des Wirbelsturms werden die Menschen noch eine Weile beschäftigen und Hilfe von außen wird dringend benötigt, weil es vor Ort nicht immer möglich ist, alles Lebensnotwendige zu beschaffen.
Die neue Halle (Schäden am Dach konnten sofort von den Ingenieuren aus Karlsruhe repariert werden) war nach dem Hurrikan der einzige trockene Platz für viele, da auch unsere Gebäude und die der ganzen Stadt vom Wirbelsturm zerstört worden sind. Da auch die landwirtschaftlich genutzten Flächen verwüstet und alle Bäume in der Region umgerissen wurden, ist inzwischen die Beschaffung von frischen Lebensmitteln ein großes Problem.
Eine Mail von Dr. Anke Brügmann vom Januar gibt diese Lebenssituation teilweise wieder: „Konserven gibt es: Büchsenmilchdöschen, Fischkonserven (ich kann sie nicht mehr sehen), und Tomatenmark. Das war’s. Saftflaschen kaufen wir hier oft, ist bestes Plastik drin und so schmeckt’s auch. Glaube nicht, dass da ein Molekül Frucht drin ist. Mittlerweile schaffen wir es, sehr teuer aus der nächsten großen Stadt ein paar Pampelmusen zu ergattern, das reicht dann für jedes Waisenkind einmal in der Woche einen halben Becher Saft. Für die Schüler hatten wir Pampelmusen im Neujahrspaket, hat ein Vermögen gekostet.“
Unser Verein mit Anke Brügmann an der Spitze mit Helfern vor Ort hat seit Oktober Hilfe geleistet bei der schnellen Versorgung von Kranken und Verletzten (das kleine Zelt- Krankenhaus auf unserem Gelände wird immer noch benötigt). Es wurde die gerechte Verteilung von Lebensmitteln organisiert, die
von anderen Organisationen per Hubschrauber gebracht und von unseren Leuten portioniert, verteilt und auch in abgelegene Dörfer transportiert wurden. Wir leisteten Hilfe beim Dachdecken, damit die Menschen wieder einen trockenen Platz zum Leben finden.
Neben der vielen Arbeit in unserem Waisenhaus und Schule ist es auch wichtig, die Hilfe in der Stadt Beaumont und der Region in den Bergen weiterzuführen, da die Bauern immer noch hungern, immer noch viele obdachlos sind, und ihnen ihre Lebensgrundlage entzogen wurde.

Bauarbeiten
Im letzten Jahr gab es gute Baufortschritte auf dem neuen Gelände in Fontrankil durch die Hilfe der EWB aus Karlsruhe. Neben der Aula samt Nebengebäuden steht mittlerweile auch ein Vorschulgebäude.
Vorschulgebäude, das durch das Crowdfunding finanziert wurde. Es hielt dem Hurrikan stand.
An den anderen drei Vorschulhäusern wird gerade weitergebaut. Ende des Jahres konnte auch die lang ersehnte Solaranlage auf der neuen Halle installiert werden, so dass wir endlich auch Strom auf dem neuen Gelände haben.
Durch den Hurrikan mussten die Bauarbeiten im Herbst leider unterbrochen werden. Seit Januar 2017 sind aber verstärkt wieder Studenten bei uns vor Ort. Als nächstes stehen der Bau der Wohnhäuser und der Kantine an. Wir sind sehr glücklich darüber, dass wir die Studenten für dieses große Bauvorhaben gewinnen konnten. Wie solide sie bauen hat der Hurrikan Matthew gezeigt. Ihre Gebäude haben standgehalten.
Auch von dieser Stelle herzlichen Dank für das große Engagement der Studenten!

Schule
Unsere Schule besuchen derzeit 346 Schüler. Wieder mussten zahlreiche Kinder abgewiesen werden, weil wir weder genug Räume noch Lehrer für alle haben. Der Unterricht findet zum Teil in den noch im Bau befindlichen neuen Gebäuden statt. Die alten Schulgebäude wurden zum großen Teil zerstört.
Die Schulspeisung unserer Schüler wurde auf 5 Tage ausgeweitet, damit sie wenigstens an diesen Tagen eine warme Mahlzeit zu essen bekommen.
Jetzt nach den Zerstörungen durch den Hurrikan brauchen unsere Schule und die Schulen der Umgebung neues Schulmaterial, weil alles zerstört und durchnässt wurde. Auch da hilft Pwojè men kontre bei anderen Schulen mit Leihmaterial aus.

Waisenhaus
Der Hurrikan hat das Waisenhaus stark beschädigt. Einige Gebäude konnten notdürftig wieder soweit gerichtet werden, dass sie wieder benutzbar sind. So schlafen, mehrere Kinder in einem Bett und alles ist sehr beengt. Insgesamt beherbergen wir 75 Waisenkinder. Die jüngsten Kinder sind bereits in der neuen Anlage untergebracht. Sobald Räumlichkeiten zur Verfügung stehen, werden weitere Gruppen auf das neue Gelände umziehen.

Landwirtschaft
Wir haben eine Saatgutbestellung zusammengestellt, sowohl für die Bevölkerung als auch für Menkontre. Am schlimmsten sind die abgelegenen Bergdörfer dran, die oft keine Hilfe abbekommen. Dort kann Gemüse wachsen, für das es in Beaumont zu heiß ist. Ab Januar 2017 werden wir wieder an der Menkontre- Landwirtschaft arbeiten und versuchen, die durch den Hurrikan entstandenen Zerstörungen zu beseitigen. Auch ein Aufforstungsprogramm wird von uns durchgeführt zum Schutz der Trinkwasserquellen, mit denen vor dem Hurrikan die ganze Stadt versorgt wurde, und die auch unsere neuen Einrichtungen versorgen sollen.

Arbeit unseres Vereins
Auf unserer Homepage unter www.menkontre.de können Sie sich immer wieder über die Arbeit von Pwojè men kontre in Haiti, aber auch Aktionen in Deutschland informieren. Auch den Link zum Interview des HR per Skype mit Dr. Anke Brügmann finden Sie dort. In Deutschland arbeitet der Verein weiterhin ehrenamtlich, die Gelder fließen in die Arbeit in Beaumont und unterstützen, auch durch die Gehälter dort, viele Menschen und geben ihnen eine Lebenschance.
Nochmal ein sehr herzliches Danke an alle, die vor Ort mitgearbeitet haben – allen voran sind da die Engineers without borders (EWB) vom KIT aus Karlsruhe zu nennen – und auch allen Spendern und Helfern in Deutschland, die die finanzielle Basis für die Arbeit in Haiti bilden.

Vorstand vor Ort in Haiti
Anke Brügmann war im Jahr 2016 fast 40 Wochen in Haiti. Besonders nach dem Hurrikan war ihre Arbeit vor Ort enorm wichtig, aber auch sehr anstrengend. Im Sommer waren auch die Vorstandsmitglieder Jörg Wulle und Stefan Willeitner wieder in Haiti und haben wertvolle Unterstützung geleistet.

Helfer für Haiti gesucht
Wir sind weiter auf der Suche nach ehrenamtlichen Mitarbeitern für Haiti vor Ort. Wenn Sie oder jemand aus Ihrem Bekanntenkreis Fachkenntnisse zum Beispiel aus den Bereichen Pädagogik, Landwirtschaft oder Medizin hat und sich vorstellen kann, für einen gewissen Zeitraum mit einem etwas einfacheren als dem mitteleuropäischen Lebensstandard auszukommen, wäre das vielleicht etwas für Sie. Sehr hilfreich wären hierbei französische Sprachkenntnisse. Bei Interesse schreiben Sie uns bitte eine Mail oder sprechen uns auf unserer Hauptversammlung an.

Spendenbescheinigungen
Die Spendenbescheinigungen werden per Post versendet. Falls Sie Fragen dazu haben oder eine Bescheinigung fehlen sollte, wenden Sie sich bitte direkt an unsere Kassiererin Ingrid Bräutigam, Tel. 07834/47105, Email: ingrid.braeutigam@t- online.de. Manchmal sind die Spenden auf den Kontoauszügen nicht eindeutig zuzuordnen, da nur die Angaben und Adressen im Feld „Verwendungszweck“ von den Banken weitergeleitet werden.

Rundbriefe per Email
Einfache Briefe verschicken wir während des Jahres gerne kosten- sparend als E-Mail. Vielleicht können wir Ihre Mailadresse noch ergänzen, sie wird vertraulich behandelt.

