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Projekt 1: Waisenhaus Beaumont

 Die Kinder des Waisenhauses 
 Plan des Grundstücks 

 1. Auswahl der Kinder 
 2. Leben im Waisenhaus 
 3. Betreuung 
 4. Medizinische Versorgung 
     
 5. Ausbau- und Reparaturarbeiten 
 6. Material und Ausstattung 
 7. Landwirtschaft 
 8. Aufforstung 
     
 9. Beruf 
 10. Neubau 

[Unsere Waisenhausfamilie im Januar 2006] Die Pläne für unser Waisenhaus gehen auf November 2001 zurück. Es handelt sich um eine Initiative unseres jetzigen Direktors, Mèt Valleur Noël, der sich ganz mit diesem Projekt identifiziert. Früher arbeitete er als Lehrer in Beaumont, durch die wachsenden Anforderungen im Projekt als Direktor zweier Waisenhäuser, Schuldirektor und Hauptverantwortlicher für die Patenschaften wurde er mittlerweile hauptamtlich angestellt.

Im Mai 2002 haben wir etwas außerhalb von Beaumont das Gelände eines ehemaligen Nachtclubs gekauft. Dazu gehörten mehrere reparaturbedürftige Gebäude und eine landwirtschaftlich nutzbare Fläche. Am 1. Juli 2002 konnten die ersten 10 Kinder zwischen 3 und 13 Jahren in das neue Waisenhaus einziehen.

Viele Kinder haben eine traurige Lebensgeschichte mit Verlust aller Bezugspersonen in rascher Folge hinter sich. Viele waren körperlich und geistig in einem schlechten Zustand. Einige von ihnen lebten auf der Straße, andere waren trotz noch vorhandener familiärer Strukturen verwahrlost, wurden mißhandelt oder mußten hungern. Viele sind bei ihrer Aufnahme krank, von Parasiten befallen, unterernährt, stark entwicklungsverzögert und apathisch.

Es ist erstaunlich, wie sich die Kinder inzwischen entwickelt haben: Sie haben erheblich zugenommen, sie spielen, singen, tanzen und lernen mit Begeisterung. Auch helfen sie in Haus und Garten verantwortungsvoll mit. Keines würde mehr freiwillig das Waisenhaus verlassen, sie fühlen sich dort zu Hause.

Ursprünglich hatten wir uns als Obergrenze für die Belegung des Waisenhauses 20 Kinder vorgestellt. In den folgenden Jahren waren wir jedoch immer wieder gezwungen, neue dringende Fälle aufzunehmen, auch wenn wir eigentlich noch nicht dafür eingerichtet waren. 2005 beispielsweise war ein Mädchen fast verhungert, ein Junge wurde mißhandelt und ein anderer war schwer krank.

Im März 2006 zählte unsere Familie 40 Kinder zwischen 1½ und 17 Jahren. Vor der Eröffnung des zweiten Waisenhauses war das Leben daher nicht einfach. Viele Betten waren doppelt belegt und es fehlte an Betreuerinnen. Die Kinder selber haben ganz entscheidend dazu beigetragen, trotz der Enge Neuankömmlinge liebevoll zu integrieren. Kinder, die wir in sehr schlechtem Zustand aufgenommen haben, sind jetzt kaum wiederzuerkennen.

[Ein Teil unserer Waisenhausfamilie im August 2009] Im Sommer 2009 haben unsere ersten Waisenhauskinder die Primarschule  —  diese umfaßt in Haiti die Klassen 1 bis 6  —  abgeschlossen. In Beaumont und Umgebung gibt es aber keine guten Sekundarschulen. Neun der Kinder konnten wir nach zähen Verhandlungen und bestandenen Eingangstests auf eine Sekundarschule in Camp-Perrin schicken. Wir haben dort, auch mit Blick auf die Zukunft, ein Grundstück mit einem reparaturbedürftigen Haus gekauft und als Schülerwohnheim eingerichtet.

Jetzt, im Februar 2010, leben in unseren Waisenhäusern 64 Kinder, darunter zwei, die wir nach dem Erdbeben in Port-au-Prince aufgelesen haben und als Notfälle mit nach Beaumont gebracht haben.


Pwojè men kontre  Haiti – Deutschland e. V.  Kto. 10148072, Spk. Wolfach, BLZ 664 527 76  Stand: 17.2.2010