Dr. Anke Brügmann, Vorstandsmitglied Doris Jung-Ostermann sowie Markus Lösle aus Lahr sind Mitte Juni nach Beaumont/Haiti gereist.
Inzwischen ist Zahl der Kinder im Waisenhaus auf 72 angestiegen – mehrere dringende Notfälle mussten aufgenommen werden, obwohl die Kapazitäten eigentlich nicht mehr vorhanden sind.
Im kommenden Schuljahr werden rund 250 Kinder (bisher 186) unsere Schulen besuchen. Eine dritte Vorschulklasse wurde eingerichtet sowie eine Aufbauklasse für schon ältere Schüler, die den Anschluss verloren haben.
Erfreulich, dass unsere Schule zwischenzeitlich vom zuständigen Ministerium die Anerkennung erhalten hat. Nach mehreren Inspektionen waren die zuständigen Beamten voll des Lobes.
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Eine weitere Anerkennung gab es für das Waisenhaus des Vereins; Beobachter der Friedenstruppen der Vereinten Nationen (sog. Blauhelme) haben das Waisenhaus von Pwojè men kontre mehrfach besucht; es wurde als bestes Waisenhaus mit Pilotcharakter im gesamten Departement ausgezeichnet. Eine entsprechende schriftliche Bescheinigung wurde ausgestellt.
In der Schule wurden die erforderlichen Examen absolviert was immer mit sehr hohem Aufwand verbunden ist.
Markus Lösle hat dafür gesorgt, dass nun in den wichtigsten Gebäuden über eine montierte Solaranlage für mehrere Stunden am Abend Licht vorhanden ist; eine enorme Erleichterung und Hilfe. Der Diplomingenieur, der erst kürzlich in die Mitarbeit beim Verein eingestiegen ist, hatte im technischen Bereich „reichlich Arbeit“ vorgefunden und erledigt. Auch ist er im Planungsteam zur Erstellung einer Konzeption für den Ausbau der Landwirtschaft sowie zum Aufbau von Produktions- und Lehrbetrieben.
Da wir nun im Waisenhaus über eine Teilversorgung mit Strom verfügen, hat der Verein eine Satellitenanlage übernommen, so dass es nun möglich ist, einigermaßen regelmäßig vom Waisenhaus per E-Mail zu verkehren oder kostengünstig über Skype zu telefonieren.
In der Außenstelle des Vereins in Camp Perrin, wo Jugendliche weiterführende Schulen besuchen, sind alle drei Schüler der 8. Klasse versetzt worden.
Von den 6 Schülern, die die 7. Klasse besuchten, wurde nur einer versetzt; die anderen 5 dürfen aber zumindest die Klasse wiederholen und wurden nicht von der Schule ausgeschlossen.
Hugues Bazile hat mit fachlicher Unterstützung Konzepte und Pläne für die Erstellung von Wohnraum für Flüchtlinge erarbeitet; es wird eine Art kleiner Reihenhäuser erstellt, zu welchen jeweils eine gemeinsame Kochgelegenheit, eine Zisterne und eine Latrinenanlage gehören. Geeignete Grundstücke sind teilweise vorhanden bzw. müssen noch erworben werden.
Eine Häuserzeile mit 4 kleinen Häusern sowie den genannten Nebenbauten werden jeweils rund 32.000 Euro kosten. Erfreulich, dass die Stadt Walldorf bereits die Zusage für die Finanzierung einer dieser Baueinheiten übernimmt.
Die Hilfe zur Selbsthilfe über das sog. Saatgutprogramm wird bestens angenommen; es besteht ein riesiger Andrang auf weitere Förderung aus Beaumont und der umliegenden ländlichen Region. Hier werden die Bewohner im ländlichen Raum mit einfachen Arbeitsgeräten und diversem Saatgut ausgestattet.
Die Erweiterung dieses Hilfsprogramms wird derzeit geprüft, nachdem schon für über 5000 US-Dollar Saatgut verteilt wurde.
Weiterhin prüft der Verein, ob in Bernagousse eine Gebäude erstellt werden kann, in dem die Klinik Mobil betrieben wird, da es bei der Anmietung von geeigneten Räumlichkeiten nach wie vor Probleme gibt. Da der Andrang an Patienten aber nach wie vor sehr groß ist, soll dieses Projekt auf jeden Fall weitergeführt werden.
Am 20.Juli wird Vorstandsmitglied Georg Lehmann seine vierte Reise nach Haiti antreten. Den Zimmermeister erwartet ebenfalls viel Arbeit vor Ort; zahlreiche weitere Baumaßnahmen und Reparaturen stehen an.
Ebenfalls im Juli wird ein weiterer Ingenieur nach Haiti reisen; der gebürtige Haitianer hat noch viele Kontakte in Haiti und ist u. a. damit betraut, zusammen mit weiteren Fachleuten, eine Konzeption für den Ausbau der Landwirtschaft und von Produktions- und Lehrbetrieben zu erarbeiten.
In diesem Jahr hat der Verein bereits 477.000 Euro in Haiti für Hilfsmaßnahmen und die laufenden Projekte eingesetzt – dabei stehen die großen Projekte noch an.