Herzliche Grüße
Ute Arndt, Schriftführerin; Ingrid Bräutigam, Kassiererin; Stefan Willeitner, Beisitzer; Jörg Wulle, Beisitzer

Bitte teilen Sie uns für den Versand der Spendenquittungen und des jährlichen Rundbriefes Ihre Email-Adresse mit. So können wir Portokosten sparen.

Spendenbescheinigungen und Rundbrief für 2016

Januar 2017 – Allen Spendern, die uns im Jahr 2016 unterstützt haben, sagen wir ein ganz herzliches Dankeschön. Da unser Vorstand ausschließlich ehrenamtlich arbeitet, benötigen wir für die Ausstellung aller Spendenbescheinigungen noch etwas Zeit.
Von vielen Spendern haben wir leider keine Postanschrift. Diese wird uns von der Bank nur dann mitgeteilt, wenn diese im Verwendungszweck angegeben wurde. Falls Sie eine Spendenbescheinigung benötigen und Ihre Adresse noch nicht mitgeteilt haben, können Sie diese gerne jetzt noch nachträglich unserer Kassiererin unter folgender Email-Adresse senden:
Die Spendenbescheinigungen werden von uns per Post versandt. Den Rundbrief für 2016 werden wir per Email versenden, sofern uns Ihre Email-Adresse bekannt ist. Den Spendern, von denen uns keine Email-Adresse vorliegt, senden wir die Spendenbescheinigung zusammen mit unserem jährlichen Rundbrief Ende Februar per Post zu. Dies trägt zu einer Minimierung unserer Portokosten bei.
Wenn Sie Fragen zu Ihrer Spendenquittung haben, wenden Sie sich bitte direkt an unsere Kassiererin Ingrid Bräutigam unter der obigen Email-Adresse.

Ein amerikanisches Helferteam mit Arzt wurde per Hubschrauber eingeflogen, um für vier Tage eine Sprechstunde abzuhalten. Von den täglich 150 Patienten konnten nur rund 75 behandelt werden, obwohl wir bis in die Dunkelheit geschuftet haben. Vier Patienten behandeln wir stationär: Eine Frau mit Komplikationen nach der Entbindung, eine Patientin mit großflächiger Verbrühung, ein Kleinkind am Tropf mit Durchfall und Erbrechen, und eine Patientin mit verfaultem Fuß nach einer vier Wochen alten Verletzung.

Pwojè men kontre betreibt nun ein kleines Krankenhaus

3. November 2016 – Pwojè men kontre unterhält nun ein kleines Krankenhaus in Beaumont. Ein amerikanisches Helferteam mit Arzt wurde per Hubschrauber eingeflogen, um für vier Tage eine Sprechstunde abzuhalten. Leider konnten sie von den täglich 150 Patienten nur ca. 75 behandeln, obwohl wir bis in die Dunkelheit geschuftet haben. Das US-Helferteam ist sehr kompetent, sehr mitfühlend mit den Problemen der Leute und sehr kollegial. Es macht Spaß, mit ihnen zusammenzuarbeiten. Das Material das sie mitgebracht haben, ist bei weitem nicht ausreichend, weil sie ebenso wie ich auch nicht mit so viel Patienten ohne längerfristige Vorankündigung gerechnet hatten. Sie haben sehr wichtige Dinge mitgebraucht, wie z.B. vier Feldbetten, einen offenen Zeltpavillon, den wir als Warteraum aufgebaut haben und einen großen Klapptisch. Neben dem eigentlichen Sprechstundenraum haben wir jetzt ein Zelt für die kleineren Behandlungen ohne Arzt, bzw. Patientenaufnahme und ein Zelt für die stationären Aufnahmen aufgebaut. Im Moment habe ich vier Patienten stationär: Eine Frau mit Komplikationen nach der Entbindung, eine Patientin mit großflächiger Verbrühung, ein Kleinkind am Tropf mit Durchfall und Erbrechen, und eine Patientin mit verfaultem Fuß nach einer vier Wochen alten Verletzung. Nachdem das hier so gut angelaufen ist, wird überlegt, dieses 4-Tage-Team durch ein weiteres von einer anderen Organisation zu ersetzen. Wir warten dringend auf die Sendung der Hilfsorganisation Medeor.

Herzliche Grüße, Anke

Vor jedem Schulbeginn muss im offenen Klassenzimmer das knöcheltief stehende Regenwasser abgeschöpft werden. Die Zubereitung des Essens unter freiem Himmel wird vom schlechten Wetter stark beeinträchtigt. Wir haben es geschaffft fünf Kantinentage einzurichten, an denen unsere Schüler eine warme Mahlzeit erhalten.

Schwieriger Schulanfang nach Hurrikan Matthew

2. November 2016 – Men kontre war die erste Schule, die nach dem Zyklon wieder eröffnet wurde, nämlich zwei Wochen danach, nachdem die deutschen Engineers without borders die meisten Klassenräume sehr schnell repariert hatten. Die Schüler kamen zwar sofort zahlreich, aber nicht vollständig, so daß es schwierig ist, alle wieder auf das gleiche Niveau zu bringen. Dazu kommen viele schlimme Regentage, an denen nur ein Teil der Schüler kommen kann, so daß wir gar nicht mehr wissen, wo man ansetzen soll. Hier im Ortsteil Fontrankil war es noch mühsamer: Nach dem ersten relativ gut besetzten Schultag hat man mir ein paar Cholerafälle direkt hinter unserem Container abgeladen, etwa zehn Meter entfernt von unserer offenen Schulkantinenküche, ohne die empfohlenen Hygienemaßnahmen. Deswegen musste ich die Waisenkinder ein zweites Mal evakuieren und die Schule wieder schließen. Eltern und Kinder waren dadurch verunsichert und verängstigt, und als ich schließlich mühsam zwei provisorische Klassenzimmer über einen schwierigen Weg hintenherum zugänglich machte, kamen längst nicht alle.

Im Klassenzimmer muss jeden morgen das Regenwasser abgeschöpft werden
Der Schulhof war nicht benutzbar und das Kantinenfeuer unter freiem Himmel wurde vom Regen beeinträchtigt. In dem nur provisorisch mit einer Plane abgedeckten Klassenzimmer steht das Wasser jeden Morgen knöcheltief und muss erst einmal ausgeschöpft werden, bevor der Unterricht losgehen kann. Immerhin wurden in den niedrigeren Klassen in Fontrankil die Schulbücher gerettet, weil die Kleinen noch keine Bücher mit nach Hause bekommen hatten und ich alles am Vorabend des Zyklons sicher in einen neuen Schrank aus dem gerade angekommenen Container sortiert hatte, der zwar im Wasser schwamm, aber standhielt. Unten bei den großen Kindern im Ortsteil Nan Ginen sieht das anders aus: Die Schulbücher sind kostenlose Leihgabe der Menkontre-Schule, kaum ein Schüler konnte etwas davon retten, und die Bücher stehen nicht unbegrenzt zum Nachkauf zur Verfügung. Viele unserer Schüler leben noch in Notunterkünften.

Viele Klassenzimmer sind noch von Obdachlosen belegt
Viele Schüler haben in Folge des Zyklons Atemwegsinfektionen oder Durchfallerkrankungen, viele haben nichts Ordentliches zum Anziehen. Auch da ist die Menkontre-Schule eine Ausnahme, weil wir die Schüler auch ohne tadellose Uniform mit entsprechenden Schuhen empfangen. Manchmal sage ich den ungläubig über diese Toleranz den Kopf schüttelnden Eltern, ich bräuchte schließlich den Kopf des Schülers und nicht seine Füße. Nun haben wir 2-3 Unterrichtswochen bei sowieso schon extrem knappem Stoffverteilungsplan verloren. Keine Ahnung, wie wir das aufholen sollen. Es gäbe jetzt viel in der Schule zu tun, aber mein haitianischer Vereinskollege Valleur und ich sind mit Lebensmittelverteilungen, Aufräumarbeiten im Waisenhaus und mit medizinischen Problemen beschäftigt. Wir versuchen, wenigstens einen regelmäßigen Unterricht anzubieten. Das wichtigste ist, daß wir jetzt fünf Kantinentage haben, damit unsere Schüler eine regelmäßige warme Mahlzeit haben. Andere Schulen haben jetzt ganz wesentliche Probleme: Entweder, sie wurden so sehr zerstört, daß die Wiederaufnahme des Unterrichts noch weit entfernt ist, oder sie hatten Betondächer, und dann sind sie voller Obdachloser, die sich weigern, die Klassenzimmer zu verlassen. Wir sind auch schon offiziell gebeten worden, den Familien zu helfen, damit sie die Klassenräume freigeben können. Und immer wieder kündigen mir Leute an, daß sie ihre Kinder nächstes Jahr lieber zu Men kontre schicken wollen, obwohl wir längst am absoluten Limit unserer Kapazität angekommen sind.

Herzliche Grüße, Anke

Jahreshauptversammlung am 5. März 2016 im evangelischen Gemeindehaus in Wolfach.

Rundbrief und Einladung zur Jahreshauptversammlung am 5. März 2016

Januar 2016 – Liebe Freunde, Mitglieder, Paten und Spender,

wir möchten Sie hiermit zu unserer Jahreshauptversammlung einladen, am Samstag, den 5. März 2016,
um 16 Uhr im evangelischen Gemeindehaus in Wolfach.
Wir haben ein sehr ereignis- und arbeitsreiches Jahr 2015 hinter uns und möchten Ihnen gerne davon berichten. Wir würden uns freuen, wenn auch diesmal wieder viele Interessierte kommen würden. Wir haben die Veranstaltung auf vielfachen Wunsch hin bereits auf den Nachmittag gelegt, damit auch Auswärtige problemlos anreisen können. Wir freuen uns, dass uns die evangelische Kirchengemeinde Wolfach noch einmal den schönen Raum zur Verfügung stellt. Das Protokoll der Versammlung können Sie anschließend bei uns anfordern oder im Internet nachlesen.
Sie können diesen Rundbrief auch herunterladen.

Tagesordnung:
1. Begrüßung
2. Jahresbericht Deutschland 2015
3. Jahresbericht Haiti 2015
4. Kurze Bildpräsentation
5. Bericht über das Bauprojekt Fontrankil
6. Kassenbericht 2015
7. Geplante Aktivitäten Deutschland 2016
8. Geplante Aktivitäten Haiti 2016
9. Vorstandswahl
10. Verschiedenes

Starke Belastung durch Bau der Nationalstraße – viele Verletzte durch Verkehrsunfälle
Der Bau der neuen Nationalstraße hat uns dieses Jahr sehr belastet. Dreck und Lärm sind kaum zu beschreiben. Dazu kommt die Gefahr für unsere Kinder auf dem Schulweg. Leider rasen besonders Motorräder auf der neuen Straße und fahren immer wieder Fußgänger an. Es gab auch mehrfach Lastwagenunfälle mit vielen Verletzten, die dann zu uns gebracht werden. Außerdem bekamen wir in den letzten zwei Jahren den Klimawandel besonders zu spüren. Die Wasserversorgung ist durch die extreme Trockenheit schwierig geworden. So war es ein Segen, dass die Engineers without borders aus Karlsruhe im April die Wasserversorgung unsers Viertels saniert haben. Ohne diese Maßnahme wären die Bevölkerung unseres Viertels und wir ernsthaft in Not gekommen.
Auch die Landwirtschaft leidet unter der extremen Trockenheit. Dadurch und durch die fortschreitende Abholzung und Umweltzerstörung sind viele Lebensmittel auf dem freien Markt gar nicht mehr einzukaufen. Immer seltener können wir den Kindern mal einen Becher Fruchtsaft oder Obst anbieten. Wenn unsere eigene Landwirtschaft auch noch nicht einen nennenswerten Prozentsatz unserer Versorgung abdecken kann, so trägt sie doch entscheidend dazu bei, die Versorgung mit Lebensmitteln qualitativ zu verbessern. In diesem Jahr wurde der Gemüseanbau deutlich erweitert. Im Herbst konnten wir einen Hektar Land dazukaufen, der sich gut für den Anbau von Grundnahrungsmitteln wie z.B. Jams eignet. Der Schweinestall wurde erweitert und ein Unterstand für Schafe und Ziegen gebaut. In der Ziegenhaltung experimentieren wir jetzt mit einer neuen Rasse.

Karlsruher Ingenieure von Engineers without borders (EWB) erstellen mit großem Engagement den Neubau – Fenster von Lehrlingen der Firmen Schillinger und Geiger aus Oberwolfach angefertigt
– Ehrenamtliche Helfer aus der Baubranche dringend gesucht –

Seit Juli bauen wir intensiv auf dem neuen Gelände. Die Baustellenvorbereitung auf dem felsigen Gelände war extrem schwierig. Von August bis Dezember waren wechselnde Teams der Engineers without borders (EWB) vom Karlsruher Institut für Technologie mit bis zu 10 ehrenamtlichen Mitarbeitern gleichzeitig in Haiti. Sie haben mit viel Einsatz professionelle Arbeit geleistet. In der ersten Bauphase wurde der große Saal mit angrenzenden Funktionsräumen in erdbebensicherer Bauweise gebaut. Im Dezember konnte der Rohbau gedeckt werden. Die Fenster wurden von Lehrlingen der Firmen Schillinger und Geiger in Oberwolfach gefertigt und gehen im Container nach Haiti. Im Januar läuft der Vertrag für die angemieteten Klassenräume aus, dann müssen unsere 72 Vorschüler provisorisch in den neuen Räumen untergebracht werden. Ab April soll weitergebaut werden. Wer von Ihnen ist aus der Baubranche und könnte ehrenamtlich in Haiti mithelfen? Die Helfer der EWB müssen sich meist auf die Semesterferien beschränken. Da wäre es gut, gelegentlich weitere Mitarbeiter zu haben, die die Zeit dazwischen überbrücken helfen und eine Bauphase vorzubereiten oder die Endphase eines Projektes zu begleiten. Es geht dabei im Wesentlichen um die Bauaufsicht.
Im Zusammenhang mit den Bauarbeiten haben wir auch erhebliche logistische Schwierigkeiten. Unser Container, der viel Baumaterial und Bauwerkzeuge enthält, steht seit Juli fertig gepackt in Deutschland, und seither kämpfe ich mit dem Planungsministerium in Haiti um die zollfreie Einfuhrgenehmigung. Anderen Organisationen geht es ähnlich. Wir hoffen sehr, dass es jetzt endlich vorwärts geht.

Für ausscheidende Jugendliche nehmen wir sofort neue Kinder auf – wie etwa ein schwer unterernährtes Baby und ein geistig behindertes Mädchen
Im Waisenhaus sind unverändert 75 Kinder und Jugendliche untergebracht. Inzwischen scheiden immer wieder junge Erwachsene aus, für die dann sofort wieder ein kleineres Kind aufgenommen wird, wie z.B. im Frühjahr die 16 Monate alte, schwer unterernährte Séndie, deren Mutter mit 16 Jahren starb oder im Herbst die geistig behinderte und stark vernachlässigte Modline. Obwohl die Zahl der Kinder notgedrungen gedeckelt ist, wird es immer schwieriger. Derzeit sind 31 von unseren 75 Kindern nach dem Abschluss der 6. Klasse auf einer weiterführenden Schule. Das ist mit höheren Kosten verbunden und auch viel aufwendiger zu organisieren. Das schlechte Angebot von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen hat sich nicht geändert. Deswegen gibt es für viele auch keine Alternative zu einem weiteren Schulbesuch. Im Waisenhaus sind wir sehr beengt und durch die neue Straße in der Lebensqualität eingeschränkt. Vieles ist nur provisorisch. Alle warten dringend auf den Umzug. Die Kinder haben fleißig mitgeholfen, die Baustelle vorzubereiten und Holz zu imprägnieren.

Große Schwierigkeiten gute Lehrer für die Schule zu finden – Wir suchen ehrenamtliche, französisch sprechende Lehrer
Eigentlich wollten wir dieses Jahr unsere Schule eher auf Sparflamme fahren, da der Unterricht durch Straßenbau und extern untergebrachte Klassen mühsam ist, doch haben wir inzwischen sogar 296 Schüler, obwohl ich wieder viele Kinder abgewiesen habe. Die Eltern haben teilweise geweint, wenn sie keinen Platz bekommen konnten. Dabei wird es immer schwieriger, gute Lehrer für unsere Schule zu bekommen. Mitarbeiter wandern schnell wieder ab, weil sie in den staatlichen Einrichtungen weniger arbeiten müssen. Einige Male haben wir das Niveau unserer Lehrer überprüft und dabei entscheidende Wissenslücken entdeckt. Wir versuchen intensiv, das durch Fortbildungen auszugleichen, aber es ich nicht leicht, die Lehrer an den Nachmittagen und in den Ferien dafür zu gewinnen. Auch hier wären sehr dankbar, wenn uns französisch sprechende Lehrer aus Europa ehrenamtlich unterstützen würden.

Auf der Krankenstation behandeln wir viele Notfälle – Bau der neuen Krankenstation dringend nötig – Für 2016 wird wieder ein Zahnarzteinsatz geplant
Unser Krankenzimmer ist maximal beansprucht, obwohl es viel zu klein ist und sich dort die Kisten bis unter die Decke stapeln. Da es direkt an die Nationalstraße angrenzt und es keine Fensterscheiben gibt, ist ständig alles unter einer dicken Staubschicht begraben Das städtische Krankenhaus ist praktisch außer Betrieb, daher werden ständig akute Notfälle zu uns gebracht, und auch die Versorgung unserer eigenen Kinder und Schüler ist wichtig. Für eine reguläre Sprechstunde haben wir keine Kapazität, aber bei Lebensgefahr können wir die Patienten nicht abweisen. Das Spektrum reicht von allen Arten von Infektionskrankheiten, Knochenbrüchen, Zahnziehen, Geburtshilfe, kleinere Operationen und Wundversorgungen bis zur inneren Medizin. Obwohl wir für viele Krankheiten oder Verletzungen nicht ausgestattet sind, tun wir mit einfachen Mitteln unser Bestes und sind damit immer noch effektiver als die meisten Krankenhäuser der Umgebung. Hier werden auch bedürftige Menschen behandelt, die sich sonst keine medizinische Behandlung leisten können. Fast kontinuierlich sind Patienten mit ihren Angehörigen in dem winzigen Raum stationär aufgenommen, und wenn es mehrere sind, müssen wir noch einen ins Nähzimmer legen. Bei größeren Unfällen mit vielen Verletzten wird unsere Waisenhaushalle zum Lazarett. Auch hier erwarten wir sehnlichst den Bau der neuen Krankenstation auf dem neuen Gelände, wo es hygienisch eingerichtete Räume geben soll. Wir würden uns auch hier über professionelle ehrenamtliche Mitarbeit aus Deutschland freuen, denn ich kann die Medizin immer nur nebenbei betreiben. Meine Sprechstunde geht jeden Morgen von 6-7 Uhr. Für 2016 bereiten wir einen dringend benötigten Zahnarzteinsatz vor und stehen dafür mit der Organisation Dental Aid in Kontakt.

Vorstand praktisch durchgehend vor Ort in Haiti
In Haiti waren 2015 aus unserem Vorstand Stefan Willeitner und Jörg Wulle vor Ort, Wulle sogar zweimal. Dadurch und durch meine vier Reisen gab es eine fast kontinuierliche Präsenz des Vorstandes, was in dieser ereignisreichen Zeit besonders wichtig für den Verein war. Ich bin ab Mitte Januar wieder in Beaumont.

Besondere Spendenaktion per Crowd-Funding für Vorschulgebäude
Wir möchten Sie auf eine besondere Aktion aufmerksam machen (Crowd-Funding), die wir im Januar bei der Volksbank Oberwolfach starten, um 8000 Euro für ein Vorschulgebäude zusammenzubekommen. Bei Spenden ab 5 € legt die Volksbank 5 € drauf, wenn wir die 8000 € erreichen. Bitte verbreiten Sie das in Ihrem Bekanntenkreis. Weitere Informationen finden Sie unter www.volksbank-kinzigtal.viele-schaffen-mehr.de, wir werden außerdem in Kürze genaueres über email und www.menkontre.de liefern.

Enorme Spendenbereitschaft ermöglicht Fortführung der Projekte – Besonderer Dank für Verkaufsaktionen, Spendenläufe, EWB-Ingenieure sowie treue Mitglieder und Einzelspender
Wir möchten uns nun ganz herzlich für die enorme Spendenbereitschaft im letzten Jahr bedanken. Das ganze Jahr über hatten wir ernsthaft Angst um die Aufrechterhaltung unserer Projekte, weil wir bereits für die laufenden Kosten mehr ausgegeben als eingenommen haben. Durch den ungünstigen Dollarkurs und internationale Brennpunkte, die ebenso unsere Hilfsbereitschaft verdienen, kämpfen viele Organisationen um ihre Finanzierung. Glücklicherweise sind zum Jahresende noch so viele Spenden eingegangen, dass wir vieles wieder ausgleichen konnten. Der detaillierte Geschäftsbericht wird nach der Hauptversammlung auf unserer Website veröffentlicht, Sie können aber auch ein Exemplar bei der Versammlung mitnehmen oder es bei uns anfordern.
Ganz besonders danken wir allen, die mit Aktionen wie Spendenläufen oder Verkaufsaktionen für uns gesammelt haben und gleichzeitig unsere Arbeit dadurch bekannter machen. Auch hier möchten wir wieder besonders die Schüleraktionen hervorheben. Es gab auch wieder große Einzelspenden, die für uns in einigen Fällen die Rettung bedeuteten. Besonders wertvoll sind die treuen Mitglieder, die uns über viele Jahre mit ihrem Beitrag unterstützen, sie ermöglichen die kontinuierliche alltägliche Arbeit. Im neuen Jahr wird der Bedarf an Spenden besonders groß sein, da die Bauarbeiten noch intensiviert werden müssen. Wir hoffen sehr, dass unsere Spender diese Unternehmungen auch weiter mittragen helfen.
Ganz besonders danken wir allen, die sich letztes Jahr direkt vor Ort engagiert haben, besonders den EWB-Ingenieuren, die praktisch ihre ganze Freizeit für das Projekt geopfert haben und ohne die das Bauprojekt nicht zu realisieren wäre.
Im Moment aktualisieren wir unser Informationsfaltblatt, das Sie von unserer Web-Site www.menkontre.de herunterladen können. Dort finden Sie auch weitere Informationen. Speziell über die Bauarbeiten berichtet der Blog der Engineers without borders unter: https://ewbbeaumont.wordpress.com/

Zusammen mit diesem Brief erhalten Sie die Spendenbescheinigungen. Teilen Sie uns bitte mit, falls etwas fehlt. Manchmal sind die Spenden auf den Kontoauszügen nicht eindeutig zuzuordnen, da hilft uns eine Rückmeldung. Einfache Briefe verschicken wir während des Jahres gerne kostensparend als E-Mail. Vielleicht können wir Ihre Mailadresse noch ergänzen, sie wird vertraulich behandelt. Die Rundbriefe kommen etwa zwei Mal im Jahr und enthalten nur Informationen.

Herzliche Grüße
Anke Brügmann

Stefan Willeitner aus dem Vorstand verbringt einen Teil seines Sabbatjahres in Haiti. Er kann vor Ort seine beruflichen Erfahrungen als Sonderschullehrer nutzen und übernimmt wichtige Aufgaben in der Projektleitung. Das Grundstück für den Neubau von Schule und Waisenhaus ist schwierig zu bebauen. Wir freuen uns sehr, dass die „Engineers Without Borders“, eine junge Gruppe angehender Bauingenieure aus dem Karlsruher Institut für Technologie, uns vor Ort unterstützen wird. Günther Stuffler, Architekt und ehemaliges Vorstandsmitglied, hilft ebenfalls ehrenamtlich bei der Bauplanung. An unserer Schule hat wieder einmal die komplette Abschlussklasse die staatlichen Prüfungen bestanden. Daher war der Ansturm bei den Neueinschreibungen groß, alle wollen einen Platz in der Men-kontre-Schule, die derzeit 265 Schüler hat.

Rundbrief und Einladung zur Jahreshauptversammlung am 14. März 2015 in Wolfach

Liebe Freunde, Mitglieder, Paten und Spender,

wir möchten Sie hiermit ganz herzlich zu unserer Jahreshauptversammlung einladen,
am Samstag, 14. März 2015 um 17 Uhr im evangelischen Gemeindehaus in Wolfach.
Diesmal ist es besonders wichtig für uns, dass sich viele Mitglieder an der Versammlung beteiligen, weil wir für 2015 viel vorhaben. Stefan Willeitner wird aus Haiti zurück sein und über seine Eindrücke berichten, und wir hoffen, dass auch ein Vertreter der „Engineers Without Borders“, eine junge Gruppe von angehenden Bauingenieuren aus dem Karlsruher Institut für Technologie, mit dabei sein kann. Das Protokoll der Versammlung können Sie anschließend bei uns anfordern oder im Internet nachlesen.

Bereits ab 16.30 Uhr werden Bilder gezeigt werden, die sonst während der Sitzung nie genug Raum finden.

Die Tagesordnung:

1. Begrüßung

2. Jahresbericht Deutschland 2014

3. Jahresbericht Haiti 2014

4. Kurze Bildpräsentation

5. Kassenbericht 2014

6. Geplante Aktivitäten Deutschland 2015

7. Geplante Aktivitäten Haiti 2015

8. Vorstandswahl

9. Verschiedenes

Zusammen mit diesem Rundbrief erhalten Sie die Spendenbescheinigungen. Teilen Sie uns mit, falls etwas fehlt. Manchmal sind die Spenden auf den Kontoauszügen nicht eindeutig zuzuordnen, da hilft uns eine Rückmeldung. Einfache Briefe während des Jahres verschicken wir gerne kostensparend als E-Mail. Vielleicht können wir Ihre Mailadresse noch ergänzen, sie wird vertraulich behandelt. Die Rundbriefe kommen etwa zwei Mal im Jahr und enthalten nur Informationen.

Vorstandsvorsitzende Anke Brügmann und Vorstandsmitglied Stefan Willeitner vor Ort in Haiti
Auch im vergangenen Jahr war ich vier Mal in Haiti, und auch diesmal waren es zusammen fast sieben Monate. Im Mai war Herr Alfred Barkow vom SES wieder dabei, um das Landwirtschaftsprojekt zu betreuen. Im Oktober ist Stefan Willeitner aus dem Vorstand mit eingereist, der einen Teil seines Sabbatjahres in Haiti verbringt und erst zur Hauptversammlung wieder zurückkehren wird. Neben seiner beruflichen Erfahrung als Sonderschullehrer kann er auch wichtige Aufgaben in der Projektleitung übernehmen. Diese kompetente Präsenz vor Ort ist sehr wichtig für uns.
Die politische Lage ist nicht immer ganz einfach in Haiti. Während ich dies schreibe, wird mir wieder von Demonstrationen berichtet. Es wird ein Regierungswechsel gefordert. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Lage stabilisiert. Für uns als internationale Hilfsorganisation ist politische Neutralität wichtig.

Viele Probleme durch die große Trockenheit
Besonders schwierig war dieses Jahr durch die große Trockenheit. Die Frühjahrsregenzeit ist praktisch ausgefallen. Viele Quellen sind versiegt. Oft konnten wir kaum genug Trinkwasser auftreiben. Mit Körperhygiene und Waschwasser musste gespart werden. Für Landwirtschaft und Viehzucht war kaum etwas übrig. Oft mussten wir das Wasser mit dem Auto von weit herholen. Im letzten Herbst hat die Regenzeit wieder eingesetzt, aber längst nicht so ergiebig wie es notwendig gewesen wäre. Leider sind dauerhafte Klimaänderungen zu befürchten.
Dadurch hat auch unsere Landwirtschaft sehr gelitten. Ein Teil der Ernte wurde vernichtet und vieles konnte erst gar nicht angepflanzt werden. Weil es nicht genug Futter und Trinkwasser gab, musste eher Vieh verkauft werden, als dass wir unseren Bestand erweitern konnten. Jetzt haben wir Pläne, Kühe, Schafe und Ziegen verbesserter Rassen dazuzukaufen. Dieses Jahr haben wir einen neuen Hühnerstall mit Hühnerhof gebaut, denn bisher haben sich unsere Hühner immer an den Epidemien in der Umgebung angesteckt und müssen nun ganz getrennt gehalten werden. Trotz aller Probleme liefert die Landwirtschaft jetzt regelmäßig Lebensmittel an das Waisenhaus. Es ist noch kein großer Beitrag, aber es gelingt viel besser, den Bedarf an Frischprodukten wie Obst und Gemüse zu decken, wenn gerade nichts auf dem Markt ist. Für die Weiterverarbeitung warten wir dringend auf die freiwerdenden Räume im jetzigen Waisenhaus. Leider ist es uns nicht gelungen, wie geplant, einen deutschen Entwicklungshelfer für das Projekt zu bekommen. Dennoch gibt sich unser haitianischer Landwirtschaftstechniker mit seinem Team viel Mühe, das Projekt voranzubringen. Neue Impulse kommen immer wieder von unserem SES-Mitarbeiter Alfred Barkow.

Alle Schüler der Abschlussklasse bestehen die staatlichen Prüfungen
In unserer Schule hat wieder einmal die komplette Abschlussklasse die staatlichen Prüfungen bestanden. Daher war der Ansturm bei den Neueinschreibungen groß, obwohl wir darauf hinweisen mussten, dass unter schwierigen Bedingungen unterrichtet werden muss, mehrfacher Standortwechsel, Baustellenlärm, Unterricht im Zelt oder in angemieteten provisorischen Räumen wurde angesagt, aber das hat niemanden abgeschreckt: Hauptsache ein Platz in der Men-kontre-Schule. Viele wurden abgelehnt, aber dennoch haben wir zur Zeit 265 Schüler. Auch dieses Jahr müssen wieder neue Lehrer eingearbeitet werden. Solange ich in Haiti bin, gibt es jeden Mittwoch Fortbildungen.
Ein gesellschaftliches Problem, nicht nur an unserer Schule, sind Kinderschwangerschaften. Immer wieder werden Mädchen zwischen 14 und 16 schwanger. In anderen Schulen werden diese Kinder von der Schule verwiesen und öffentlich verspottet, während sich die meist erwachsenen Väter der Babys nicht verantworten müssen. Wir haben uns in der letzten Zeit sehr dafür eingesetzt, dass diese Kinder weiter zur Schule gehen können, arbeiten aber auch an der Aufklärung der Schüler und Eltern.

75 Kinder und Jugendliche im Waisenhaus – Neubau soll beengte Wohnsituation verbessern
Im Waisenhaus betreuen wir weiter 75 Kinder und Jugendliche in 6 internen und 3 externen Wohngruppen. Einige besonders gute Schüler sind zum Schulbesuch in einer anderen Stadt untergebracht. die Gruppe der großen Jungs wohnt sehr zusammengepfercht in angemieteten Räumen in unserer Kleinstadt Beaumont. Für die großen Mädchen haben wir letztes Jahr ein Haus in unserer Nachbarschaft umgebaut, das uns bereits gehörte. Es ist sehr wichtig, dass die Großen etwas abseits vom Waisenhausbetrieb mit etwas anderen Regeln und mehr Selbstverantwortung leben können. Dennoch treffen sich oft alle im Waisenhaus, zum Essen, zum Feiern, zum Lernen oder in den Ferien. Alle Jüngeren wohnen direkt im Waisenhaus. Jeweils 8 – 9 Kinder bilden eine Gruppe. Alles ist im Moment noch sehr eng, aber wir freuen uns auf den Neubau, wenn wir das Leben in den Gruppen familiärer gestalten können.
Unser Sozialhilfeprogramm muss leider etwas reduziert werden. Dennoch bekommen weiterhin 70 bedürftige alte und kranke Menschen Lebensmittelpakete und unsere Sozialwohnungen sind alle belegt. Ich würde mir sehr wünschen, dass dieses Projekt trotz der schwierigen finanziellen Lage nicht ganz aufgegeben werden muss.
Inzwischen haben wir die Baustelle für die neue Nationalstraße praktisch vor der Haustür. Besonders schlimm war es im Sommer, als immer wieder Sprengungen durchgeführt wurden. Jedes Mal wurde unsere ganze Institution aufwändig ohne Vorwarnung evakuiert, obwohl ich wegen einer Epidemie immer Kinder mit hohem Fieber hatte. Unsere Gebäude wurden mehrfach durch herumfliegende Geröllbrocken beschädigt. Die Lehrer klagen, dass der Lärm den Unterricht beeinträchtigt.

Schwierige Verhandlungen bei Landkauf für Neubau von Schule und Waisenhaus – Junge Karlsruher Ingenieure übernehmen Bauaufsicht
Im Frühjahr ist es uns gelungen, nach sehr schwierigen Verhandlungen Land dazuzukaufen, das wir für den Umzug mit Waisenhaus und Schule brauchen. In letzter Minute hatte der Besitzer eines Nachbargrundstückes einen Rückzieher gemacht, deswegen mussten wir auf die andere, unwegsamere Seite ausweichen. Inzwischen sind wir bei den Vorbereitungen für die Bauarbeiten. Mit Hilfe unserer großen Jugendlichen haben wir das Gelände provisorisch eingezäunt, angefangen, Geröll aufzuschichten und Gebäudegrenzen mit Schnüren abzustecken.
Günther Stuffler, Architekt und ehemaliges Vorstandsmitglied, unterstützt uns ehrenamtlich bei der Bauplanung. Das wichtigste ist, dass wir eine Lösung für die Bauaufsicht gefunden haben. Wir freuen uns sehr, dass die „Engineers Without Borders“, eine junge Gruppe von angehenden Bauingenieuren aus dem Karlsruher Institut für Technologie, sich entschlossen hat, mit uns zusammen zu arbeiten. Die Ingenieure haben bereits im letzten Sommer ein Projekt in Haiti abgeschlossen. Danach haben sie uns in Beaumont besucht, und dabei fiel ganz schnell die Entscheidung, dass wir das Folgeprojekt sein werden.
Nun soll in sechs Phasen gebaut werden. Die erste Bauphase wird die schwierigste sein, denn da geht es um Wasser und Abwasser. Im Frühjahr wird ein Team der Engineers Without Borders nach Beaumont reisen. Im Rahmen der Bauarbeiten sollen auch wieder Container nach Haiti geschickt werden. Bauholz soll mit Hilfe der Zimmerei Sindlinger in Esslingen vorgefertigt verschickt werden, um die Abholzung vor Ort nicht zu unterstützen.

Erstmals Sorgen um Finanzierung der verschiedenen Projekte – Preissteigerungen in Haiti
Dieses Jahr machen wir uns zum ersten Mal ernsthaft Sorgen um die Finanzierung unserer Projekte. In Haiti wird alles teurer. Jedes Jahr sind Steigerungen der Aufwendungen für Gehälter und Lebenshaltungskosten unvermeidlich, auch ohne den Umfang unserer Aktivitäten zu erhöhen. In Deutschland haben wir zwar keinen Einbruch bei den Spenden aber sie werden durch andere internationale Brennpunkte eher weniger. Zum Teil mussten wir Rücklagen zur Deckung unserer laufenden Kosten einsetzen. Darüber hinaus müssen wir den Neubau finanzieren. Durch ehrenamtliche Bauaufsicht und Materialspenden versuchen wir, die Kosten möglichst niedrig zu halten, aber es ist dennoch eine riesige Investition. Wir brauchen viel Unterstützung in dieser schwierigen Situation.
Wir möchten uns bei allen Spendern und Helfern ganz herzlich bedanken. Oft halten sie seit vielen Jahren zu uns, aber wir haben auch wieder viele neue Interessenten dazu gewonnen. Viele von Ihnen haben Veranstaltungen organisiert, Material gesammelt oder einfach immer wieder gespendet. Ganz besonders möchte ich den vielen Schülern danken, die sich immer wieder etwas einfallen lassen, um unsere Schulkantine zu finanzieren.
Wir freuen uns auch stets über Helfer für die Arbeit in Deutschland oder Haiti aus den verschiedensten Berufsgruppen. Überlegen Sie sich, ob Sie aktiv etwas mit einbringen können.
Über unsere Homepage können sie sich ständig über Neues informieren. Bitte melden Sie sich, wenn Sie Fragen oder Anregungen haben. Wir freuen uns über jedes persönliche Gespräch.

Herzliche Grüße,

Anke Brügmann

 

Mit dem Ausbau der Nationalstrasse werden direkt am Heim die Lastwagen vorbeidonnern. Das bedeutet Lebensgefahr für die Kinder. Der Verein hat sich deshalb entschlossen das Waisenhaus und die Schule an einem anderen Standort neu aufzubauen. Die Nationalstrasse, auf der schon jetzt lebensgefährlich gerast wird, wird auch nach dem Ausbau keinen Seitenstreifen erhalten. Sie ist jedoch der einzig mögliche Schulweg für unsere Kinder. Die Strassenbauarbeiten erfordern große Erdbewegungen, die teils mit Sprengungen ausgeführt wurden. Jedes Mal wurde das ganze Heim, in dem wegen einer Epidemie viele Kinder mit hohem Fieber waren, aufwändig und ohne Vorwarnung evakuiert. Unsere Gebäude wurden mehrfach durch herumfliegende Geröllbrocken beschädigt.

Vereinsvorsitzende Anke Brügmann: Für Neubau von Waisenhaus und Schule dringend zusätzliche Spenden nötig

Bericht der Vereinsvorsitzenden Anke Brügmann zum fünften Jahrestag des Erdbebens
Januar 2015 – Auch fünf Jahre nach dem Erdbeben gibt es in Haiti noch viele Probleme zu lösen. Naturkatastrophen wie Wirbelstürme oder die extreme Trockenheit im Jahr 2014 hemmen immer wieder die landwirtschaftliche Weiterentwicklung. Schlimme Infektionskrankheiten gehören zum Alltag der Menschen. Verheerende Auswirkungen hatte die Cholera, die auch jetzt noch gelegentlich aufflackert. So betreuen wir in unserem Waisenhaus auch Kinder, die durch Erdbeben und Cholera ihre Eltern verloren haben.

Waisenhaus mit 75 Kindern und Schule mit 265 Kindern
Der Verein „Pwojè men kontre“ hilft den Menschen in der abgelegenen Bergregion in Beaumont im Südwesten Haitis. „Pwojè men kontre“ ist ein kreolischer Begriff und bedeutet etwa „Projekt der sich begegnenden Hände“. In enger Zusammenarbeit von Haitianern und Deutschen versuchen wir dieses Ziel zu verwirklichen. Zu den Projekten gehören ein Waisenhaus mit 75 Kindern, eine Schule mit 265 Kindern, ein Sozialhilfeprogramm, medizinische Versorgung in unserer Ambulanz und Weiterentwicklung der Landwirtschaft. Alle Helfer aus und in Deutschland arbeiten ehrenamtlich.

Ausbau der Nationalstrasse erfordert Neubau von Schule und Waisenhaus an neuem Standort
Der Ausbau der Nationalstraße, die für die Anbindung der Region natürlich wichtig ist, direkt vor dem Grundstück mit Schule und Waisenhaus. bringt enorme Belastungen mit sich. Die Aufrechterhaltung von Schule und Waisenhaus am bisherigen Standort wird dadurch unmöglich. Die scheibenlosen Fenster bieten keinerlei Schutz gegen Lärm und Staub. Die im Bau befindliche Straße ohne Seitenstreifen, auf der schon jetzt lebensgefährlich gerast wird, ist der einzig mögliche Schulweg für unsere Kinder. Da außerdem eine Erweiterung von Schule und Waisenhaus erforderlich ist, haben wir uns entschlossen, diese beiden Projektbereiche an einem anderen Standort neu aufzubauen. Auch ohne Umzug kämen enorme Kosten durch umfassende Renovierungs- und Erweiterungsarbeiten auf uns zu. Für den Neubau auf bereits vorhandenen Grundstücken haben wir die Unterstützung der “Engineers without Borders” aus Karlsruhe und anderer Fachleute gewonnen. Im Frühjahr starten die Bauplanungen vor Ort in Beaumont, damit dann ab Sommer mit den ersten Baumaßnahmen begonnen werden kann. Die bestehenden Gebäude sollen für die landwirtschaftliche Weiterverarbeitung und Wohnraum für junge Erwachsene, die bei uns arbeiten, weiter genutzt werden.

Regelmässige Spenden decken nur knapp die laufenden Ausgaben – Für Neubau zusätzliche Spenden nötig
Für die große Aufgabe des Neubaus brauchen wir dringend finanzielle Unterstützung, da die regelmäßigen Spenden knapp die laufenden Ausgaben decken. Die Arbeit von „Pwojè men kontre“ hat zum Ziel, den Menschen in Haiti nachhaltig zu helfen. Das hoffen wir besonders durch unsere Schule, die von der Regierung als Referenzschule ausgewählt worden ist, zu erreichen. Auch Weiterbildungsmaßnahmen für Lehrer und Erzieher, die jeden Sommer zu verschiedensten Themen angeboten werden, und landwirtschaftliche Pilotprojekte dienen der Hilfe zur Selbsthilfe.

Auf der Homepage des Vereins unter www.menkontre.de können Sie immer wieder Informationen nachlesen, auch der aktuelle Flyer befindet sich dort.

Rundbrief Juni 2014 – Ehrenamtliche Helfer gesucht

6. Juni 2014

Liebe Freunde, Mitglieder, Paten und Spender,

heute möchten wir einen Zwischenbericht zu unseren aktuellen Problemen schicken. Sie können diesen Rundbrief herunterladen.

Mittlerweile kommt die neue Nationalstraße immer näher. Glücklicherweise ist sie noch nicht ganz vor unserer Haustür angekommen. Deswegen hoffen wir sehr, dass die gefährlichste Bauphase in die Sommerferien fällt. Die Baustellen sind riesig. Überall werden große Erdbewegungen und Sprengungen durchgeführt um Platz für die Fahrbahn zu bekommen.

Angrenzende Grundstücke gekauft, auf denen viel Geröll beiseite geräumt werden muss
Wir haben in der letzen Zeit alles daran gesetzt, um den geplanten Umzug von Waisenhaus und Schule voranzutreiben. Wieder einmal mussten wir umdisponieren, weil der Besitzer des benötigten Ergänzungsgrundstücks im letzten Moment doch nicht zum Verkauf bereit war. Jetzt haben wir nach vielen mühsamen Verhandlungen zwei angrenzende Grundstücke nach der anderen Seite hin gekauft. Das Gelände ist nicht ideal und recht unwegsam. Es muss noch viel Geröll weggeräumt werden, und außerdem müssen wir näher an das städtische Gymnasium heran als ursprünglich geplant. Trotzdem ist es eine schöne Gegend, günstiger zum Stadtzentrum gelegen und doch abseits der großen Straßen. Und ist es uns gelungen, alle unsere Gebäude auf dem provisorischen Bebauungsplan zu verteilen. Jetzt können wir intensiv mit der Bauplanung beginnen.

Ehrenamtliche Mitarbeiter könnten Bauaufsicht in Haiti übernehmen
In der ersten Bauphase muss das Geröll weggeräumt und eine Zufahrt gebaut werden, das Gelände durch Einzäunung abgesichert und für Wasser und Abwasseranschluss gesorgt werden. Sobald diese Grundvoraussetzungen geschaffen sind, können wir die Gebäude nach und nach errichten, so wie wir es uns leisten können. Die Pläne für die Anlage werden ehrenamtlich in Deutschland erstellt. Erst dann können wir die tatsächlichen Kosten sinnvoll abschätzen. Besonders wichtig ist es auch, ständig eine gute Bauaufsicht auf der Baustelle zu haben, auch dafür hoffen wir, ehrenamtliche Mitarbeiter aus Deutschland im Wechsel zu finden.

Container mit Bauholz aus Deutschland vorgesehen
Um uns nicht an der Umweltzerstörung durch weitere Abholzung zu beteiligen, planen wir, Container mit vorgefertigtem Bauholz aus Deutschland zu verschicken. Wir brauchen die neue Anlage ganz dringend. Am jetzigen Standort sind wir unabhängig von der Straße sehr beengt. Schon jetzt sind Klassen im Lehrerzimmer, in Zelten und in den Aufenthaltsräumen des Waisenhauses untergebracht. Es fehlen Räume für die medizinische Versorgung, für Werkstätten und die Weiterverarbeitung von landwirtschaftlichen Produkten, Unterbringung von Mitarbeitern, Lager, Büroräume, Funktionsräume wie zum Beispiel Spielzimmer, Wohnraum für die jungen Erwachsenen und die älteren Jugendlichen, und eine richtige Küche unter hygienischen Gesichtspunkten. Es ist sehr wichtig den jetzigen Kindergruppen auch räumlich ihre eigenen Bereiche zu geben, damit eine Art von Familienleben entstehen kann.
Auch nach dem Umzug von Waisenhaus und Schule sind bereits alle Räume am ehemaligen Standort fest verplant. Alle wirklichen Entwicklungsprojekte, die wir seit Jahren planen, sind davon abhängig, dass hierfür ausreichend Raum vorhanden ist. Im Mai/Juni diesen Jahres hat Alfred Barkow vom SES wieder das Landwirtschaftsprogramm begleitet. In dieser Zeit wurde vor allem der Hühnerstall um- und ausgebaut, um unsere wichtigen Eiweißlieferanten vor Infektionen von außen zu schützen.

Anke Brügmann prüft Schüler bei Abschlussexamen und verbringt die Sommerferien mit den Kindern
Nächste Woche werde ich wieder nach Haiti reisen, um zunächst die Jahresabschlussexamen durchzuführen und dann die Sommerferien mit den Kindern zu verbringen. In dieser Zeit soll auch die Baustelle vorbereitet werden. Im Oktober kommt Stefan Willeitner dazu, der als Sonderpädagoge sicher wesentliche Impulse in Waisenhaus und Schule geben kann.

Spenden nötig, um große Bauvorhaben umsetzen zu können
Bitte helfen Sie uns auch durch Spenden, dieses riesige Bauvorhaben umzusetzen. Wir wissen, dass wir uns das eigentlich nicht leisten können, aber wir haben keine andere Wahl, als es zu versuchen. Auch ehrenamtliche Helfer aus der Baubranche sind herzlich willkommen, um die Kosten zu senken. Auch aus vielen anderen Bereichen sind wir über jeden Helfer froh, der mal eine Weile in Haiti ehrenamtlich mit anpackt. Besonders in den Bereichen Verwaltung, Schule, Handwerk, Landwirtschaft und Aufforstung gibt es jede Menge Bedarf. Voraussetzungen sind Basis-Französischkenntnisse und Alter über 25 Jahre.

Rufen Sie uns einfach an oder schreiben Sie uns eine E-Mail, wenn Sie Fragen haben, wir freuen uns über jedes persönliche Gespräch.
Falls Sie dieser Rundbrief per Post erreicht und Sie über eine E-Mail-Adresse verfügen, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie uns diese mitteilen. Rundbriefe werden nur über Blindkopie verschickt und bleiben so vertraulich. Auf unserer Homepage gibt es auch immer wieder neue Informationen.

Herzliche Grüße,

Anke Brügmann

Rundbrief und Einladung zur Jahreshauptversammlung 2014

Rundbrief und Einladung zur Jahreshauptversammlung am Samstag, 29. März 2014, um 17 Uhr im evangelischen Gemeindehaus in Wolfach.

Tagesordnung:

1. Begrüßung

2. Jahresbericht Deutschland 2013

3. Jahresbericht Haiti 2013

4. Kurze Bildpräsentation

5. Kassenbericht 2013

6. Geplante Aktivitäten Deutschland 2014

7. Geplante Aktivitäten Haiti 2014

8. Vorstandswahl

9. Verschiedenes

 

Liebe Freunde, Mitglieder, Paten und Spender,

auch dieses Jahr möchten wir Sie wieder ganz herzlich zu unserer Hauptversammlung einladen. Wir möchten über unsere Aktivitäten im vergangenen Jahr informieren und das kommende Jahr planen. Auf vielfachen Wunsch findet sie schon etwas früher statt. Es wäre schön, wenn Sie kommen könnten. Das Protokoll der Versammlung können Sie anschließend bei uns anfordern oder im Internet nachlesen. Bitte überlegen Sie sich auch, ob Sie aktiv im Verein mitwirken könnten. Wir suchen noch Hilfe in den verschiedensten Bereichen und freuen uns auch über neue Kandidaten für den Vorstand. Vor allem in der Region Wolfach brauchen wir Helfer, die die Öffentlichkeitsarbeit auch in meiner Abwesenheit am Laufen halten.

Zusammen mit diesem Brief erhalten Sie die Spendenbescheinigungen. Teilen Sie uns mit, falls etwas fehlt. Manchmal sind die Spenden auf den Kontoauszügen nicht eindeutig zuzuordnen, da hilft uns eine Rückmeldung. Einfache Briefe während des Jahres verschicken wir gerne kostensparend als E-Mail. Vielleicht können wir Ihre Mailadresse noch ergänzen, sie wird vertraulich behandelt. Die Rundbriefe kommen etwa zwei Mal im Jahr und enthalten nur Informationen.

Im vergangenen Jahr war ich vier Mal in Haiti, zusammen waren es fast sieben Monate. Es war wunderbar, dass wir dabei viel Unterstützung von kompetenten Helfern hatten. Von dem sehr erfolgreichen Zahnarztprogramm im Januar 2013 wurde ja bereits berichtet. Im Sommer haben Stefan Oexle und Suso Engelhardt die neue Fotovoltaikanlage installiert, die die bereits bestehende, kleinere Anlage ergänzt. Gleichzeitig war Alfred Barkow vom SES in Haiti, der als Agrarökonom immer wieder unsere Landwirtschaft unterstützt. Es ist sehr wichtig für uns, dass die Landwirtschaft dadurch immer wieder neue Impulse bekommt. Seit Oktober ist Jessica Franken im Projekt, die als Französischlehrerin ihr Sabbatjahr in Haiti verbringt und sehr engagiert in Schule und Waisenhaus mitarbeitet. Schwerpunkte ihrer Arbeit liegen in der Lehrerfortbildung und in der Betreuung von Lerngruppen. Ich bin sehr froh, dass sie auch in meiner Abwesenheit dort ist und Verantwortung übernimmt.

Auch für das kommende Jahr sind Mitarbeiter aus Deutschland vorgesehen. Im Herbst wird Stefan Willeitner aus dem Vorstand Jessica Franken als Lehrer im Sabbatjahr ablösen. Alfred Barkow plant einen weiteren Einsatz im März. Beim AGEH haben wir einen Antrag auf einen Entwicklungshelfer für drei Jahre im Bereich Landwirtschaft und Weiterverarbeitung gestellt und hoffen, dass bald ein kompetenter Mitarbeiter vermittelt werden kann. Für den Sommer suchen wir noch Mitarbeiter als Bauaufsicht.

Leider hatten wir auch dieses Jahr wieder mit der Planungsunsicherheit zu kämpfen. Unsichere und wechselnde Angaben über den Verlauf und den Bauzeitraum der neuen Nationalstraße haben sich fortgesetzt. Nun wird die Nationalstraße aber doch endgültig vor unserer Haustür vorbeigehen. Mittlerweile stehe ich in Kontakt mit den Ingenieuren der neuen Baufirma. Damit stellte sich für uns erneut die Frage, ob wir mit Waisenhaus und Schule den jetzigen Standort verlassen sollen, um die bisherige Anlage für Landwirtschaft, Weiterverarbeitung, Werkstätten und als Wohnraum für die jungen Erwachsenen zu nutzen. Wir haben lange über eine endgültige Entscheidung diskutiert.

Die Abstimmung im deutschen Vorstand zusammen mit den haitianischen Verantwortlichen hat aber schließlich eineeindeutige Mehrheit für den Umzug ergeben. Wir brauchen viel Unterstützung für dieses große Projekt. Die erste Hälfte des Jahres 2014 sollen für die Vorbereitungen angesetzt werden, Erwerb eines ergänzenden Grundstücks, Vermessungen, Bauplanung und Besorgung von Material. In den großen Ferien soll dann der erste Bauabschnitt durchgeführt werden, der zunächst einmal Grundstückserschließung, sowie Wasser und Abwasser betrifft.

Wir brauchen die Erweiterung ganz dringend. Schule und Waisenhaus platzen aus allen Nähten. Mein Krankenzimmer ist kaum verwendbar, weil es mit Material voll gestellt ist. Wenn Mitarbeiter aus Deutschland im Waisenhaus übernachten, muss der Nachtdienst habende haitianische Verantwortliche zu Hause bleiben, weil kein Bett mehr frei ist. Die Unterbringung eines Teams ist ganz unmöglich. Externe Jugendliche, die während der Ferien bei uns sind, müssen sich mit anderen das Bett teilen. Eine Gruppe großer Jungs ist schon in einer sehr beengten Mietwohnung in Beaumont. Geräte für die Weiterverarbeitung von Lebensmitteln können nicht aufgestellt werden, weil es an Platz fehlt. Eine Schulklasse ist im Zelt untergebracht, eine im Lehrerzimmer, und die drei Vorschulgruppen in den Hallen des Waisenhauses arbeiten unter sehr provisorischen Bedingungen. Dennoch haben wir im vergangenen Jahr die dringend notwendigen Renovierungen in Angriff genommen, denn der jetzige Standort wird ja auf jeden Fall weiter von uns genutzt. Größte Unternehmung war der Einbau von je vier Toiletten mit Wasserspülung in Haus A und B. Diesmal wurden Klärgruben gebaut, was durch den felsigen Untergrund nicht ganz einfach war. Der Container, den wir im Januar auf die Reise geschickt hatten ist wohlbehalten in Haiti angekommen. Das Material wurde dringend gebraucht. Die Ölpresse war dabei, viel Kinderkleidung, die neue Fotovoltaikanlage, ein Ultraschallgerät und vieles mehr. Der Container wurde jetzt zwischen Haus A und B zurechtgerückt und wird als Baumateriallager genutzt.

Im Sommer haben wir viele Funktionsabläufe im Waisenhaus neu gestaltet und familiärere Wohngruppen gebildet. Jede Gruppe hat zwei Betreuerinnen oder Betreuer, die sich im Schichtdienst abwechseln. Dadurch konnten wir besser ausgebildetes Personal gewinnen, weil das komplette Wohnen im Waisenhaus nicht mehr Bedingung ist. In den Sommerferien fand ein Seminar statt, um die neuen Mitarbeiter auf ihre Aufgaben vorzubereiten. Wir haben nun 9 Gruppen von jeweils 8-9 Kindern und Jugendlichen, davon drei externe Gruppen von großen Jugendlichen und 6 Kindergruppen. Es sind insgesamt 75 Kinder und Jugendliche, wobei es aber immer mal wieder Wechsel gibt. Vier unserer Großen konnten ihre Ausbildung abschließen und haben nun bei uns eine Anstellung gefunden. Sie leben nicht mehr im Waisenhaus. Auf die freigewordenen Plätze haben wir wieder kleinere Kinder aufgenommen, zuletzt einen als unbezahlten Dienstboten misshandelten Jungen, einen kleineren Jungen, der im Oktober fast an Cholera gestorben wäre und ein vier Monate altes Baby.

Auch im vergangenen Jahr haben alle unsere Schulabgänger zum vierten Mal in Folge die staatliche Abschlussprüfung bestanden. Wir gelten beim Erziehungsministerium weiterhin als die beste Primärschule von Beaumont. Glücklicherweise durften wir unsere Schule diesmal mit einer Sondergenehmigung schon im September aufmachen. Wir haben derzeit 245 Schüler in 8 Klassen und 3 Vorschulgruppen. Damit bleibt die Gesamtzahl der Schüler etwa konstant. Besonders schwierig war es diesmal, Lehrer zu bekommen. Viele Lehrer wandern bei der ersten Möglichkeit in staatliche Schulen ab, wo die Schuljahre kürzer sind und nicht so hohe Ansprüche gestellt werden. Zwei Lehrer sind sogar erst nach Beginn des Schuljahres weggeblieben. Da war es dann besonders problematisch, einigermaßen kompetenten Ersatz zu bekommen. Gut, dass wir Jessica Franken im Projekt haben, um die noch sehr unerfahrenen Lehrer einzuarbeiten. Inzwischen haben einige unserer Klassen auch gute Kontakte zu deutschen Schulen aufgebaut.

Im April mussten wir in der Landwirtschaft erst noch einmal eine Enttäuschung hinnehmen. Der neue Agronom war trotz universitärer Ausbildung nicht in der Lage, sinnvoll zu planen und zu organisieren. Wir haben uns Ende Juli wieder von ihm getrennt. Jetzt aber haben wir mit Lesseul Jean endlich einen sehr engagierten Agrartechniker gefunden, der alles daran setzt, das Projekt voranzutreiben. Er packt überall tatkräftig mit an und motiviert unsere Landarbeiter und Jugendlichen. Man kann die Veränderung deutlich an den ordentlich bearbeiteten Feldstücken erkennen. Er soll nun möglichst bald von einem deutschen Entwicklungshelfer unterstützt werden.

Nebenbei läuft unser Sozialhilfeprogramm weiter. Jede Woche verteilen wir 84 Lebensmittelpakete an alte und kranke Menschen. 81 Menschen leben in unseren Sozialwohnungen. In der letzten Zeit war vor allem die Medizin eine zusätzliche ungeplante Herausforderung. Das Krankenhaus unserer Stadt ist vom Träger aufgegeben worden. Der Staat soll es übernehmen, aber erst einmal steht es seit einigen Monaten leer. Das bedeutet, dass immer wieder Notfälle zu uns gebracht werden, die eigentlich unsere Kapazitäten überfordern. Es gab auch immer wieder einzelne Cholerafälle. Es kamen so viele Patienten zur Wundversorgung, dass mir schließlich die Fäden ausgegangen sind. Wir sind auch im weiten Umkreis die Einzigen, die gipsen können. Immer wieder waren schlimme Unfälle auf der Straße. Einmal bekamen wir spät abends 11 zum Teil schwer Verletzte von einem Lastwagenunfall. Wir mussten den Kindern ihre Matratzen wegnehmen um ein Lager in einer unserer Hallen einzurichten.

Wir danken allen Spendern, Helfern und Interessenten ganz herzlich. Es haben sich wieder viele mit großem Engagement für uns eingesetzt. Es gab Bazare, Vorträge, Benefizkonzerte, Schüleraktionen und viele Spenden. Ihre Unterstützung haben wir dringend gebraucht. Als Beispiel machen allein die Gehälter für 64 Angestellte in Haiti im Moment etwa 6000 Euro im Monat aus. Nun freuen wir uns sehr auf ihr Kommen und auf persönliche Gespräche.

Herzliche Grüße

Anke Brügmann